Fragile Existence - Cataclysms and Beginnings

CD Reviews, Fragile Existence - Cataclysms and Beginnings

Während der Wahnsinn immer mehr um sich greift und zunehmend auch Methode hat, man betrachte nur das inflationäre Ausbreiten von symphonischen, musicalmäßigen, ambienartigen oder spacigen Einflüssen im Metal mit future- und kunst-poppigen Elementen als Krone der Neuschöpfung in Gestalt von BABY METAL, ist zumindest der Death-Metal-Gott eine verlässliche Größe in diesen undurchsichtigen Zeiten, versorgt er uns doch, gerade auch in diesem Mai, mit einer Fülle von guten und großartigen Todesmetal-Scheiben.

Seit Freitag ist nun das phänomenale zweite Album der kanadischen Todeskapelle FRAGILE EXISTENCE in den Läden, die mit ihrem Sound so ziemlich alles niederwalzen ('Clandestine Laboratories Of Unbridled Malevolence'), was sich ihnen in den Weg stellt, ohne monotones Geschrote zu verfallen. Im Gegenteil. Die Brutalität, die sich hier Bahn bricht, zeugt von einer ungeahnten musikalischen Komplexität, Reife und Intensität, die der düsteren, atmosphärischen Melodik viel Platz einräumt, aber immer vor dem Hintergrund kraftvoller, riffiger Härte, so dass die Energie und der Drive an keiner Stelle verloren gehen ('The Pathogenic Nightmare'). Mitunter bleibt auch Raum für experimentelle Partien, die allerdings zum Glück nur sparsam eingesetzt werden ('Upon Serpents They Prey'). Weniger ist bekanntlich eben mehr!

Soundmäßig brillieren die Kanadier durch hammermäßige, dynamische, bisweilen thrashige Riffs, die im Verein mit den mitunter höllisch-hämmernden Drums den Sound nach vorne Treiben ('Accomodating Demise'), wobei immer wieder auch groovige Passagen für angenehme, unter die Haut gehende Entschleunigung sorgen ('A Malignant Design'). Ein weiteres Charakteristikum sind die wandlungsfähigen Vocals, die tief und infernal gegrowlt daherkommen können ('Cataclysms And Beginnings'), aber in den besonders leidenschaftlichen Momenten auch zum HAIL-OF-BULLETS-mäßigen Überschagen neigen, schwarzmetallische Anspielungen inklusive ('Limitless Genocide'). Weltklasse. Herausragend sind zudem die Leadgitarren-Lines, die den Songs die einzigartige intensive Düsternis und Tiefe verleihen, die sich manchmal auch in genialen, gothic-metal-mäßigen Soli a la Greg Mackintosh (PARADISE LOST) entladen. Für Abwechslung sorgen zudem stimmungsvolle Intros oder sogar wütend grimmiger Klargesang mit wehmütiger Grunge-Attitude ('Four Walls Of Emptiness').

Kurz: Die Kanadier legen mit "Cataclysms And Beginnings" ein sehr gelungenes Death-Metal-Album der härteren Machart vor, deren brettrige, geschrottete Brutalität und treibende Dynamik aber immer wieder durch groovige Entschleunigungen und düstere, melodische Atmosphärik geerdet werden.

Line Up

Dan Glover (Vocals, Guitars)
Eric Machacek (Guitars, Backing Vocals)
Matt Hems (Bass)
Morten Siersbæk (Drums)

Tracklist

1. A Malignant Design
2. Cataclysms And Beginnings
3. Limitless Genocide
4. Four Walls Of Emptiness
5. Accommodating Demise
6. Clandestine Laboratories Of Unbridled Malevolence
7. Exiled To Desolation
8. The Pathogenic Nightmare
9. Upon Serpents They Prey
10. The Skin Casket
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