Voivod - The Wake

CD Reviews, Voivod - The Wake

Science Fiction? – mir zu langweilig, Progressive Metal? – mir zu verkoppft, Cleane Vocals? – bleib mir weg. Es ist wirklich erstaunlich, dass VOIVOD seit Jahrzehnten eine meiner absoluten Lieblingsbands sind, obwohl sie sich in meiner persönlichen Schnittmenge der Grauens tummeln.
Das ändert sich auch beim neuen Album zum Glück nicht. Bei VOIVOD weiß man ja nie so wirklich was man bekommt. Stilistisch erinnert mich ´The Wake´ an die ´Nothingface´, ´Angel Rat´ ´Outer Limits´ Phase. Das bedeutet bei den Kanadiern aber nicht, dass ich den Eindruck habe etwas schon mal gehört zu haben. Im Gegenteil: Einen Einsatz von Streichern wie bei ´Iconspiracy´ und ´Sonic Mycelium´ ist neu. Auch in diesen Parts wird die Einmaligkeit von VOIVOD deutlich. Es klingt nie kitschig oder pathetisch. Die Parts stellen sich in den Dienst der Songs und es wird nicht einfach untermalt, um den Sound aufzublasen. Das hat der auch gar nicht nötig, die Produktion ist genau richtig für eine VOIVOD Platte. Die Band hat einfach ihren Sound gefunden und auch ohne den Einsatz von Sänger Snake ist schnell klar, dass es um eine Platte DER Si-Fi Metaller geht. Away hat ja mal gesagt, dass jedes Album einen Motörhead Song haben soll, den finde ich nicht, dafür aber immer wieder Parts, die straight rocken.
Kaum eine andere Band ist gleichzeitig so eingängig und vertrackt. Das klingt oft eher simpel, wenn man aber genauer hinhört, gibt es immer neue Facetten in den Songs zu entdecken. Darum wird das Album auch beim vierten Durchlauf hintereinander nie langweilig.
Grundsätzlich bin ich ja ein Anhänger der Vinyls. Was das Cover angeht, macht der Griff zum schwarzen Gold mal wieder Sinn. Da die Tracks aber nahtlos ineinander übergehen und das Vinyl als Doppeldecker herauskommt hab ich die Befürchtung, dass sich die Stimmung nicht so wie bei einem kompletten Durchlauf entfalten kann.
Ich freue mich auf das Konzert zum 35-jährigen Bestehen. Wie oft bei Bands mit einem derart großartigen Backkatalog hoffe ich sonst möglichst viel von dem neuen Album zu Hören? Eigentlich nie.

Es ist so schön wie unglaublich, dass VOIVOD bei inzwischen 14 Alben und vielen stilistischen Veränderungen keinen Ausfall zu vermelden haben. Respekt vor und für eine der individuellsten und spannensten Bands im metallischen Universum!

Line Up

Dennis “Snake” Belanger - Vocals
Daniel “Chewy” Mongrain - Guitar
Dominic “Rocky” Laroche - Bass
Michel “Away” Langevin - Drums

Tracklist

1. Obsolete Beings
2. The End of Dormancy
3. Orb Confusion
4. Iconspiracy
5. Spherical Perspective
6. Event Horizon
7. Always Moving
8. Sonic Mycelium