Babymetal – Babymetal

CD Reviews, Babymetal – Babymetal

Endlich ist es soweit, die greisen Testosteronschleudern der Villa Germania haben offenbar mit Hilfe eines gewissen Dr. Stein etwas in den geheimen Laboren tief unter den Bierkellern ihrer Lustburg experimentiert. Herausgekommen sind wahrlich „funny creatures“, die sich nun tatsächlich anschicken „great rock musicians“ zu werden. Da jedoch übergroße Kürbisköpfe nicht mehr so recht ins 21. Jahrhundert passen wollen, wurde das Trio BABYMETAL stattdessen aus der DANN dreier Lolitaschlüpper geklont, die „Schalke-Heinz“ vor der Villa Germania aus einem umfunktionierten Kaugummiautomaten gezogen hat.

Wie schrieb der Kollege Jeff Treppel vom amerikanischen Metalsucks.net anlässlich eines BABYMETAL Konzertes in den US of A: „There is True Metal, there is False Metal and there is Babymetal!“. Richtig hätte es natürlich in diesem Zusammenhang heißen müssen „and there is No Metal!“, doch offenbar hatte der Kollege den eigenen Magazinnamen allzu wörtlich genommen und dem Kindertrio aus dem Land der aufgehenden Sonne mal eben attestiert auch nur im Entferntesten etwas mit Heavy Metal zu tun zu haben. Gut fand er die Show angeblich auch noch. Seit Jahren versuche ich meinem liebenswerten Radiokollegen Sidekick Krazy K zu erklären, dass eine verzerrte Gitarre noch lange keine Metal Band macht. Und so verhält es sich auch im Falle der genmanipulierten Retortenkapelle aus Fernost. Doch was hat es mit BABYMETAL überhaupt auf sich?

Ziehvater Kobametal kam nach einem langen Arbeitstag in der Gitarrenseitenfabrik nach Hause. Seine Finger waren vom stundenlangen umwickeln der Stahlkerne ganz aufgeribbelt und er freute sich auf nichts mehr als einen knusprigen, doppeltfrittierten Breuler auf der heimischen Couch. Schon der Name der neuesten Kreation von Hähnchengrillbetreiber Chickenmetal hätte den gutgläubigen Kobametal stutzig machen sollen: Breuler á la Salmonella. Von schweren Bauchkrämpfen und tsunamiartigen Flatulenzen geplagt verbrachte Kobametal eine schlaflose Nacht am Rande seiner gebrauchten Villeroy & Boch Keramik. Als die heiligen Schwestern Komametal und Durchfallmetal ihn schließlich ins Reich der Träume entführten, erschienen ihm drei zapplige Teenagerinnen in Barockkleidern im Traum. Er taufte sie Su-Metal, Yuimetal und Moametal. Schließlich holte ihn der beißende Geruch des Klosteins wieder in die Realität zurück. Doch Kobametal war sich seiner Mission nun sicher. Er wusste nun weshalb ihn Gottmetal auf diese Welt geschickt hatte. Und vor seinem Auge wurden in den verkrusteten Bremsspuren in seiner Toilettenschüssel die Konturen eines Namens immer deutlicher: BABYMETAL.

Auf den Straßen Japans war es ein Leichtes einer alleinerziehenden Mutter von 32lingen zwei 11 und eine 13jährige Tochter für eine Packung Uncle Ben’s Reis abzukaufen. Nach Vorlagen von der Fotoseite des letztjährigen Mera Luna Festivals schneiderte der tapfere Kobametal flugs die passenden Kostüme für sein Dreigestirn der metallischen guten Laune. Nachdem Kobametal mit Hilfe seines 10jährigen Neffen Hackermetal die NSA Abhörprotokolle von 10000 Babyphones aus dem Erzgebirge auf seinen Computer downgeloaded hatte, flossen ihm Songtitel wie „Doki Doki Morning“ und „Ijime, Dame, Zettai“ nur so aus der Feder. Ein leicht lädierter AIWA Walkman mit Aufnahmefunktion und ein Tamagotchi mussten ausreichen, um die ersten Songs aufzunehmen. Da bei den Aufnahmen zufällig im Nebenraum der Sohn des Hausmeisters gerade Guitar Hero gespielt hatte, hielten die A&Rs bei earMusic die Songs fälschlicherweise für Metalmusik – ein Eindruck, der allerdings auch dadurch verstärkt wurde, dass vor dem Bürofenster gerade ein Fleischergeselle auf seiner Zündapp vorbei kneterte und auf seinem Handy laut Songs des deutschen Oldschool Metalduos MODERN TALKING hörte.

Lange Rede, kurzer Sinn: BABYMETAL fragten ihre Eltern ob diese für sie einen Plattenvertrag unterschreiben würde und schon war eines „der eindrucksvollsten Musikphänomene weltweit“ geboren. Im Bandinfo der Plattenfirma ist man sich dann auch nicht zu schade, im Zusammenhang mit dem Debüt des fernöstlichen Kindertrios Begriffe wie „Heavy-Metal-Band“ oder „Power-Metal-Raserei“ zu benutzen. Angeblich sei das Ergebnis dieser Musikverarsche „eine schillernde, berauschende Explosion aus modernem Metal und unwiderstehlich ansteckenden Kawaii-Popmelodien“. Ganz ehrlich – wie besoffenen war der Praktikant denn beim Verfassen dieser Zeilen? Der Postillion hätte es jedenfalls nicht besser hinbekommen! Und sensationeller als die Explosion eines fetten Eiterpickels eines deutschen Teenagers ist die Musik der japanischen Teeniecombo auch nicht.

