SynaptiK - The Mechanisms Of Consequence

CD Reviews, SynaptiK - The Mechanisms Of Consequence

„Kommense rein, mein Mann ist auf Montage!” Also, bei dem Fünfer aus Norwich muss der ein oder andere Metalist sicherlich erstmal den Techniker – oder doch mindestens den Klassenbesten der örtlichen Musikschule – rufen. Technischer Kraft Metal steht heute auf dem Stundenplan.

Die Gitarristen Ian Knight und Jack Murton geben als Einflüsse solche Bands wie METALLICA, DEATH, PESTILENCE, WATCHTOWER, ATHEIST und Gitarristen wie Paul Gilbert, Jeff Loomis, die Amott Brüder oder Gus G. an. Zwar würde man die Band weniger der Death Metal Richtung zuordnen, was vor allem am klaren und mitunter hohen Gesang von John Knight liegt, aber man kann sich durchaus vorstellen, wie die Jungs mit offenen Ohren SADUS und DEATH Scheiben in sich aufgesogen haben. Allerdings haben wir es bei dem Fünfer mit einem technisch hochversierten Ensemble zu tun und entsprechend werden hier keine leichtverdaulichen 4/4 Takter vorgestellt, die jede Dorfkapelle covern könnte. Allerdings bemühen sich die Knight Brüder und ihre Kollegen auch darum ihren Songs eine gewisse Eingängigkeit und eine gehörige Portion Melodie mit auf den Weg zu geben. Trotzdem kommt im Grunde kein Song mit weniger als 5 Minuten aus. Doch nachdem sich das geneigte musikalische Zentrum im Hirn des Hörers erstmal auf den Stil der Band eingelassen hat, wissen Songs wie „Utopia in our Eyes“ oder „Vacancy of Mind“ durchaus zu gefallen. Schließlich konnte man selbst ex-HADES/ex-WATCHTOWER Frontsirene Alan Tecchio für den Song „Your Cold Dead Trace“ gewinnen. Dessen Vocals passen natürlich wie Arsch auf Eimer und Fans von HADES werden wahre Luftsprünge machen. Tecchio hatte ja jüngst auch bei MIKE LEPOND’S SILENT ASSASSINS mitgewirkt, passt aber letztlich besser zu den stärkeren Songs von SYNAPTIK. So klingt die Originalversion von „Your Cold Dead Trace“ wie eine gelungene Mischung aus NEVERMORE und TITAN FORCE. Grandios.

Die musikalischen Vorlieben der Jungs für Death und Thrash Metal kann man den Riffs zwar mitunter anhören, dennoch drängen sich beim Hören der Scheibe eher Namen wie MEKONG DELTA, PSYCHOTIC WALTZ, THRESHOLD, SIEGES EVEN, NEVERMORE oder SANCTUARY auf – der neuestes Album ist übrigens deutlich untechnischer als das Debüt der Briten. Wer also nach anspruchsvollem, melodischem Schwermetall mit glasklaren Vocals und tonnenschweren Riffs sucht, der wird hier fündig.

Sollte es jemals von der Europäischen Union eine Vorgabe geben, dass progressiver Thrash/Power Metal nur noch von staatlich geprüften Technikern gespielt werden darf, müssen sich diese Herren keine Sorgen machen. Im Gegenteil: Die Prüfungskommission möchte ich sehen, die von den Knights & Co nicht in Grund und Boden gespielt wird. Ein in jeder Hinsicht fulminantes Debüt.