Ghost - Prequelle

CD Reviews, Ghost - Prequelle

Geht es mit GHOST bergab? Nachdem auf den ersten drei Alben mit Papa Emeritus in seinen Inkarnationen I, II und III Mikro und Weihrauchfass schwenkte, geht es nun mit Kardinal Copia in der klerikalen Hierarchie einen Schritt zurück.

Ein Teil des Mummenschanzes ist gelüftet, seitdem Tobias Forge im Zuge eines unschönen Prozesses seine Identität preisgab. Das ändert aber zum Glück nichts an der nach wie vor vorhandenen Magie der Musik. Über das überragende Songwriting habe ich in den Reviews wohl genug geschrieben – in dieser Hinsicht hat Forge nichts verlernt. Im Gegenteil: "Prequelle" klingt noch mutiger als "Meliora". Das liegt vor allem daran, dass GHOST vielleicht sogar mit anderthalb Augen Richtung Pop schielen. Dieses tut man aber keineswes verschämt, sondern voller Selbstbewusstsein. Anders wären totsichere Hits wie "Rats" oder "Danse Macabre" wohl auch nicht möglich. Doch auch alle übrigen Songs treffen (zumindest fast) ins Schwarze und groovige Gitarren sorgen dafür, dass sich auch Rock und Metalfans nicht schämen müssen, GHOST zu hören. Auch bemerkenswert: Ein Instrumental wie "Miasma" gehört hier nicht zum Füllmaterial, sondern zu den absoluten Highlights. Die gut 40 Minuten sind exakt austariert, denn Prequelle hat einen tollen Fluss und überzeugt auch als Gesamtwerk.

Ein Fall für die Höchstnote? Nicht ganz. Zum einen gefällt mir "Meliora" subjektiv einen winzigen Tacken besser. Zum anderen habe ich das Gefühl, dass GHOST mit "Prequelle" noch nicht am Ende der musikalischen Fahnenstange angekommen sind. Jetzt erstmal das unfassbar geile Theater auf Tour genießen!

Line Up

Cardinal Copia – Voc, Instr.

Tracklist

1. ASHES
2. RATS
3. FAITH
4. SEE THE LIGHT
5. MIASMA
6. DANCE MACABRE
7. PRO MEMORIA
8. WITCH IMAGE
9. HELVETESFÖNSTER
10. LIFE ETERNAL

Tags

Ghost