Compressor – Oblivion

CD Reviews, Compressor – Oblivion

Fahrverbote und Dieselskandal können der Hildesheimer Metalmaschine COMPRESSOR nichts anhaben. Beim Hören der neuen Songs auf „Oblivion“ schluckt man mindestens so viel Blei wie wenn man in den 80ern am Auspuffrohr eines Mercedes 450 SEL gezogen hat.

 

Während man in den Anfangstagen zunächst den ein oder anderen Bierkasten leer probte, hat sich das Line Up von COMPRESSOR mittlerweile mit Carsten „Hellmut“ Albrink (CASUS, ex-EVENT HORIZON, ex-COCKROACHES) verfestigt und während der Proben wird ernsthaft gearbeitet, was auf „Oblivion“ deutlich zu hören ist. Mit „Blood Substitute“ wird die Metalmaschine gefühlvoll angeworfen, um schon während des Songs ordentlich auf Touren zu kommen. Hier macht der Fünfer seinem Bandnamen alle Ehre und variiert gekonnt zwischen druckvollem Riffing und flottem Thrash. Wesentlich kompakter geht es beim Titeltrack zu, bei dem man in gerade mal 2.09 Minuten sofort auf den Punkt kommt. Bei „Bleeding Eyes“ kommt dann auch Tieftöner Stefan auf seine Kosten und darf mit seiner Langaxt mal den Takt angeben. Der Song zeigt die Vorliebe der Herren für groovige und brutale Riffs der Marke MESHUGGAH meets old-school. Zum Abschluss gibt die Band dann noch einen Einblick in ihre Livequalitäten und zockt „Slave Of Society“, das bei der Show im Subkultur in Hannover aufgenommen wurde.

Mehr DIY als bei COMPRESSOR findet man in keiner Heimwerkerzeitschrift: Wolle zeichnet für die amtliche Produktion verantwortlich und Trommler Jens hat das Layout der Scheibe fabriziert – ach ja, und die Songs haben die Jungs auch noch selbst geschrieben und eingespielt.

Auf „Oblivion“ zeigt sich erst so richtig was der mächtige COMPRESSOR zu leisten im Stande ist, denn die Songs klingen viel differenzierter und kraftvoller als über so manche PA im verrauchten Szeneclub.

COMPRESSOR bleiben ihrem Mix aus Thrash und Death Metal auf „Oblivion“ treu und liefern ein sehr hörenswertes Manifest ihres bisherigen Schaffens ab. Es kommt selten genug vor, aber in Puncto COMPRESSOR sind sich der Kollege Trillmich und ich mal wieder einig: kaufen und anhören!

Line Up

Wolle - Guitar
Hellmut - Guitar
Stefan - Bass
Jens - Drums
Jenz - Vocals