Judas Priest - Nostradamus

CD Reviews, Judas Priest - Nostradamus

  • Judas Priest - Nostradamus
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  • Erstellt am: Freitag, 04 Juli 2008
  • Label: Columbia/SonyBmg
  • V.Ö.: 04 Juli 2008
  • Bewertung: Judas Priest - Nostradamus
  • Redakteur: Thorsten Zwingelberg

Die Kollegen von „metal.de“ hängen schon mal pro forma die „The Priest is Back“ Flagge aus dem Redaktionsfenster, während bei uns noch das düster anmutende „Dawn Of Creation“ aus den Boxen wabert.


„Angel of Retribution“ war (in der Retrospektive) bekanntlich ein Album, welches keiner weiteren Erwähnugn bedarf – konnte man hören, aber ob es die Scheibe gibt oder in China fällt ein Sack Reis um, interessiert wirklich niemanden. Ein zweites „Painkiller“ stellte es jedenfalls nicht dar. Diese Erwartung durfte sicherlich auch nicht an das nun vorliegende Konzeptalbum zum Thema „Nostradamus“ geknüpft werden.
Während die Scheibe nun Runde um Runde in meinem Player läuft, stellt sich mir bei der ein oder anderen Passage die Frage nach Original und Kopie. „Nostradamus“ ist, nicht zuletzt wegen der vielen Intros und Keyboardteppiche, doch wesentlich rockiger, düsterer und epischer ausgefallen als man es von Priest kennt und es sich viele Fans erhofft hatten. Insofern hinkt auch der Vergleich zu eher rockigen Alben wie „Turbo“. Dieses war ein Hardrock Album, „Nostradamus“ geht eher in die Richtung episch-symphonischer Metal. So erinnert die erste CD der Doppelpackung (insg. etwa 103 Minuten Spielzeit) schließlich doch stellenweise eher an Iced Earths „Glorious Burden“ als an die Priester – man höre nur mal „Conquest“ und dann „Gettysburg“ von Iced Earth mit Ripper Owens. Dennoch ist dieser Song für meine Begriffe der einzig wirklich eingängige Song der gesamten Doppel-CD. Na gut, man könnte die etwas kalkuliert klingenden Ballade „Alone“ auch noch als eingängig bezeichen (allerdings hätte man sie eher auf einem Grave Digger Album vermutet). Etwas wenig für 103 Minuten Priest.
Muss man die Zukunft von Priest deshalb so düster sehen wie die Kollegen von „Home of Rock“, die das Ende der Lederrecken um Sirenenersatz Halford nahen sehen? Ich denke nicht. „Nostradamus“ ist sicherlich abermals kein wirklich überragendes Priest Album (dann schon eher ein ganz hörenswertes Iced Earth Scheibchen), allerdings erfüllt es seinen Zweck, wenn man ein bisschen bombastischen Metal als Hintergrundmucke benötigt, weil man gerade mal das Badezimmer wischen muss. In der Reihe der Neuzeit Priest Alben reiht sich der neue Silberling in der Mittelposition zwischen „Painkiller“ und „Angel“ ein.

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