The World Is Yours Tour 2011

  • Datum: Mittwoch, 30 November 2011
  • Ort: Hamburg - Alsterdorfer Sporthalle
  • Redakteur: Eric Ossowski
The World Is Yours Tour 2011
Das einzig Neue bei Motörhead sind ja immer die Songs des aktuellen Albums. So könnte man zumindest denken, wird jedoch von Lemmy schön an der Nase herumgeführt. Es gibt Dinge, die möchte man in der Vorweihnachtszeit einfach nicht missen: Lebkuchen (na gut, die gibt es ab Ende August), eine Eishockeysaison, die langsam Fahrt aufnimmt – und dann natürlich eine angemessene Gehörgangsversohlung der singenden Wanderwarze.

Als erste Band durften in der mit 7000 Gästen ausverkauften Sporthalle Graveyard ran. Zu dieser Zeit kämpfte ich mich allerdings noch durch den öffentlichen Nahverkehr.

In der Sporthalle angekommen stand schon der ehemalige Guns’N’Roses-Bassist Duff McKagan nebst nicht mehr ganz so neuer Band Loaded auf der Bühne. Der Hardrock mit Punk und Rotzrock-Einflüssen lief dann auch gut rein und überforderte auch keinen Motörbanger, der schon an seinem fünften Aufwärmbier nuckelte. Besonders zum Schluss wurde es nett, als Phil Campbell mit der Band „Attitude“ (Misfits-Cover – von GNRs „Spaghetti Incident“ bekannt) zockte und Duff zum Abschluss noch den Gunners Evergreen „It’s So Easy“ zum Besten gab.

Das einzig Neue bei Motörhead sind ja immer die Songs des aktuellen Albums. So könnte man zumindest denken, wird jedoch von Lemmy schön an der Nase herumgeführt. Kein „We are Motörhead and we play Rock And Roll“ und der obligatorische Opener “Iron Fist” – stattdessen Sirenengeheul und “Bomber”. Die ersten Becher fliegen gen Bühne und Lemmy stoppt erstmal die Performance. Die Werfer werden mit einem unmissverständlichen „Stop throwing your shit at me“ in ihre Schranken gewiesen und dann geht es auch schnell weiter. Als später noch ein einzelner Becher fliegt, fordert Lemmy den Werfer auf, doch auf die Bühne zu kommen wenn er „ein mutiger Mann“ ist. Merke: Becher fliegen in Hamburg nicht nur am Millerntor. In den folgenden 90 Minuten geht es dann so zur Sache, wie man es sich vorgestellt hat. Die Lautstärke stimmt, die Band hat Laune und die Klassiker werden um neuere Songs wie „Get Back In Line“, „One Night Stand“ oder „I Know How To Die“ ergänzt. Besonders cool finde ich, dass es das alles diabolisch-knarzende „Orgsmatron“, bei dem die Band grün angestrahlt wird, wieder in die Setlist geschafft hat. „Iron Fist“ beendet dann den regulären Set, bevor die Zugaben mit dem schon traditionellen „Whorehouse Blues“ eingeleitet werden. Dann kommt doch noch das ersehnte „We are Motörhead and we…“ (ihr wisst schon). Beendet wird die Rock-Sause dann erwartungsgemäß von den unverwüstlichen „Ace of Spades“ sowie „Overkill“ und Lemmy’s Ansage: „Don’t Forget Us“.  Zumindest die kommenden Tage sollte dies aufgrund von Ohrenpiepen auch schwer werden…