Matthew Good – Something Like A Storm

CD Reviews, Matthew Good – Something Like A Storm

MATTHEW GOOD bleibt ein Fels in der tosenden Alternative-Rock-Brandung. Vermag er es doch auch auf seinem neuesten Opus „Something Like A Storm“, ein heilsame, erholsame und beruhigende Heimstätte für die ach so rasenden Herzen zu erschaffen, und das trotz seiner nicht ganz leicht zu verdauenden und sehr sozialkritischen Texte.

Dabei bleibt der Kanadier sich und seinem Stil treu. Keine Experimente. Stattdessen ehrlicher, authentischer, unkomplizierter Rock mit einem großen Hang zu hymnischen Melodien, die aufgrund ihres Gänsehautfaktors sofort ins Herz gehen. Schon der vorab veröffentlichte Opener „Bad Guys Win“ hat dieses Mitreißpotenzial, das aber zugleich mit einer gehörigen Portion atmosphärischer Nachdenklichkeit daherkommt. Kritisiert werden in dem Song ganz bestimmte Typen in Machtpositionen, die ein jeder kennen sollte. Ein richtiger Alternative-Hammer ist dann 'Decades', ein Track, den man zehn Mal hintereinander hören kann und der dennoch nichts von seiner Kraft verliert. Dynamische aufrüttelnde Melancholie pur!

Neben den schnelleren Stücken versteht sich MATTHEW GOOD auch auf tiefgreifende, intensive, ruhige Titel, die nicht minder ergreifend sind ('Men At The Door') und bisweilen zu Tränen rühren können. 'There The First Time' besticht dann durch seine wehmütige Kantigkeit, seine epische Kraft und seine leichten NEW-ORDER-Einsprengsel. Hammer! Auf das frohgemute, fröhliche und nahezu optimistische 'Days Come Down' folgt der schwermütige Titeltrack „Something Like A Storm“, der in gekonnter Manier Ernst, Leiden und Trotz miteinander verbindet und der besonders durch die salvenartigen Gitarren und die versöhnlichen Streicher eine ungeahnte Intensität erschafft.

Programmatisch, vor allem für die Männerwelt, ist der verhalten optimistische Song „She Got You Where She Wants You“, vielleicht der schwächste Titel auf dem Album. 'This Is Night' schließlich hat das Zeug zu einer wirklichen zeitlosen Alternative-Hymne, zumal der Track so schön MANIC-STREET-PREACHERS-mäßig daherkommt, auch wenn die Keyboardpartien bisweilen eher den Geist der 80er atmen. Der Rausschmeißer 'Bullets In A Briefcase' schließlich beginnt als wehmütiges Stück der traurigen Melancholie, die aber mit zunehmender Dauer abgestriffen wird und der Hoffnung Platz macht.

Fazit: „Something Like A Storm“ ist unbestreitbar eines der besten Alternative-Rock-Alben dieses Jahres. Denn der kanadische Sozialkritiker MATTHEW GOOD vermag es in eindrucksvoller Art und Weise, dem dem Genre innewohnenden Leiden, dem Weltschmerz und der Sehnsucht Ausdruck zu verleihen, ohne aber zumeist auf eine gehörige Portion melodischer Hoffnung und hymnischen Optimismus zu verzichten. Somit ist das Kaufen dieses Albums alternativlos!

Tracklist

01.    Bad Guys Win                                
02.    Decades                                
03.    Men At The Door                            
04.    There The First Time                        
05.    Days Come Down                            
06.    Something Like A Storm                        
07.    She’s Got You Where She Wants You            
08.    This Is Night                                
09.    Bullets In A Briefcase