Ignite, Circus Rhapsody, Couchdivers

Ignite, Circus Rhapsody, Couchdivers
  • Datum: Donnerstag, 14 August 2014
  • Ort: Béi Chéz Heinz Hannover
Ignite, Circus Rhapsody, Couchdivers

Am 14.08.2014 war es soweit und die Pforten des Chéz Heinz in Hannover öffneten sich für die Hardcore-Heroen IGNITE. Wie groß die Vorfreude war zeigt die Tatsache, dass das Chéz Heiz schon weit im Voraus ausverkauft war und die Bemühungen vieler Verzweifelter noch Restkarten zu erhaschen nicht abreißen wollte. IGNITE hätten also ohne Weiteres eine größere Lokation bespielen können. Mir jedoch war es ganz recht meine Begleiter aus Jugendzeiten wie in guten alten Zeiten in einem kleinen Club sehen zu dürfen.

Ab 20.00 Uhr sollte es losgehen und alle glücklichen Karteninhaber ließen sich entweder durch die beiden Vorgruppen COUCHDIVERS und CIRCUS RHAPSODY einstimmen oder sie genossen noch ein paar Kaltgetränke im Außenbereich des Chéz Heinz. Die erste Vorband,  die COUCHDIVERS, waren sichtlich begeistert vor ausverkauftem Haus spielen zu können. Die Hannoveraner machen Old-School Hardcore, der vom Publikum gerne feiernd angenommen wurde. Die Jungs waren als Vorband eine gute Wahl, sie hatten auf der Bühne sichtlich Spaß, das Publikum vor der Bühne ebenfalls und somit war der Start in einen spaßigen Konzertabend bestens geebnet.

Den COUCHDIVERS folgten CIRCUS RHAPSODY aus Berlin. Im ersten Moment war ich von dem Country Punk der Jungs zwar etwas überrascht, im zweiten Moment war er einfach nur noch geil. Mit Gitarre, Bass, Schlagzeug, Ziehharmonika und ganz ganz viel partymäßiger Ausstrahlung zauberte mir die Band ein Lächeln nach dem anderen aufs Gesicht. Spätestens mit einer Lobeshymne auf das Chéz Heinz und einem flotten Polka hatten CIRCUS RHAPSODY alle Anwesenden auf ihrer Seite. Wer bei einer solchen Band keinen Spaß hat, sollte das nächste Mal vielleicht lieber zu Hause bleiben. Ich hatte auf jeden Fall Spaß und alle Bemühungen der Berliner als Vorgruppe von IGNITE spielen zu dürfen, haben sich für CIRCUS RHAPSODY mit Sicherheit gelohnt. Die Jungs haben von sich aus nämlich im Vorfeld der Tour alle Veranstalter bzw. die Booker angeschrieben und sich als Vorgruppe beworben. Für das Konzert im Chéz Heinz wurden CIRCUS RHAPSODY dann persönlich von IGNITE eingeladen, womit sie sich den Titel „Liebste Band der Welt“ auf jeden Fall verdient haben. Danke IGNITE, für die gute Wahl und danke CIRCUS RHAPSODY, dass eure Musik so viel Spaß gemacht hat.

Nach einer kleinen Verschnaufpause und einer Abkühlung im Freien ging es um 22.30 Uhr mit IGNITE weiter. Das Chéz Heinz war inzwischen gerammelt voll und es viel zunächst einmal schwer einen geeigneten Platz zu finden. Einer der großen Nachteile des Chéz Heinz ist und bleibt die ebenerdige Bühne. Wenn man also nicht direkt vor der Bühne stehen konnte oder wollte oder aber man nicht gerade ein Zweimetermann war, standen die Chancen schlecht von dem Geschehen auf der Bühne auch nur irgendetwas sehen zu können. Hat man sich damit jedoch erst mal abgefunden, machen Konzerte im Chéz Heinz aufgrund der vertrauten Atmosphäre trotzdem immer wieder Spaß. Außerdem wird man so wenigstens dazu ermutigt – zumindest wenn man die Band doch mal sehen möchte – sich in den Mob vorzuwagen, wo Konzerte bekanntlich ja auch am meisten Spaß machen und das nicht zuletzt weil der Sound vorne meist wesentlich besser ist als am Rand oder in den hinteren Reihen.

