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Entombed

Entombed haben mit „Morning Star“, meiner Meinung nach, das bisher beste Album ihrer Karriere abgeliefert. Da war es Pflicht, den Jungs auf der Tour mal auf den Zahn zu fühlen.

 

Entombed haben mit „Morning Star“, meiner Meinung nach, das bisher beste Album ihrer Karriere abgeliefert. Da war es Pflicht, den Jungs auf der Tour mal auf den Zahn zu fühlen.

Nachdem ich gemeinsam mit der Promotorin den Türsteher nach 15 Min überzeugen konnte, daß ich zum Interview das Diktiergerät benötige, stellte sich ein relaxter Schreihals L.G. (steht übrigens für Lars Gören) Petrov meinen Fragen bei einem Bierchen.

„Ja wir sind mit dem Album sehr zufrieden. Es ist das Kompletteste was wir je gemacht haben.“ antwortet L.G. auf meine Frage nach der Zufriedenheit mit der neuen Scheibe. Er stimmt zu, daß es die Platte die Alten DM Zeiten und die Death ´n Roll Zeiten verbindet. Den Zugewinn an Energie zum „Same Differente“ und „Uprising“ Album sieht er auch. Während die Band „Same Difference“ immer noch als Schnellschuß betrachtet liegt nach L.G.s Ansicht der Unterschied zum „Uprising“ hauptsächlich in der Produktion. Mein Favorit der Scheibe ist „Young Man Nihilist“ hat der Text etwas mit der Vorgängerband „Nihilist“ zu tun, nach den Motto Young Man Nihilist – Old Man Entombed“ ? „ Oh, no“ lacht der Letzte verbliebene Langhaarige in der Band, kann aber auch keine Angaben dazu machen, worum es in dem Text geht, der, wie alle neuen, aus Uffes Feder stammt. Die Handhaltung der Madonna auf dem Cover „ ist nur Spaß und der muß einfach sein.“ Recht hat der Mann und zeigt allen Analysten den Mittelfinger. Zu dieser Aussage paßt auch, das Entombed, im Unterschied zu vielen, mächtig bösen der Death- und Blackmetal Szene immer darauf geachtet haben, ihren Spaß zu haben und dies zeigen sie auch immer offen. Ein Beleg dafür ist das hervorragende „Night Of The Vampire“ Video, in dem sie sich selber verarschen. „Wir haben unsere Musik immer ernst genommen. Aber wir sind immer noch die selben Jungs. Ich kann nicht den ganzen Tag wütend durch die Straßen gehen oder so tun als wäre ich böse, das ist mir viel zu anstrengend. Wir sind einfach so wie wir sind. Wie gesagt nehmen wir die Musik ernst, aber man sollte in der Lage sein auch mal über sich selbst zu lachen.“ Da alles zur neuen Platte sicherlich schon in den früher erschienen großen Mags gesagt wurde, nutze ich die Gelegenheit um etwas in der Vergangenheit rumzuwühlen. Da stellt sich zunächst die Frage, wie die Pioniere des Schweden Death-Metals darauf kamen , ihre äxte extrem runterzustimmen. Anstatt einer aufregende Legende erklärt L.G. pragmatisch:< /b> „ Wir hatten diesen Sound schon immer, mit normal gestimmten Gitarren hatten wir immer einen zu dünnen Sound. Wir hatten nur sehr kleine Verstärker, aus den wir so das beste herausholen konnten. Mit solchen Combos haben wir sogar noch „LHP“ eingespielt. Und dafür klingt es doch ziemlich geil, oder?“ Wie war. Und auch die Erklärungen zu der Collage auf dem Backcover von „LHP“, das mir Rätsel aufgab ist spartanisch: „Damit hab ich nichts zu tun. Wir hatten grobe Vorstellungen von der Covergestaltung. Ich weiß auch nicht was es bedeuten soll, der Künstler hatte freie Hand bei der Gestaltung und es sieht doch gut aus.“ Sehr bodenständig geht Herr Petrov auch mit der Tatsache um, daß man mit „LHP“ Maßstäbe gesetzt hat. Ein Cover von Dan Seagrave und das Sunlight Studio wurden ja Qualitätsmerkmale vieler später veröffentlichter Platten des Genres. „Als wir damals das Album aufgenommen haben, haben wir uns darüber nicht viele Gedanken gemacht. Wir wollten halt einen guten Gitarrensound haben und das Album wurde auch zu einem guten Zeitpunkt veröffentlicht.“ über den Split mit der ehemaligen Plattenfirma war auch nichts zu genaues zu erfahren. Earache waren in eines der renommiertesten Labels im Bereich des DM. Aber es lag nicht, wie ich vermutetete an den neuen musikalischen Wegen, die Entombed einschlugen. „Wir haben gegeneinander gearbeitet“ gibt ein vom Buisness genervter Petrov an. „Sie entschieden Dinge, ohne uns Bescheid zu sagen. Wenn jetzt etwas anliegt ruft uns das Label an und wir besprechen es gemeinsam. Wir wollten nicht das irgendein Scheiß passiert, ohne das wir es wissen.