Gespenster-Krimi – Teufelstochter (2)

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Traue niemals einer hübschen jungen Dame – und scheint sie noch so nett. Es kann lebensgefährlich werden, zumindest wenn die junge Dame Anna Kronsberg heißt.

 

In der zweiten Folge der neu zum Leben erwachten Gespenster-Krimi Serie hat Markus Topf (u.a. Autor für MORD IN SERIE oder TEAM UNDERCOVER) Katrin Heß eine Rolle auf den Leib geschneidert, die diese auch hervorragend ausfüllt.

Schuld an der ganzen Misere ist eigentlich Annas Vater, der Bürgermeister Johannes Kronberg. Dieser ist wie besessen von der Idee, die Zigeuner seiner Stadt zu vertreiben. Als seine Mitarbeiter schließlich das Zigeunerlager auflösen und eine gefesselte Frau aus ihren Händen befreien, befreien sie ungewollt auch das Böse. Im Krankenhaus wird die hübsche Krankenschwester Anna von der verwahrlost wirkenden Frau gebissen. Was zunächst nach harmloser Wunde klingt, entpuppt sich später als regelrechte Wiedergeburt des Bösen. Im Auftrag des Teufels sorgt ein Dämon für Nachschub im Höllenfeuer. Die Zigeuner hatten den Dämon lange Jahre im Körper eines ihrer Familienmitglieder gefangen gehalten, doch durch den Biss ist der Dämon in Annas Körper übergegangen. Und damit ist der unstillbare Hunger nach menschlichen Sündern geweckt worden. Das erste Opfer wird ein junger Polizist, der sich nach einem Diskoaufenthalt auf ein unverbindliches Schäferstündchen mit der attraktiven Anna einlassen will und damit nicht nur sein bestes Stück, sondern schließlich auch sein Leben einbüßen muss. In der Folge zieht sich eine Blutspur durch die Stadt und spätestens als das gesamte Polizeipräsidium in Flammen aufgeht, scheint es so, als könne nichts und niemand den Dämon stoppen. Nur menschliche Zuneigung, christliche Riten und die übernatürlichen Fähigkeiten der Zigeuner scheinen dem Dämon Einhalt gebieten zu können. Doch so einfach wie es klingt, scheint der Kampf gegen den Dämon nicht zu sein und am Ende steht die Existenz der Menschheit auf dem Spiel.

Markus Topf hat bis zum Ende gute Kniffe und Turns in den Plot eingebaut, so dass auch das vermeidlich sichere Ende des Dämons eins ums andere Mal fehlschlägt. Die besessene Anna Kronberg wird von Katrin Heß ganz hervorragend umgesetzt. Etwas zu viel scheint mir die totale Zerstörung des Polizeipräsidiums, doch letztlich ist dies nur ein Detail einer ansonsten spannenden Horrorgeschichte. Vor allem der Showdown vor der Kirche ist gelungen und lebt von aktionsreicher Dramatik. Wiederum passt die Altersempfehlung von 16 Jahren, denn die blutrünstige Geschichte ist sicherlich nichts für zartbesaitete Hörspielfreunde. Wer allerdings von der MORD IN SERIE Serie begeistert ist, der dürfte auch diese Horrorgeschichte aus Markus Topfs Feder lieben.

Die „Teufelstochter“ ist bestens besetzt und ein zum Großteil überzeugender Plot wurde mal wieder hervorragend umgesetzt. Und unabhängig davon, ob man nun ein Freund des Horror-Genres ist oder nicht, die etablierten Hörspielmacher sollten sich angesichts des Tatendrangs und der Kreativität der jungen Labels warm anziehen.

Line Up

Erzähler - Rainer Schmitt
Anna Kronberg - Katrin Heß
Johannes Kronberg - Lutz Mackensy
Dr. Tim Peters - Jens Wendland
Erich Fricke - Douglas Welbat
Kommissar Erler - Jürgen Thormann
Elvira - Dagmar Bittner
Vadim - Asad Schwarz
Nellie - Yvonne Greitzke
Sylvia Kronberg - Sylvie Nogler
Einsatzleiter Laux - Andreas Conrad
Dr. Galanis - Volker Brandt
Oberschwester - Daniela Hoffmann
Axinja Szábo - Ulrike Hübschmann
Junger Polizist - Tino Kießling
Discobesucher - Andi Krösing
Polizisten - Traudel Sperber, Tobias Kluckert, Christoph Walter
Nachrichtensprecher - Tim Knauer