Grave - Out Of Respect For The Dead

CD Reviews, Grave - Out Of Respect For The Dead

So wie die alten Schlachtrösser der Twilight-Redaktion im Hinblick auf GRAVE immer auf das Epochenjahr 1991 verweisen, in dem sich eine Death-Metal-Invasion ungekannten Ausmaßes über Europa und die ganze Welt ergoss, und zwar mit Akteuren wie ENTOMBED, UNLEASHED, DISMEMBER, EDGE OF SANITY und eben auch GRAVE mit dem bahnbrechenden Debüt „Into The Grave“, ...

... so wird von mir gerne Bezug auf die Definition von gutem Death Metal in dem Twilight-Interview mit Anders Nyström (BLOODBATH) genommen. Selbiger sollte nämlich düster und extrem sein, den Hörer unentrinnbar in seinen Bann ziehen, niemals zu künstlich und glatt geschliffen sein sowie sich textlich auf keinen Fall von den essenziellen Themen entfernen.

Und das ist genau das, was das neue Opus von GRAVE zutrifft. Denn Künstlichkeit und Glattschliff sucht man im 2015er Sound vergebens. Stattdessen dominiert einerseits raue Rotzigkeit, die ihre verschiedensten Ausprägungen in den unterschiedlichsten Tempi zelebriert. Zum anderen fehlt auch die düstere höllische Infernalität in keinem Song. Und so brillieren 'Mass Grave Mass' und 'Flesh Before My Eyes' durch ihre diabolische Dynamik im Verein mit melodischer Morbidität und gekonnter Vielseitigkeit, die sich im Besonderen durch mitreißende, hypnotische, mitunter groovige Düsterpartien manifestiert, kreischende Gitarren und kakophones Getöse inklusive. Hammer!

Eine nahezu hymnische Atmosphäre im Widerstreit zu grooviger Heavyness triff man in 'Plain Pine Box', überzeugendere Riffs hört man selten. Programmatisch ist vor diesem Hintergrund natürlich der Titeltrack 'Out Of Respect For The Dead' mit seinem Hang zum dramatischen Auf und Ab, wohingegen 'The Ominous 'They'' ein energetisches Riffmonster mit intensivem Finale ist.

Bei 'Redeemed Through Hate' wird dann phasenweise in Puncto Brutalität eine Schippe draufgelegt. Gleiches gilt für 'Deified', bei dem die Härte aber auch wieder düster-melodisch geerdet wird, sowie für 'Tail Of The Ungodly Trades' mit seinem versöhnlichen Ende. Natürlich darf auf dem Longplayer der obligatorische, doomig-angehauchte Rausschmeißer nicht fehlen ('Gotesque Glory'), der zum Schluss aber noch einmal richtig Ernst macht. Death Metal ist eben kein Zuckerschlecken.

Kurz: So wie sich jeder Kenner der Szene an das epochale Jahr 1991 erinnert, so wird sich auch 2015 in das kollektive Metalgedächtnis mit phänomenalen Alben der Metal-Veteranen und Metal-Legenden einbrennen. GRAVE haben mit „Out Of Respect For The Dead“ ihren todesmetallischen Beitrag dazu eindrucksvoll geleistet!

Line Up

Ola Lindgren - Vocals, Guitar
Tobias Cristiansson - Bass
Ronnie Bergerståhl - Drums
Mika Lagrén - Guitar

Tracklist

01. Intro / Mass Grave Mass
02. Flesh Before My Eyes
03. Plain Pine Box
04. Out Of Respect For The Dead
05. The Ominous "They"
06. Redeemed Through Hate
07. Deified
08. Trail Of Ungodly Trades
09. Grotesque Glory

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Grave

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