Victim – Endless Source of Hate

CD Reviews, Victim – Endless Source of Hate

„Wer kennt die Gewürzmischung für Thüringer Mett“ wird auf chefkoch.de gefragt. Das Weimarer Trio VICTIM kennt auf jeden Fall die richtige Mischung für Thüringer Metal. Ihre neuestens Rezepte gibt es nun auf „Endless Source of Hate“ nachzuhören.

VICTIM schien vor allem in den 90er Jahren ein beliebter Bandname zu sein (und ich spreche da nicht nur aus eigener Erfahrung), doch zu echter Berühmtheit haben es bislang weder die Namensvettern aus den verschiedensten Ecken Deutschlands noch aus dem Rest der Welt geschafft. Vielleicht ist diese Ehre den Thrashperten aus Weimar vorbehalten. Mit ihrer dritten EP in diesem Jahrzehnt machen die spielfreudigen Herren jedenfalls einen weiteren Schritt in Richtung Durchbruch. Stimmlich erinnert Frontmann Hanny an Bands wie AM I BLOOD oder auch GURD, aber auch an die New Yorker INSULT II INJURY, die in den 90ern zwei Alben veröffentlicht hatten. Die musikalische Marschrichtung geht ohnehin eher in diese groovende, etwas moderne Thrash Richtung und dürfte weniger für Puristen thrashiger Schreddercombos interessant sein. Zwar klingen beim Songwriting alle möglichen Einflüsse durch (z.B. erinnert „Resurrection of Medusa“ doch irgendwie an METALLICA, ohne wirklich nach Hetfield & Co zu klingen), doch weder Bay Area noch Ruhrpott Thrash haben im Songwriting der Truppe wirklich auffällig hörbare Fußabdrücke hinterlassen. Dann doch eher die späten DEMOLITION HAMMER, XENTRIX (zu „Kin“-Zeiten) & Co. Auffällig ist auch, dass die Band mit dem titelgebenden Track ein fast 10minütiges Opus abliefert. VICTIM haben während ihrer zahlreichen Konzertreisen hörbar von den deutschen Autobahnen gelernt und wissen, dass man nicht immer und überall mit Höchstgeschwindigkeit langbrettern kann. Folglich findet die Band eine gefällig Mischung aus Kraft, Geschwindigkeit, Härte und Melodie. Ein Fan der Band kommentierte die „Endless Source of Hate“ EP mit „Metallica should hang with these dudes for a weekend, so they can remember what they forgot. “ – Schaden würde es nicht, denn METALLICAs Spätwerk zieht im direkten Vergleich mit “Endless Source of Hate” mit Sicherheit den Kürzeren.

Tags

Victim