Kreator - Phantom Antichrist

CD Reviews, Kreator - Phantom Antichrist

Ein Phantom geht um in der Thrash Metal Szene – mit brachialer Härte und einfühlsamer Melodik vergolden die Ruhrpott-Thrasher den Sockel des Thrash Metal Thrones den sie vor 11 Jahren mit „Violent Revolution“ wieder an sich gerissen haben.


Wer die Geschichte der Band einige Zeit verfolgt, wird feststellen, dass Mille seine musikalischen Konzepte zu jeder Zeit mit voller Überzeugung vertreten hat – dies schloss auch nicht aus, dass sich Geschmack und Einstellung des Bandleaders von einem zum anderen Album um 180° drehten. Nach den musikalischen Eskapaden auf „Renewal“, „Outcast“ und „Endorama“ hatten viele Fans längst den Glauben an das ehemalige deutsche Thrash Flagschiff verloren. Doch 2001 kehrten Mille, Ventor & Co mit einem echten Befreiungsschlag auf die Bildfläche zurück. Zauderer und Zweifler wurden mit Alben wie „Enemy of God“ und „Hordes of Chaos“ zum Schweigen gebracht. Doch Kreator wäre nicht Kreator, wenn sie sich nun in alle Ewigkeit selber kopieren würden. „Phantom Antichrist“ greift die brachiale Kraft der Vorgängeralben auf, fällt aber deutlich melodiöser aus. Neben tödlichen Riffs und dröhnenden Drums finden sich auch ausgeprägte Akustikparts (z.B. „United In Hate“, „Your Heaven Is My Hell“) auf der Scheibe und „Until Our Paths Cross Again“ hat fast schon In Flames’sche Parts im Mittelteil. Erfinden sich die Essener deshalb neu? Keineswegs – oder vielmehr: im Gegenteil! Hört euch das Einstiegsriff von „The Few, The Proud, The Broken“ oder den eingängigen Refrain von „From Flood Into Fire“ an. Hier gehen Kreator zurück zu ihren Meisterstücken: „Coma of Souls“ und „Extreme Aggression“. Zugegeben, „From Flood Into Fire“ hat wohl den eingängigsten Refrain in der Bandgeschichte, aber schließlich hatte man mit Songs wie „People of the Lie“ auch früher schon echt einprägsame Gassenhauer im Gepäck.

Mit ihrem 13 Studioalbum bleiben Kreator sich treuer als je zuvor und präsentieren sich gleichzeitig frischer und experimentierfreudiger denn je – mit anderen Worten: Mille & Co gelingt hier die Quadratur des Kreises. Es dürfte für die Mitstreiter der Szene verdammt schwer werden dieses Album in den Schatten zu stellen.

Line Up

Vocals, Guitars Miland "Mille" Petrozza
Guitars - Sami Yli-Sirniö
Bass - Christian "Speesy" Giesler
Drums - Jürgen "Ventor" Reil

Tracklist

01. Mars Mantra + Phantom Antichrist 5:52
02. Death To The World 4:55
03. From Flood Into Fire 5:27
04. Civilization Collapse 4:13
05. United In Hate 4:37
06. The Few, The Proud, The Broken 4:37
07. Your Heaven My Hell 5:54
08. Victory Will Come 4:13
09. Until Our Paths Cross Again 5:41

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Kreator

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