Feeder - All Bright Electric

CD Reviews, Feeder - All Bright Electric

Vier Jahre nach ihrem letzten Longplayer "Generation Freakshow" melden sich die Waliser Alternative Rocker mit "All Bright Electric" zurück, eine Scheibe, die eindrucksvoll verdeutlicht, warum das Genre bis heute nichts von seinem Reiz verloren hat.

Auch wenn der Kollege Zwingelberg sofort nach den ersten Tönen das Klischee von der Musik für bebrillte Parkerträger und Ausdruckstänzer aus der Mottenkiste herausholen wird, bleibt festzuhalten, dass FEEDER, die seit 1992 die Szene aufmischen, nichts von ihrer Wirkungsmacht, Frische und Genialität eingebüßt haben. Denn "All Bright Electric" ist ein Gesamtkunstwerk, das in seiner Zusammenstellung als Einheit funktioniert und das man ohne Bedenken ungehört kaufen kann.

Natürlich bekommt der Hörer den typischen FEEDER-Sound geboten, der wie gewohnt nachdenklich und melancholisch daherkommt, aber anders als bei anderen Szenegrößen wie den EDITORS oder THE NATIONAL weniger wehmütig und düster ist, sondern immer auch einen starken Hauch von kraftvoller Hymnik und melodischen Optimismus beinhaltet.

Bestes Beispiel dafür ist das mitreißend hymnische 'Paperweight', das in gekonnter Manier rhythmische Kraft mit einer ungeahnten schwebenden Leichtigkeit verbindet. Wem es da noch auf den Stühlen hält oder wer dann immer noch schlechte Laune hat, der braucht unbedingt etwas von rationpharm! Ruhiger, atmosphärischer, nachdenklicher, dadurch zugleich aber auch intensiver und tiefgründiger ist 'Infrared-Ultraviolet', ein Song, der aufgrund seines vielfältigen Gitarrensounds eine unnachahmliche Gänsehaut-Atmosphäre schafft. Weltklasse!

Reduktion, akustische Gitarren, festliche Orgel- und Geigenklänge sorgen in 'Oh Mary' für eine balladeske, schmachtende Feuerzeugstimmung. (Ähnliches gilt später auch für 'Angels And Lullaby's.) Doch die Ruhe währt nur kurz, denn in 'The Impossible' werden die Stromgitarren wieder herausgeholt, natürlich eingebettet in die für das Alternative-Genre typische spannungsaufbauende Melancholie. Hammer! Leidenschaftliches Pathos inklusive aufrüttelnder Disharmonien unterstreichen in 'Divide The Minority' auch den textlichen Anspruch der Waliser. Hitverdächtige Hymnik in unterschiedlichster Ausprägung und Einbettung unterstreichen sowohl in 'Hunderd Liars' als auch in 'Eskimo' die Charakterisierung des Albums als Meisterwerk.

Fazit: Den Walisern von FEEDER gelingt es auf "All Bright Electric" in wirklich eindrucksvoller Art und Weise, ein Gesamtkunstwerk vorzulegen, das vom ersten bis zum letzten Song ohne Einschränkungen und Verluste mit Genuss durchgehört werden kann: unübertroffener authentischer Alternative Rock, der durch seine tiefgründige Nachdenklichkeit im Verein mit seiner kraftvollen Dynamik und mit seiner hymnischen Melodik mehr als zu überzeugen vermag!

Line Up

Grant Nicholas
Taka Hirose

Tracklist

01. Universe Of Life
02. Eskimo
03. Geezer
04. Paperweight
05. Intrared-Ultraviolet
06. Oh Mary
07. The Impossible
08. Divide The Minority
09. Angels And Lullaby's
10. Hundred Liars
11. Another Day On Earth

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