Creeping Flesh - Rising Terror (EP)

CD Reviews, Creeping Flesh - Rising Terror (EP)

Früher war mit Sicherheit nicht alles besser, aber im Falle der alten Schule schon. Man denke nur an die Schreibschrift, die wir damals gelernt haben, und die "Schrift und Form"-Noten in der Grundschule. Das, was für die Basics der Kulturtechnik Schreiben ihr Gültigkeit hat, gilt fast noch mehr für die unnachahmliche, unerreichte und einzigartige Königin des Metal.

Aber auch beim old-schooligen Death Metal müssen natürlich innere und äußere Werte zusammenpassen. Da wären dann zum einen der genretypische martialische Bandname, das zerfaserte und zerlaufende Bandlogo, ein furcheinflößendes Cover und ein im weitesten Sinne mit dem Tod zusammenhängender Albumtitel. In allen vier Punkten haben CREEPING FLESH die volle Punktzahl erreicht. Weltklasse!

Bleibt noch die Betrachtung der inneren Werte. Da ist es natürlich hilfreich, wenn man aus dem schwedischen Göteborg kommt und den Todesmetal schon mit der Muttermilch aufsaugen konnte. Auch das trifft zu und deshalb ist es nicht weiter verwunderlich, dass die fünf Schweden auf ihrer EP "Rising Terror" einen Death Metal zelebrieren, der all das zu bieten hat, was dieses Genre ausmacht, und zwar fast zu 100 Prozent, eine Konzentration, die einem fast schon Angst machen kann. Da wären nämlich die hammermäßigen Riffs im Verein mit dem druckvollen Bass und den treibenden Drums, die für die nötige brutale Schwere sorgen, die bisweilen mit der obligatorischen düsteren Infernalität um die Vorherrschaft kämpft ('Airborne').

In puncto Tempo und natürlich ganz im Sinne des Songtitels wird in 'Terrorize' noch eine Schippe draufgelegt, ein Track, der durch seine vielfältigen Drums, quirligen Riffs, die diabolischen Growls sowie die düstere Atmosphärik mehr als zu überzeugen weiß. Das Gleiche gilt für 'Essence Of Evil', eine brutale, angegroovte Düsterhymne par excellence! Hammer. Dieses Maß an infernaler Düsternis hat man lange nicht mehr gehört. Einzigartig hypnotische Leadgitarrenparts vor dem Hintergrund deathiger, brutaler Undurchdringlichkeit drängen in 'Kill Count' auf den Hörer ein, ehe 'Fields Of Rotting Flesh' ganz im Stile von HAIL OF BULLETS mit Schlachtenlärm und epischen Elementen das Ende der EP einläuten, allerdings nicht, ohne noch einmal ein einzigartiges, etwas entschleunigteres, dafür aber umso intensiveres, leicht angedoomtes Death-Metal-Feuerwerk abzufackeln.

Kurz: CREEPING FLESH haben mit "Rising Terror" eine EP vorgelegt, an die kein Freund des Death Metal vorbeikommt, bietet sie doch alles, was richtig guten Todesmetal ausmacht, und zwar in nahezu perfekter Art und Weise. Getreu der Charakterisierung dieses Genres nach Anders Nyström (BLOODBATH, KATATONIA): Good death metal is when you can feel there's some kind of magic in it, an undeniable atmosphere emerging like a fog with the burst of the music! Für Fans von JUNGLE RIOT, HAIL OF BULLETS und BOLT THROWER ein absolutes Muss!