Erschreckend und beschämend zugleich ist die Tatsache, dass die DRAGONFORCE Gitarristen Hermann Li und Sam Totman bei diesem lächerlichen Projekt mitgewirkt haben. Dass Kirk Hammett und Slash die Babymetallerinnen als die aufregendste Band der letzten Zeit bezeichneten, verwundert mich nicht besonders, sind die Lebensgeister in ihrer Lendengegend doch bereits vor längerer Zeit versiegt.

Egal ob „Head Bangeeeeerrrr!!!!!“ oder „Road of Resistance“ oder „Uki Uki Midnight“, BABYMETAL klingen nicht anders als eine Mischung aus SAILORMOON, den SPICE GIRLS und den VENGABOYS, deren Songs mit „Musik“ von METALLICAs „St. Anger“ hinterlegt wurde. Mit Heavy Metal hat die Retortentruppe so viel zu tun wie RTL2 mit Bildungsfernsehen. Weitere Worte über die musikalische Qualität zu verlieren verbietet sich. Wenn man in einen Hundehaufen tritt, versucht man ja auch nicht noch zu bestimmen welche Rasse da einen abgeseilt hat. Die „Band“ als „Retter des Metals“ zu bezeichnen reicht eigentlich schon aus, um von den Metalgods beim Verrichten des alltäglichen Geschäfts mit einem Blitz ins Jenseits befördert zu werden, aber wenn die Plattenfirma auf ihrer Website auch noch ein Werbebanner für den unvergessenen Jon Lord über dem Infotext für BABYMETAL platziert, muss man das ja schon fast als Gotteslästerung verstehen. Irgendwo hört der Spaß doch nun wirklich auf.

Ob es Zufall ist, dass Su-Metal, Monimetal und Schissmichtotmetal bereits für das Bandfoto eingesargt wurden weiß ich nicht. Zu hoffen bleibt jedoch, dass dieser Affront gegen jeden ehrlichen Musikfan (egal welcher Stilrichtung) in absehbarer Zeit wieder in der Versenkung verschwindet. Ich kann nur hoffen, dass die Menschen dort draußen noch nicht so degeneriert sind, dass sie für dieses musikalische Teletubby-Tamagotchi-Klon nicht auch nur einen Pfennig ausgeben.

Fazit: Wir wissen wie die Experimente von Dr. Stein endeten. Seine Kreaturen töten erst ihn und zogen dann hinaus in die Welt, um die Menschheit zu unterdrücken. BABYMETAL schicken sich an in die Fußstapfen des irren Kürbiskopfprofessors zu steigen, sind dabei jedoch mindestens so überflüssig wie eine stark eiternde Wunde im Genitalbereich. Freunde musikalischer Entgleisungen wie EMMURE & Co, die gleichzeitig noch unter unbehandelter Pädophilie leiden, dürften an BABYMETAL Gefallen finden und bekommen mit der Bonus-DVD ja auch gleich noch das passende Bildmaterial geliefert. Jeder echte Musikfan wird um BABYMETAL einen großen Bogen machen und seine hart verdienten Flocken lieber echten Musikern geben, als sie dieser offensichtlichen Gelddruckmaschine aus Fernost hinterher zu werfen. Dass die Band ernsthaft bei den großen Festivals wie “Rock im Revier“ oder „RockAvaria“ auftritt, ist ein Schlag in die Fresse für jede ernsthafte Rock und Metalband, die seit Jahren – und meist vergeblich – hart für eine solche Chance arbeitet. BABYMETAL sind traurige Realsatire am Rande zur Geschmacklosigkeit. Heavy Metal or no Metal at all - Death to BABYMETAL!

 

P.S. Leider gibt unser System kein "Null Punkte" Bild vor, so dass ich einen Totenkopf vergeben musste. Den könnt ihr euch jedoch bitte wegdenken!

Line Up

Nakamoto Suzuka aka SU-METAL
(Leadvoice)
Mizuno Yui aka YUIMETAL
(Tanz / Geschrei)
Kikuchi Moa aka MOAMETAL
(Tanz/Geschrei)

Tracklist

01. BABYMETAL DEATH
02. Megitsune
03. Give Me Choco!
04. Iine!
05. Kougetsu -Akatsuki-
06.
DoKiDoKiMorning
07. Onedari Daisakusen
08. 4 no Uta
09. UKiUKiMidnight
10. Catch me if you can
11. Akumu no Rinbukyoku
12. Headbanger!!
13. Ijime, Dame, Zettai

Bonus

14. Road to Resistance (feat. Herman Li & Sam Totman)

15. Gimme Chocolate!! (Live at O2 Academy Brixton, London)

 

DVD:
Video Clip (Audio Commentary Track)
DoKiDoKiMorning
Iine!
Headbanger!!
Ijime, Dame, Zettai
Megitsune

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