Compressor - Inferno

CD Reviews, Compressor - Inferno

Endlich mal wieder derbe Kost aus der regionalen Hildeathheimer Küche. COMPRESSOR legen mit Inferno ihr erstes Demo vor, dabei beackern sie die Schnittmenge aus Thrash und Death Metal.

Dass sie sich in diesem Metier auskennen, haben Gitarrist Wolle und Basser Stefan schon vor über 25 Jahren bewiesen, denn sie waren Teil der sich leider viel zu früh auflösenden COCKROACHES. Man munkelt ja, dass sie wieder von sich hören lassen.
Nun aber zu COMPRESSOR. Warum ist eigentlich noch niemand auf diesen Bandnamen gekommen? Klingt cool und ordentlich Druck hat die Band auch. Das Demo zeigt mal wieder, dass es sich lohnt, einige Zeit im Proberaum zu verbringen, ehe die ersten Ergüsse auf die Allgemeinheit losgefeuert werden. COMPRESSOR gibt es immerhin schon seit 2012. Genug Zeit an Songs, Sound und Line Up zu feilen.
Nach einem kurzen Intro geht es in die Vollen. Der Opener startet im Midtempo mit mächtig Groove, das Tempo wird zwischendurch - wie auch beim Rest der EP - immer wieder mal angezogen. Beim Rausschmeißer gibt es dann sogar kurze Blastparts. Ungewöhnlich für das Genre sind die Vocals von Jenz, die sehr kehlig und somit garstig klingen. Zum Glück sind sie weit von Black Metal Gefauche entfernt und der ein oder andere Grunt ist auch dabei.
Musikalisch sind die Songs in aller Regel schön old schoolig gehalten. Lediglich ´Level Of Eternity´ groovt auf  modernere Weise. Da bin ich etwas an PANTERA erinnert. Mmmh sind PANTERA noch modern oder ich einfach alt?
Mir gefällt an diesem Demo, dass COMPRESSOR fünf wirklich eigenständige und variable Songs abliefern, die alle ihre eigenes Gesicht haben. Trotzdem klingt die EP sehr einheitlich.

Wenn man was zu meckern sucht, dann vielleicht, dass die Leadgitarre bei den Soli etwas zu fisselig klingt. Das ist allerdings eher der Produktion als Wolles Spiel zuzuschreiben. Die Aufnahme ist ansonsten für ein Demo wirklich gut und druckvoll. Lasst euch nicht von den kursierenden Rough Mixen täuschen, da wurde noch einiges rausgeholt.  Die Bassdrum klingt besser als bei so mancher regulärer Veröffentlichung.

´Inferno´ bietet fünf wirklich starke Songs und wird der Band sicherlich zu zumindest regionaler Bekanntheit und weiteren Gigs verhelfen. Wenn demnächst der COMPRESSOR in eurer Gegend angeworfen wird, solltet ihr auf jeden Fall hingehen und bei der Gelegenheit auch gleich die EP mitnehmen. Und das nicht nur, weil es immer gut ist, den lokalen Untergrund zu unterstützen, sondern weil ihr wirklich was fürs Geld bekommt. Ich bin gespannt auf mehr.

UA-27193385-1