Behemoth - The Satanist

CD Reviews, Behemoth - The Satanist

  • Behemoth - The Satanist
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  • Erstellt am: Dienstag, 04 Februar 2014
  • Label: Nuclear Blast
  • V.Ö.: 07 Februar 2014
  • Bewertung: Behemoth - The Satanist
  • Spielzeit: 44Min

Das Warten hat ein Ende, und in der 6. Kalenderwoche des Jahres 2014 wird "The Satanist" von BEHEMOTH auf die Welt losgelassen. Nahezu 5 Jahre nach dem grandiosen "Evangelion" erblickt das 10te album der polnischen Detah/Black Metaler das Licht der Welt.

 

Die Messlatte liegt verdammt hoch, konnte "Evangelion" doch in ziemlichen allen Punkten überzeugen und fegte brachial über den geneigten Hörer hinweg. Ferner stand 2010 mit Nergals gesundheitlich schlechtem Zustand alles auf der Kippe. Doch der Frontmann biss sich durch, strotzt nach Genesung umso mehr voller Energie. Mit zahlreichen Live Auftritten beendet er die Tour zum Album "Evangelion" bevor es an die Arbeit zu "The Satanist" geht.

Doch wer jetzt eine Kopie oder eine Fortsetzung von "Evangelion" erwartet, wird wohl enttäuscht werden. Das aktuelle Album zeigt ein für sich eigenständiges Antlitz. Mit "Blow your trumpets, Gabriel" veröffentlichte Behemoth schon früh einen Vorgeschmack auf das, was da heranwuchs. Das neue Album besticht nicht simpel durch eine brachiale Walze die alles niedermacht, was ihr in den Weg kommt. Viel mehr ist das Album geprägt von einer dunklen Grund-Atmosphäre und vielen verschiedenen Stilistiken die gekonnt ineinander verwoben werden. Komplex, brutal, doomig, groovig aber immer souverän, so lässt sich wohl am besten der Klangteppich beschreiben, der einem hier geboten wird.

 "Blow your trumpets …" zeichnet sich eher durch ein tragendes Gewand aus, und bietet einen idealen Einstieg für den geneigten Hörer. Zum Ende erhöht der Midtempo durchzogene Track die Schlagzahl um abrupt abzureißen.  "Furor Divinus" poltert gnadenlos in die entstandene Pause und fegt, einem Gewitter gleich daher, erinnert dabei an die ersten Werke der Polen (mit einer deutlich besseren Produktion versteht sich). Behemoth markieren damit zweifelsohne dass sie stärker und größer als je zuvor zurück sind und die hoch gesteckte Messlatte locker um ein weiteres Stück nach oben wuchten können.  "Messe Noir" folgt und lässt vergeblich auf ein ruhigen Moment hoffen. Brachialer Blast wird mit groovigem Midtempo kombiniert, und so durchzieht diesen Track seine ganz eigene Charakteristik. "Ora Pro Nobis Lucifer" ist der profane Titel von Track Nummer 4. Eindeutig mein Favorit auf dem Album und mit Sicherheit einer der Tracks, die auf die Bühne gehören, und live dargeboten werden müssen. Eine brachiale Walze gespickt mit groovigen Elementen, von der man sich nur allzugern überrollen lässt. Hier zeigt sich die Kraft und Energie, die in das Album gesteckt wurden. Die Titel brauchen Zeit sich zu entfalten, sind komplex und alles andere als leichte Kost. "Amen" ist ein weiteres Zeugnis dessen und bricht im Blast Tempo die 3:49MInuten nur so runter, als ob es kein Morgen gäbe.
Mit "The Satanist" folgt der Titeltrack der Scheibe und besticht durch den Aufbau einer ganz eigenen Charakteristik und dunklen, sehr verdichteten Atmosphäre. Wieder anders, wieder eigen überraschen hier Behemoth und liefern einen verdammt groovigen Track ab. Es muss eben nicht immer die Keule ausgepackt werden.
"Ben Sahar" driftet dagegen wieder eher in die Death Metal Schiene ab und zeigt die eher raue Seite des Albums. Fortgeführt in alter Black Metal Manier von "In The Absence Ov Light", durchzogen von einem Sprechgesang.
" O Father O Satan O Sun!" bildet den Abschluss, ein Midtempo Track, der die Spannung weiter oben hält und erst zum Ende hin den Hörer langsam entlässt.

The Satanist - ein komplexes Machwerk, dass eindeutig die Handschrift von Nergal und Co trägt und zeigt, dass eine Menge Herzblut und Engagement in die Entstehung geflossen sind.
Nergal selber sagt, dass das Album das Abbild von Behemoth darstellt: Perfektion wie Unvollkommenheit. Ehrlich und direkt. Insgesamt vereinen die Polen hier die Erfahrung aus 23 Jahren Bandgeschichte, liefern ein extrem komplexes und vielschichtiges Werk ab. Dies verlangt vom Hörer, dass man sich näher damit beschäftigt. Nicht so leichtgängig wie die Vorgänger. Es braucht ein paar Durchläufe. Aber wenn man sich erst einmal reingehört und 'eingegroovt' hat, erwartet den Hörer ein facettenreiches und vielschichtiges Werk. Nicht nur für eingefleischte Behemoth Fans geeignet.

Line Up

Gitarre, Gesang - Nergal
Gitarre - Seth
Bass - Orion
Schlagzeug - Inferno

Tracklist

Blow Your Trumpets Gabriel

Furor Divinus

Messe Noire

Ora Pro Nobis Lucifer

Amen

The Satanist

Ben Sahar

In The Absence Ov Light

O Father O Satan O Sun!

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