Place Vendome - Streets of Fire

CD Reviews, Place Vendome - Streets of Fire

  • Erstellt am: Sonntag, 15 Februar 2009
  • Label: Frontiers
  • V.Ö.: 20 Februar 2009
  • Bewertung: Place Vendome - Streets of Fire
  • Redakteur: Thorsten Zwingelberg

Ehrlich gesagt bin ich mit wenig guten Erwartungen an diese Scheibe herangegangen.

Ohne jeden Zweifel gehört Michael Kiske für mich zu den besten Sängern den die deutsche Metalszene hervorgebracht hat und er ist und bleibt auch der beste und passendste Vocalist für die hanseatischen Kürbisköpfe, doch fast alles Kiske-Material der Post-Helloween Ära war absoluter Schrott. Ironischerweise hat er sich für das Place Vendome Projekt in erster Linie mit den ehemaligen Brötchengebern seines Nachfolgers Andi Deris bei Helloween zusammen getan.
Benannt nach einem der fünf königlichen Plätzen in Paris, wartet das Projekt auf seinem Zweitwerk mit dem Besten auf, was Kiske seit Helloween abgeliefert hat. Der Titeltrack überzeugt nicht nur durch das melodische Pianointro sondern auch durch gute Riffs und eingängige Melodien. Mit „Completely Breathless“ verabschiedet man sich kurzzeitig aus den Gefilden des hardrockenden Melodic Metals und der Song klingt eher nach amerikanischen Singer & Songwritern, allerdings performt von einer AOR Formation – finde ich eher überflüssig, schmerzt aber nicht. „Follow Me“ ist eine ganz traditionelle Rocknummer mit 80iger Jahre Gitarrenarbeit und eingängiger Vocalline. Auch „Believer“ erinnert an spandextragende Frisurenrocker vergangener Tage. Diesen Song (man lausche nur dem Refrain) könnte ebenso auf einem Fate Album zu finden sein. „A Scene in reply“ ist ein weiterer typischer Big Hair Song, der Erinnerungen an Winger, Warrant oder Danger, Danger wach werden lässt. Mit anderen Worten: mir gefällt’s!
Ein Hörer kommentierte das Erstwerk der Jungs auf einer Website mit den Worten „Nix Power, nix Metal, nur viel Geschnulze für Mädchen und zum Kuscheln.“ Ganz falsch ist diese Beschreibung für „Streets of Fire“ auch nicht, allerdings würde ich für meinen Teil die Schärfe aus dem Kommentar nehmen wollen, da „Streets of Fire“ eine sehr gefällige Hardrock Scheibe mit guten Melodien geworden ist. Zwar hat man keineswegs Neues geschaffen, sondern eher die Musik der 80iger Jahre neu aufgenommen und interpretiert, dennoch sollte man als AOR Fan ruhig mal ein Ohr riskieren. Kiske zeigt zumindest, dass er nach wie vor ein hervorragender Sänger ist.
Wenig Innovation, aber eine gute Aufbereitung alterwürdiger Tunes!

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