“ Aus den schlechten Erfahrungen resultierte dann, daß die Band ihr eigenes Label „Threeman“ gründete, zu Veröffentlichungen anderer Bands auf dem Label äußert sich L.G. reserviert „Nein, es gibt keine anderen Veröffentlichungen. Vielleicht bringen wir ein Sideprojekt von Uffe (namens Murder Squard) raus. Wenn wir irgendwann mal eine gute Band finden kann es sein, daß wir was veröffentlichen, aber im Moment ist es hauptsächlich für Entombed. O.K. zurück ins 21 Jahrhundert, Entombed waren mit Halford und Iron Maiden in Canada unterwegs. L.G. freut sich wie ein kleiner Junge, als ich auf diese Tour zu Sprechen komme. „Die Leute sind wirklich gut mitgegangen. Es ist immer interessant vor neuen Leuten zu spielen.“ Mit der Ignoranz die Maiden Fans den Supportern doch dann und wann entgegenbringen. Hatten Entombed aber Keine Probleme. Als "My Dying Bride" mal eröffneten schrie die Halle nach jedem Lied der sterbenden Bräute nach ihren Lieblingen. „Das haben sie nicht gemacht. Wir haben einfach unsere Musik gespielt und hatten eine Menge Spaß. Maiden rocken Immer noch. Wir haben mit Slayer und Maiden in Stockholm gespielt, da waren 32000 Fans. Das war der Größte Gig der Ganzen Maiden Worldtour, obwohl man das doch eher in Deutschland oder Spanien erwartet hätte.“ Auf die Nachfrage, ob er lieber auf solch großen Bühnen oder in kleineren Clubs auftritt, ist der Sänger unentschlossen: „Das sind zwei unterschiedliche Dinge. Wenn Du hier (gemeint ist das SO36 in Berlin) auf der Bühne bist ist das phantastisch und wenn du auf großen Bühnen bist ist das auch OK. Ich mag jede Show, aber es ist persönlicher, wenn nah bei den Leuten bist hier kannst du mit jedem einzelnen sprechen, sonst mußt du zu allen reden.“ Entombed haben sich bekanntlich lange Zeit den übungsraum mit den „Backyard Babies“ geteilt, L.G. ist aber anscheinend nicht begeistert von der Rockwelle, die zur Zeit seinen Küstenstaat überschwemmt wird. „Die sind ganz nett. Ich höre diese Art von Musik nicht. Ich habe mir lange keine neuen Platten gekauft.“ Statt dessen outet er sich als Fan des alten Ruhrpott Thrash, dies bekundet er mit einem kurzem „Flag Of Hate rules!“ Trotz der Liebe zu alten Scheiben bevorzugt er aber im Gegensatz zu seinen Mitmusikern die CD und kann auch noch nicht sagen ob und wie „Morning Star“ als LP veröffentlicht wird, auch wenn dies von der Band gewollt ist.
Anschließend begehe ich den Fehler L.G. mit einem Interview von 1990 zu konfrontieren. Auf die Frage was ihre Hobbys sind antworteten sie stilgerecht: „Drinking beer, fucking blond girls, watching animal sex movies, gore movies and write letters“. Ist das immer noch so? „HAHAHAHA ja, natürlich“. Ich überlasse Ihm das Interview, daß er äußerst amüsiert studiert und darauf brennt es seinen Bandkollegen zu präsentieren. Somit ist die Aufmerksamkeit deutlich eingeschränkt und ich versuche die letzten Fragen noch beantwortet zu bekommen. Z.B die warum „Crowbar“ auf der Tour nicht supporten. „„Crowbar" haben kein Geld von ihrer Plattenfirma bekommen. Wir hätten sie gerne dabei gehabt und sie wollten auch spielen, aber das ist halt das beschissene Buisness.“ Mit Cathedral sind ja Weggefährten aus alten "Gods Of Grind" Touren wieder dabei, obwohl sich beide Bands doch in ziemlich unterschiedliche Richtungen entwickelt haben. „Ja, aber wir sind immer noch gute Freunde, das hat nichts mit der Musik zu tun. Wir haben sie angerufen und sie waren dabei, das war´s.“

Bleibt zum Schluß noch die Frage, welche Songs Die Schweden den Publikum heute auf die Ohren Hauen wollen. L.G. verspricht eine ausgewogene Mischung aus allen Alben und lügt nicht. Bei der anschließenden Show gibt´s alles von „Left Hand Path“ über „Out Of Hand“ und „To Ride..:“ bis zu vier neuen Songs. Das ganze in hervorragender Soundqualität und mit deutlich zu spürender Spielfreude. Entombed 2001 sind stärker den je. Und auch L.G. ist noch mit Enthusiasmus bei der Sache, auf die Nachfrage, ob er sich vorstellen könnte auch einen anderen Job zu machen, bringt er es auf den Punkt „No, it´s just perfert the way it is.“ Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen. P.S. Auf Nachfrage sagte L.G., und der muß es ja wissen, daß die Band „Entuhmt“ ausgesprochen wird. Hoffentlich glaubt es jetzt auch Peter, während ich mich ärgere nicht gewettet zu haben.

 


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Infos

  • Erstellt am

    13. November 2002
  • Line Up

  • Redakteur

    Tobias Trillmich
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