Millencolin; The Sigourney Weavers; Apologies, I Have None - Hannover, Faust

  • Datum: Freitag, 09 Oktober 2015
  • Ort: Hannover, Faust

Mein Beileid all denjenigen, die diesen Abend mal wieder das Sofa bevorzugt haben und mein Beileid auch all denjenigen, die zum MILLENCOLIN-Konzert in der Faust mit dem Auto angereist sind. Zu ersteren zähle ich mich glücklicherweise nicht, zu zweit genannten jedoch leider schon. Nachdem ich nach einer gefühlten Ewigkeit und leichten Anflügen von Angst das Konzert komplett zu verpassen, doch noch einen Parkplatz im schönen Hannover Linden gefunden hatte, war das Konzert in der Faust zum Glück erst seit einigen wenigen Songs im Gange. Auch wenn zu den ersten Songs von THE SIGOURNEY WEAVERS gefühlt mehr Leute vor der Faust standen als im Innenraum, schöpften die Schweden von Anfang an aus den Vollen, um zu zeigen, dass auch sie live ganz schön was zu bieten haben. Ich zumindest war zu diesem Zeitpunkt froh, genau an diesem wunderschönen Fleckchen Erde zu sein, um gute Musik auf die Ohren zu bekommen. Es geht halt hin und wieder nichts über gute Livemusik. Auch wenn die zweite Vorband – APOLOGIES, I HAVE NONE – für mich musikalisch etwas weniger spritzig rüberkamen als die Konzertopener, konnte die Londoner Punkruckband mit einem Hauch von Psychedelic überzeugen.

In der Zwischenzeit hatte sich auch die an diesem Abend ausverkaufte Faust recht gut gefüllt. Wer vor dem Start der Punkrock-Legenden MILLENCOLIN noch ein Bier an der Theke ergattern wollte, musste sich nun sputen und etwas Ellenbogen einsetzen, um sich durch die Menge zu kämpfen. Um Viertel vor Neun war es dann soweit und MILLENCOLIN betraten die Bühne. Wer jedoch glaubt, dass die Schweden mit viel Reden ihre Zeit verplempern, der irrt gewaltig! Die Skatepunker betraten die Bühne, sagten Hallo und starteten von Null auf Hundert durch. Kaum zu glauben, dass die Jungs schon seit über 20 Jahren im Geschäft sind und immer noch so viel Spielfreude in sich tragen. Eigentlich schien es nicht so, als würde eine Band vor einem Publikum spielen, vielmehr schien es so, als seien MILLENCOLIN Teil der Menge und so als würden alle gemeinschaftlich eine tolle Party feiern. Beeindruckend war auch, dass nicht zwischen alten und neuen Tracks unterschieden wurde. Seien es nun Songs vom jüngsten Album „True Brew“ oder Klassiker wie ‚Fox‘ und ‚Cash Or Clash‘, die zum Besten gegeben wurden, jeder Song zündete, weswegen vor der Bühne niemals stillgestanden wurde. MILLENCOLIN haben in der Faust wirklich bewiesen, dass sie NICHT zum alten Eisen gehören, das ausrangiert gehört! Vielmehr verkörpern sie noch immer all das, was Skate/Punkrock ausmacht. Einziger Wermutstropfen dieses Abends war, dass der Klang nicht überall gleich gut war. Aber Leute, ich kann nur immer wieder eins sagen: Ist der Klang schlecht, steht ihr einfach falsch! Nachdem wir an der Seite kaum etwas vom Nikola Sarcevics so typischen und wichtigen MILLENCOLIN-Gesag mitbekamen, kämpften wir uns in die Mitte durch, wo der Sound rundum perfekt und wir glücklich waren. Nach 75 Minuten war der Spuk leider viel zu schnell vorbei. Die Band war genauso schnell verschwunden wie sie gekommen waren. Das Konzert war definitiv viel zu schnell vorbei! Was jedoch blieb war das wohlige Gefühl einen wundervollen Abend mit einer Band gefeiert zu haben, die einen schon so viele Jahre lang begleitet.

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