Powerworld - Cybersteria

CD Reviews, Powerworld - Cybersteria

Die Rede vom „Internet Neuland“ ist derzeit in aller Munde und die digitalisierte Öffentlichkeit zerreißt sich das Maul darüber, dass unsere Köni… ähe Kanzlerin zumindest noch nicht in „Cybersteria“ angekommen ist.

 

Angesichts der neuesten Enthüllungen über die Webbespitzelungen durch Amis und Engländer bleibt jedoch die Frage, ob Frau Merkel nicht das einzig Richtige tut: nämlich sich vom Internet fernhalten. Auch POWERWORLD zeichnen auf ihrem dritten Werk ein eher düsteres Bild von der uns umgebenden Cyberworld.

Nach dem Tod von Sänger Andrew "Mac" McDermott im Jahr 2011, hat ex-FREEDOM CALL Basser Ilker Ersin auch gleich mal das gesamte andere Personal ausgewechselt. Und nachdem „Human Parasite“ ein zwar gutklassiges aber doch etwas charakterloses Album war, darf man nun also gespannt sein, wie sich die Neue Crew anstellt. Kurzzeitig war David Reece (ex-Accept) als neuer Sänger im Gespräch, doch das Rennen machte schließlich Michael Bormann. Ein Sänger, der vor allem für sein Schaffen bei JADED HEART oder BONFIRE bekannt sein dürfte. Doch der bekennende Kuschelrocker kann in seiner Karriere auch auf die ein oder andere 90° Wäsche ohne Weichspüler zurückblicken, z.B. BLOODBOUND, THE SYGNET oder auch ZENO. Kurz gesagt, die raue Stimme des Duisburgers passt hervorragend zum aufgeladenen Stil des dritten POWERWORLD Albums. Während „Children of the Universe“ als Opener vollkommen in Ordnung geht, kann man bereits mit „Slave To The Powerworld“ noch eine Schippe drauflegen – gute Melodien, sinniges Arrangement und kratzige Gitarrenriffs. Die Band hat beim Songwriting viel Wert auf Abwechslung gelegt, so dass es z.B. bei „Coast of Tears“ auch mal ruhiger zugeht – allerdings wird es nicht schnulzig, sondern eher episch getragen, so wie man es im weitesten Sinne auch von ZENO kennt. Mit „Black Ash“ scheint man sich am dänischen Metal Flaggschiff PRETTY MAIDS orientiert zu haben, während man beim Titeltrack messerscharfe Riffs um die Ohren geblasen bekommt. Wer sich hier über den Einsatz von Modelling Amps beschwert, liegt mit dieser Kritik mindestens ebenso daneben wie die Kanzlerin mit ihrer „Internet Neuland“ Bemerkung. Am Ende warten mit „You Will Find A Way“ und „Not Bound To The Evil“ noch zwei richtig starke Songs auf den Hörer.

„Cybersteria“ ist zweifelsohne POWERWORLDs stärkstes Album geworden, mit dem sie sich allen Fans von BLOODBOUND, HOUSE OF SPIRITS, PRETTY MAIDS & Co. empfehlen. Liebe Geheimdienste dieser Welt – solltet ihr dieses Review jetzt gelesen haben, hört mal bei POWERWORLD rein. Es lohnt sich! (Aber bitte nicht illegal runterladen….)