LAMB OF GOD - VII: Sturm und Drang

CD Reviews, LAMB OF GOD - VII: Sturm und Drang

Drei Jahre ist es her, dass LAMB OF GOD die Metalwelt mit einem Langspieler bereicherten. Nach „Resolution“ erscheint nun in Kürze „IIV: Sturm und Drang“ über Nuclear Blast. Nachdem die Band um Frontmann Randy Blythe in den letzten Jahren vor allem mit dem Todesfall eines tschechischen Fans Aufsehen erregte, konnten die Pioniere des NWoAHM durch die Vorabveröffentlichung der Videos zu „512“ und „Overlord“ die Aufmerksamkeit zurück auf die Musik lenken.

Der Langspieler beginnt, wie man es von LAMB OF GOD gewohnt ist. Ohne Kompromisse ballern bei dem ersten Song, „Still Echoes“, die hämmernden Blastbeats, die durch einen typischen Growl von Sänger Blythe unterlegt sind, aus den Boxen. Auch „Erase This“, der zweite Song auf der Scheibe, kommt im typischen Soundgewand daher. Thrashig groovend wird im Midtempo-Bereich eine Hookline nach der anderen dem geneigten Hörer präsentiert. So weit so gut. Doch bereits mit „512“ wird es düsterer: „Six bars laid across the sky /Four empty walls to fill the time”. Man muss wohl kaum Musik- oder Literaturwissenschaften studiert haben, um zu verstehen, dass Randy Blythe hier seine Erfahrungen aus der Inhaftierung im tschechischen Gefängnis verarbeitet. So zieht sich diese düstere Stimmung, das ein Gefühl der Verzweiflung und Beklemmung beschwört, durch das gesamte Album. Das typische LAMB OF GOD - Geballer, das aus groovenden Thrashern und Blastbeats, wie bei  „Delusion Pandemic“, oder Growls und Hooklines besteht, wird dabei um einige melodiöse Einschübe erweitert. Dies sind sowohl Passagen mit cleanen Gitarren und cleanem Gesang, wie beispielsweise bei „Overlord“ oder „Embers“. Im letzteren Song ist übrigens der Frontmann der DEFTONES, Chino Moreno, zu hören, was dem Ganzen kurz einen Anstrich von Post-Hardcore gibt. Die Puristen werden „Verrat“ schreien, aber ich finde das Ganze einfach nur gelungen.

Das Album „Sturm und Drang“ ist somit eine vielversprechende Weiterentwicklung gegenüber den Vorgängeralben „Wrath“ und „Resolution“. Die Erwartungen, die man an ein LAMB OF GOD Album in puncto groovender Metal auf die Fresse stellt, werden erfüllt. „Sturm und Drang“ ist kein ruhigeres oder gar wesentlich düsteres Album, sondern insgesamt vielseitiger und das vielleicht persönlichste Werk von Frontmann Randy Blythe. Die Groovemaschine LAMB OF GOD lebt weiter!

Line Up

Randy Blythe - Vocals
Willie Adler - Guitar
Mark Morton - Guitar
John Campbell - Bass
Chris Adler - Drums

Tracklist

01. Still Echoes
02. Erase This
03. 512
04. Embers
05. Footprints
06. Overlord
07. Anthropoid
08. Engage The Fear Machine
09. Delusion Pandemic
10. Torches

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