Verboten – Schwarzer Humor in Bildern

„Darüber lacht man nicht!“ stellt Mitherausgeber Rolf Dieckmann in seiner Einleitung fest: „Ironische Anmerkungen über Minderheiten, Behinderte und Katastrophen aller Art sind für moralisch integre Zeitgenossen unzumutbar…“ Gut, dass es Cartoonisten gibt, die uns ermöglichen unter dem Deckmantel der Kunst auch über politisch unkorrekte Themen zu schmunzeln. Auf 160 Seiten gibt es hier genug Anlässe.

Was macht der Vegetarier, wenn ihm der Pfarrer den Leib Christi anbietet? (Kittihawk) Welche Probleme gibt es in der Selbsthilfegruppe der unkontrollierten Esser? (Joscha Sauer) Und wie unterscheidet man den gewöhnlichen Autodieb vom trendigen Car-Sharer? (Piero Masztalerz) Der Sammelband „Verboten“ ist prall gefüllt mit Alltäglichem. Wer in der Stadt eine Hofeinfahrt hat, wird Oli Hilbrings Cartoon über rücksichtslose Parksünder verstehen. Gerade gestern regte sich Unmut, weil ein Alfelder das Auto eines illegalen Parkers kurzerhand an die Kette gelegt hatte – Sprühfarbe, wie in Hilbrings Cartoon, wäre vielleicht auch eine Alternative. Mario Lars diagnostiziert dem Patienten der Stimmen hört kurzerhand NSA – mittlerweile könnte es aber auch CIA sein, vor allem wenn man einen Smart-TV o.ä. im Zimmer hat. Und auch Google beschreitet im 21. Jahrhundert neue Wege, wie Stephan Rürup weiß: Wer sein Haus nicht bei Google Street View sehen möchte, der bekommt künftig vielleicht Besuch des Google Abrisskommandos. Die Themenauswahl ist schier grenzenlos und grandiose Cartoonisten wie Ralph Ruthe, Burkh, Butschkow, Miguel Fernandez, Holtschulte oder Sedlaczek reichen sich das Zeichenwerkzeug in die Hand.

 

Wenn man noch eine Anregung aus der Redaktion geben darf: Vielleicht findet sich ja auch mal ein Cartoon über die Spitzfindigkeiten der Metalszene: Wann darf man Death Metal mit dem Attribut Schweden versehen und wo hört der Thrash auf und beginnt der Death? Im Geiste zeichne ich schon mal los – wird aber wohl leider nur Krickelei. Und die würde vermutlich verboten!