Amaranthe - Interview mit Olof Mörk (November 2016)

weitere Artikel zu Amaranthe

AMARANTHE entstanden 2008 eher als eine Art Zufallsprodukt, doch schnell wurde den Beteiligten, die zunächst unter dem Namen ”Avalanche” musizierten, klar, dass diese Band genau ihr Ding war. Acht Jahre und vier Alben später gehören die Skandinavier zur Speerspitze des modernen Metal. Auf dem aktuellen Album ”Maximalism” hat sich die Truppe um Sängerin ELIZE RYD und Bandgründer JAKE E. LEE musikalisch weiterentwickelt und ist dabei nicht nur auf positives Feedback gestoßen. Vor allem die erste Single ”That Song” sorgte für ordentlich Kritik. Gitarrist OLOF MÖRK stellte sich unserern Fragen.

Zum Zeitpunkt des Interviews war ”That Song” noch nicht einmal erschienen, doch der Video Teaser hat bereits jede Menge negativer Reaktionen auf eurer Facebook-Seite hervorgerufen. Habt ihr mit derartigen Reaktionen gerechnet? Wohl nicht, denn immerhin habt ihr den Song als erste Single ausgewählt.

Wie bei jeder AMARANTHE Veröffentlichung haben wir mit einer Form von Kontroverse gerechnet. Uns war auch klar, dass ”That Song” anders ist. Es gab tatsächlich viele Diskussionen bezüglich der Veröffentlichung – allerdings sind die Bewertungen des Videos bei YouTube mit 80% überwältigend positiv. Natürlich hat unsere zweite Single ”Fury” viele unserer Hardcore Metal Fans eher beruhigt, dass wir nicht softer geworden sind – sondern abwechslungsreicher.

Du wirst im Labelinfo mit der Aussage zitiert, dass ”Maximalism” das Manifest der Band sein soll. Kannst du das erklären?

Das ist ganz einfach. ”Maximalism” sind wir. Abwechslungsreich, abenteuerlustig, kraftvoll und melodiös. Es ist alles, was wir jemals gewesen sind, nur eben viele besser. ”Maximalism” ist unsere Philosopie: Gib musikalisch immer das Beste und versuche stets auf ein höheres Level zu gelangen.

AMARANTHE waren ja immer schwer in eine Schublade zu stecken. Dies zeigt sich auch darin, dass ihr für alle möglichen Shows gebucht werdet. Früher habt ihr mit HAMMERFALL getourt, jetzt wart ihr mit HELLOWEEN in Japan. Außerdem seid ihr auch für das ProgRock Festival gebucht. Passt irgendwie alles nicht wirklich zu eurem Stil. Wo werdet ihr denn am meisten abgefeiert?

Die HELLOWEEN Fans in Japan waren ausgesprochen freundlich zu uns. Ich glaube, dass es richtig gut geklappt hat, auch wenn wir nun wirklich keine Power Metal Band sind oder irgendwie wie HELLOWEEN klingen. Ich glaube, dass es wichtig für uns ist, dass das Publikum offen ist und starke Melodien mag. Graspop, Sweden Rock und Masters of Rock haben alle gut für uns funktioniert und es waren großartige Erfahrungen.

Ihr habt ja zu ”That Song” ein Video gedreht. Die Tanzeinlage erinnert ja schon irgendwie an 90er Jahre Popvideos á la Britney Spears. Wessen Idee war das und was steckt dahinter?

Elize, Jake und ich haben alle verschiedene Teile zum Video beigetragen und das Konzeot ist im grunde ein Underdog-Thema, dass zeigen soll, durch welche Mühen wir gehen, um Anerkennung zu erhalten. Wir mussten lange sehr hart kämpfen und viele Leute in unserem Umkreis waren der Meinung, dass wir etwas Vernünftiges mit unseren Leben anfangen sollten. Aber dies war unser Ziel, unser Traum und unsere Leidenschaft. Und genau darum geht es in dem Song.

Wie hat sich die Arbeit in der Band denn seit dem Debüt verändert? Sind die Erwartungen der Leute heute andere als damals? Fühlt ihr mehr Druck?

Wir stehen sicherlich stärker unter Beobachtung wenn wir etwas Neues veröffentlichen, was aber eigentlich eine gute Sache ist. Klar, es kann auch ein ziemlicher Druck sein, aber der kommt vor allem von uns selber. Man möchte sich mit jeder Veröffentlichung steigern und verbessen. Ich würde nicht sagen, dass es heute härter ist als früher, aber unserer Erwartungen an uns selber sind einfach gestiegen.

Göteborg ist bekannt für die Melodic Death Metal Szene. Habt ihr da irgendeine Verbindung oder seid ihr eher am neueren Sound á la IN FLAMES interessiert?

Ich bin mit der Szene in den 90ern aufgewachsen und habe sogar selber in einer klassischen Göteborg Melodic Death Metal Band gespielt. Es gibt durchaus Überreste dieser Musik in AMARANTHEs Songs, auch wenn diese vielleicht nicht immer so offensichtlich sind. Ich habe IN FLAMES immer geliebt, aber ich verfolge ihre neueren Sachen nicht mehr so – ich bin aber sicher, dass sie immer ihre eigene musikalische Vision verfolgt haben und das respektiere ich.

 Pics: Oktober Promotion

UA-27193385-1