Demonbreed - Hunting Heretics

CD Reviews, Demonbreed - Hunting Heretics

Potzblitz. Da wäre uns doch beinahe wegen der glühweingeschwängerten Weihnachtsmarktsausen das sehr überzeugende neue Mini-Opus von DEMONBREED durch die Lappen gegangen.

Die bundesrepublikanischen Todesmetaller nehmen sich in den fünf Tracks der Zeit der Inquisition an, in der die ein oder andere Frau unter grausamer Folter ihr Hexendasein gestand und dann auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Legende war auch die „Wasserprobe“, bei der die Delinquentin mit Steinen beschwert in einen See oder Fluss geschmissen wurde. Konnte sie sich retten, war sie eine Hexe. Wenn nicht, war sie keine und bekam ein christliches Begräbnis. Gleiches galt natürlich auch für Männer.

Nun ja, musikalisch haben DEMONBREED nichts von ihrem Können eingebüßt. Denn auch auf ihrem Nachfolger des Debütalbums „Where Gods Come To Die“ ziehen die vier Mannen alle death-metallischen Register. Der Opener 'Fear The Verdict' lässt die Abrissbirne gleich ordentlich kreisen und besticht durch seine tiefe Intensität und riffige Brachialität. In 'Deadly Superstition' wird dagegen mehr Augenmerk auf niederwalzendes Tempo und düstere Martialität gelegt. Im Spannungsfeld dieser beiden Pole entwickelt der Song seine besondere Durchschlagskraft, auch aufgrund der bluesigen Gitarrensoli. Natürlich passend zum Titel, denn der vorgeworfene Aberglaube war tatsächlich tödlich.

Das Bekenntnis im Feuer ('Confession In Fire') kann dann im Umfeld der gewaltigen Brutalität durch seine melodische Infernalität punkten. Hammer! 'Suprema' überzeugt durch seine mitreißende Dynamik und Energie, die immer wieder durch leichte Entschleunigungsphasen unterbrochen werden. Der Rausschmeißer 'Hunting Heretics' schließlich versammelt die beschriebenen musikalischen Essentials noch einmal gekonnt in einem Song. Weltklasse!

Fazit: Nachdem man über zwei Jahre nach dem Debütalbum „Where Gods Come To Die“ auf neues Material warten musste, macht das Mini-Opus „Hunting Heretics“ ordentlich Appetit auf ein neues Langeisen der vier Todesmetaller. Denn die EP überzeugt durch einen Death Metal, der im Gewand der alten Schule daherkommt, aber durch düstere Infernalität, riffige Dynamik und melodische Brutalität eine ungemeine Tiefe und Intensität entwickelt. Und als Zugabe bekommt man textlich auch noch einen geschichtlich-religiösen Schnellkurs zum Thema Inquisition. Prädikat: Sehr hörens- und kaufenswert!

Line Up

Jost Kleinert - Vokills
Daniel Jakobi - Guitars
Ferli Thielmann - Guitars/Vocals/Drums (Studio)
Johannes Pitz - Bass

Tracklist

1. Fear The Verdict
2. Deadly Superstition
3. Confessions In Fire
4. Suprema
5. Hunting Heretics