Millencolin – True Brew

CD Reviews, Millencolin – True Brew

True können MILLENCOLIN auch. Da unterscheiden sich die Schweden nicht von MANOWAR & Co. Allerdings dürfte uns der Anblick von Nikola Sarcevic und seinen Mannen in knappem Leder und Fell auch nach Album  Nummer 8 erspart bleiben. Statt Kampfäxten und Wikingergeschichten widmen sich die Jungs aus Örebro mal wieder mit Haut und Haar dem Skatepunk.

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Nachdem ich Alben wie „For Monkeys“ und z.T. auch „Pennybridge Pioneers“ richtig abgefeiert hatte, habe ich die Band schließlich aus den Augen verloren und nach dem 2008er „Machine 15“ Album war es ja auch etwas ruhiger um die Combo geworden. „True Brew“ ist nun das erste musikalische Lebenszeichen in sieben Jahren und sofort wie eine Rakete durch die Albumcharts gebraust. Laut eigener Aussagen hat sich die Band beim Songwriting an ihren frühen Einflüssen orientiert und sich stärker auf ihre Wurzeln besonnen. Und tatsächlich klingen in Songs wie „Autopilot Mode“ oder „Sense & Sensibility“ Sounds der „No Control“-BAD RELIGION mit. Der Titeltrack fasst zusammen, um was es im melodischen Partypunk geht: tanzbare Rhythmen, Pogo-Punch und eingängige Melodien. Mit „Silent Suicide“ oder „Believe In John“ wird auch durchaus mal das Gaspedal durchgetreten, was der Band gut zu Gesichte steht. Wer allerdings Ska Songs á la „Monkey Business“ oder „“Entrance At Rudebrook“ sucht, der wird auf „True Brew“ nicht fündig werden. Auch ist die kraftvolle Produktion von Jens Bogren, sonst für Bands wie KREATOR zuständig, etwas braver und mainstreamiger ausgefallen, als wir es an „For Monkeys“ geliebt haben. Dies gilt übrigens auch für die stimmlichen Leistungen von Frontmann Nikola, der deutlich reifer und weniger nach feuchtfröhlicher Studentenparty klingt als auf „For Monkeys“. Insofern knüpft „True Brew“ für mich eher an „Pennybridge Pioneers“ als an „For Monkeys“ an – und das gilt auch für das Songwriting. Wer also das 2000er Album der Nordmänner geliebt hat, dürfte mit „True Brew“ ohne Probleme sofort warm werden. Mir gefallen BAD RELIGION’eske Songs wie „Autopilot Mode“ (wohl der beste Song der Scheibe), der Opener „Egocentric Man“ oder „Chameleon“, welches auch an LOVED ONES erinnert, am besten.

Mit „True Brew“ liefern MILLENCOLIN ein ehrliches, kräftiges Melodic Punk Gebräu ab welches stark genug ist, um beschwingt durch den Abend zu kommen, den Hörer aber nicht sofort so aus den Schuhen pustet wie seinerzeit „For Monkeys“ mit seiner jugendlichen Unbekümmertheit und frischen Rauheit. Ist aber in Ordnung, schließlich muss man sich auch nicht jeden Abend bis zur Besinnungslosigkeit abschießen.

Live: Millencolin

12.06. Interlaken - Greenfield Festival
19.06. Scheeßel - Hurricane Festival
21.06. Neuhausen ob Eck - Southside Festival
15.08. Großpösna - Highfield Festival

 

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Tracklist

01. "Egocentric Man"
02. "Chameleon"
03. "Autopilot Mode"
04. "Bring Me Home"
05. "Sense & Sensibility"
06. "True Brew"
07. "Perfection Is Boring"
08. "Something I Would Die For"
09. "Silent Suicide"
10. "Man Of 1000 Tics"
11. "Mr. Fake Believe"
12. "Believe In John"

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