Kaum auf der Bühne schöpften IGNITE gleich schon aus den Vollen und starteten mit ‚Let It Burn‘, ‚Who Sold Out Now?‘, ‚Bleeding‘, ‚A Place Called Home‘ und ‚Run‘. Was bleibt da noch zu sagen, ich war wie immer verliebt in die Band. Wie sagt man so schön, Jugendlieben vergehen nicht. Ich kenne und schätze IGNITE seit den 90igern, sie haben mir unglaublich viele schöne Konzerte und Erinnerungen beschert und auch nach 20 Jahren schaffen sie es immer wieder den Hardcorefunken überspringen zu lassen. Zugegebenermaßen schwappte die Begeisterung im Mittelteil des Konzerts etwas ab. Das lag wohl daran, dass einige Songs der neuen Platte, die für Ende des Jahres geplant ist, vorgestellt wurden. Es war deutlich spürbar, dass die alten Songs wesentlich euphorischer angenommen wurden als die Neuen. Dennoch freue ich mich auf die neue Platte. Vielleicht müssen die neuen Songs zum warm werden einfach ein oder zwei Mal gehört werden. Mit ‚By My Side‘, ‚Veteran‘ und dem Cover ‚Sunday Bloody Sunday‘ war man aber schnell wieder versöhnt und die Party riss nicht ab. Mit ‚Live For Better Days‘ gab uns Frontmann Zoli mit auf den Weg jeden Tag voll zu genießen. Dabei Sprach er auch seinen schlimmen Rückenvorfall während seines Auftritts auf dem With Full Force vor zwei Jahren an, der im zeigte wie wichtig es ist das Gute zu schätzen. Zum Glück hat sich Zoli inzwischen wieder erholt und ich war froh ich gestern so fidel auf der Bühne zu sehen. Denn mal ehrlich, was wären IGNITE schon ohne diesen Mann und ohne diese Stimme?

Nach ‚Sunday Bloody Sunday‘ wurden noch ein paar weitere Songs zum Besten gegeben, bevor die Musik vom Plattenteller anfing zu spielen und IGNITE leider viel zu schnell die Bühne schon wieder verlassen mussten. Etwas von dem abrupte Ende überrascht  war ich schon dabei die Räumlichkeiten zu verlassen als Zoli & Co. doch noch mal auf die Bühne zurückkehrten und mit ‚In My Time‘ wirklich all meine Jugenderinnerungen aufleben ließen. Was für ein geiler Song. Es folgten noch ‚You‘ und ein weiterer Song, bevor alles viel zu schnell schon wieder vorbei war.

Auch wenn das Chéz Heinz einer Sauna glich und man von der Band wirklich nicht viel sehen konnte, bin ich immer wieder begeistert unsere Old-School-Hardcore-Helden in solch gemütlichen Clubs zu sehen. Sowas ist mir wesentlich lieber als mit zig tausend Anderen in die großen Stadien zu pilgern, wo man die Band auch nur über Leinwände zu sehen bekommt. IGNITE, die COUCHDIVERS, CIRCUS RHAPSODY und das Chéz Heinz haben meiner Meinung nach alles richtig gemacht und uns einen tollen Konzertabend beschert. Bleibt nur sich bei allen drei Bands zu bedanken. An alle diejenigen die mitgefeiert haben schicke ich einen Gruß: Es hat Spaß gemacht. Und bitte Hannover, zieh zukünftig einfach wieder mehrere solcher Konzerte an Land! Bis dahin freue ich mich aber erst mal auf das HellDeathFest in Hildesheim. Man sieht sich!

 

Setlist

Let It Burn
Who Sold Out Now?
Bleeding
A Place Called Home
Run
Poverty For All
Nothing Can Stop Me
By My Side
Fear Is Our Tradition
Are You Listening?
My Judgement Day
Veteran
Sunday Bloody Sunday
(U2 cover)
Live for Better Days
...

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