Unisonic – Light of Dawn

CD Reviews, Unisonic – Light of Dawn

„Wie ein neuer Tag“ – So bezeichnen UNISONIC ihr Zweitwerk. Frischer Wind und das Gefühl eines neuen Morgens sollen, will man Basser Denis Ward glauben, die Markenzeichen des neuen UNISONIC Werkes „Light of Dawn“ sein. Ob dies reicht, um Kaffeeduft und frische Brötchen zu ersetzen, weill ich versuchen herauszufinden.

Die Kollegen der schreibenden Zunft überschlagen sich zumindest vor Freude, versuchen sich mit Superlativen zu übertrumpfen und der ein oder andere wird bereits ohne Hose ins Büro fahren, denn diese scheint ihnen vor Glück ohnehin alle paar Meter aufzugehen. Zugegeben, dass es nochmal eine metallische Zusammenarbeit zwischen den ehemaligen Schlüsselwächtern Hansen und Kiske geben würde, hätte wohl vor 10 Jahren niemand vermutet – daran, dass Kiske wieder im Heavy Metal angekommen ist, haben wir uns ja mittlerweile wohl alle gewöhnt. Mit den PINK CREAM Leuten Dennis Ward und Kosta Zafiriou sowie mit dem GOTTHARD/ASIA/KROKUS Klampfer Mandy Meyer haben die ehemaligen Kürbisköpfe zudem eine denkbar starke Hintermannschaft – wobei der Begriff hier eigentlich gar nicht so passt, denn Kai Hansen ist ja erst nachträglich zur Band gestoßen.

Nach demselben Prinzip wie bei dem Debüt, wurde auch beim Zweitwerk zunächst eine EP zum Aufwärmen vorausgeschickt, bevor nun am 01. August die komplette Scheibe in die Läden kommt. Und auch da wird der Fan die Qual der Wahl haben, denn die CD kommt als Standard-Version mit 12 Tracks, als Deluxe-Version mit 13 Tracks, Box-Set mit Demotracks und 7“ Single, sowie als Doppel-LP mit 13 Tracks auf den Markt.

Doch nun mal zur Musik. Irgendwie klingt die druckvoll produzierte Scheibe schon frisch, aber Old Spice und Irish Spring riechen auch irgendwie frisch, sind aber trotzdem nicht unbedingt neu. Aber das ist ja wahrscheinlich auch der größte Pluspunkt der Scheibe, denn die Fans wollen vom Duo Kiske-Hansen gerade keine modernen Selbstversuche hören – wir erinnern uns da an den ein oder anderen missglückten HELLOWEEN Versuch der späten Kiske-Ära.

Bei der Besetzung verwundert es nicht, dass die Songs durchweg solide und professionell sind, aber woher die ganzen Vergleiche zu den „Keepers“-Alben kommen, kann ich nicht nachvollziehen. „Throne of the Dawn“, „Manhunter“ oder „Blood“ sind zweifelsohne gutklassige Melodic Metal Songs, aber ein „A Little Time“, „Dr. Stein“, „I want out“, „Living ain’t no crime“ oder gar „Future World“ kann ich auf „Light of Dawn“ nun wirklich nicht finden. Die oben angeführte Songauswahl zeigt es schon: Die Stärken der Scheibe liegen für mich in der zweiten Hälfte. Um ganz ehrlich zu sein, ist der Bonus-Track „Judgement Day“ für mich sogar der stärkste Song der Scheibe – hier klingt für mich tatsächlich auch der Geist der „Keepers“-Alben mit.  Nun darf man mich nicht falsch verstehen: Ich liebe Kiskes Stimme, ich liebe PINK CREAM 69 und GAMMA RAY und UNISONIC enthält Elemente aus den verschiedenen Stammbands der Mitglieder. Entsprechend konnte gar kein schlechtes Album herauskommen. Es zieht mir jedoch nicht so die Schuhe aus, wie man vielleicht erwarten könnte.

Frisch ja, aber letztlich bleibt „Dawn of Light“ für mich eher das Frühstücksbrötchen vom Bäckershop und nicht vom Innungsbäcker meines Vertrauens. Mit anderen Worten: Es schmeckt und macht satt, aber damit hat es sich dann auch. Und mit der selbstgekochten Erdbeermarmelade meinder Eltern schmeckt ja sowieso jedes Brötchen.

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