OPETH – SORCERESS

CD Reviews, OPETH – SORCERESS

Neues Label, neuer Abschnitt in der Karriere – und vielleicht damit auch komplett neue Ideen beim Songwriting?

Weit gefehlt, was zumindest komplett neue Ideen anbelangt.
Doch, keine Sorge, das neue Album von OPETH ist alles andere als schlecht. Aber die meisten Fans hatten wohl die Hoffnung, dass sich Mikael ein wenig zurück besinnt. Schließlich haben die Schweden gerade auf ihren letzten Tourneen gezeigt, dass sie eher auf das „alte Zeug“ stehen, als die letzten beiden reinen Prog-Folk-Alben.

Lassen wir mal das Intro und Outro bei Seite, dann hätten wir unter anderem einen regelrecht reinen Folk-akustischer Song wie „Will O The Wisp“, welcher mit der Zeit zu langweilig erscheint, weil er zu sehr an die hierauf inspirierten Bands erinnert. Der Titeltrack als auch „Wild Flowers“ wirken wie Songs(ideen), die noch beim letzten Album übrig geblieben waren. Auch wenn sie sich sicherlich in ein neues Liveset gut einbringen lassen, sind sie dennoch nicht etwas wesentlich Neues oder Besseres, was OPETH schon mal gezeigt hat. Warum dann ein paar Minuten später ein erneuter wesentlich ruhigerer Part mit dem plumpen Titel „Sorceress 2“ folgt, ist auch fragwürdig. Sicher, die einfühlsame Stimme und die rein melancholisch-akustische Welt des Songs, gehen durchaus in Ordnung, aber passen meiner Meinung nach nicht wirklich in den Rahmen. Zumal darauf mit „The Seventh Sojourn“ ein erneut sehr ruhiger –rein instrumentaler- Song folgt, der zwar orientalischen Touch zur Abwechslung bietet, aber als Ganzes betrachtet nicht wirklich für Begeisterung sorgt. Hätte die Band nicht genau zwischen diese eben erwähnten Songs nicht das geniale, rasante und deutlich in Fahrt kommende „Chrysalis“ gepackt, wäre mehr als die Hälfte der Zuhörer schon längst eingeschlafen.

Mit „Strange Brew“ bekommt man auch richtig gut geladenen Prog mit ein wenig Jazz-Feeling, zumal dies noch Zeitweise einer der härtesten Songs des Albums ist und aufzeigt, wo Opeth noch vor einigen Jahren standen.  Weitere derartiger etwas metallischer Vibes gibt es auch mit dem drauffolgenden Track, der zwar auch einige ruhigeren Parts vermischt, aber es dennoch schafft den „Hard-Rock“ mit zu verwursten. Ebenfalls sehr gelungen ist „Era“, welcher zwar sehr an einige auf „Heritage“ vorhandenen Stellen erinnert und ebenso sehr dezent anfängt, aber sich im Laufe der knapp sechs Minuten doch fängt und deutlich abgeht. Zählt für mich mit „Chrysalis“ zu den besseren Songs dieses Albums, weil OPETH mit denen ein wenig an die Zeiten vor „Heritage“ erinnern lassen.

"Sorceress“  ist grundsätzlich ein qualitativ hochwertiges Album. Aber es ist nur ein logischer Nachfolger von den beiden Vorgängern und wirkt gerade durch die oft einsetzenden ruhigen Parts auf Dauer langatmig. Und auch wenn „Sorceress“ seine Zeit braucht um zu wachsen, so wird es wohl dennoch (erneut) nur bei den reinen Prog-Rock-Fans für Begeisterung sorgen können. Keine Frage, ich habe nicht mehr Prog-Death (bzw. auch Growls) erwartet, aber eine weitere, neue OPETH-Welt schon - oder zumindest einen vergleichbaren Song wie „Folklore“ als auch gewisse „Deliverance“-Parallelen. OPETH haben oft genug gezeigt, dass sie anders, vielseitig können und nun stagnieren sie seit „Heritage“.  


OPETH – Headlinetour:
08.11. 
D         Hamburg - Docks
11.11.  D         Stuttgart - LKA Longhorn
12.11.  D         München - Theaterfabrik
16.11.  D         Köln - E-Werk
24.11.  D         Berlin - Astra Kulturhaus

 

In eigener Sache (kurzgefasst):
„Sorceress“ ist für meine Begriffe vom Grundsatz nicht viel anders als die beiden Vorgänger. Eine Menge Proggressive-Rock, gepaart mit seichtem Hard Rock und viel Folk-Einflüssen; alles sehr an die Vorbilder und eben Inspirationsquellen erinnernd, die Mikael in den Interviews immer wieder erwähnt. Doch hier wird einmal mehr viel (zu viel) Wert auf die seichten Momente gelegt, mit weicher Stimme, viel akustischen Parts und der oft in den Vordergrund gelegten Keyboards. Und das kennen wir schon von Opeth zu genüge, wie ich finde. Das Hauptproblem ist, dass sie sich und ihren treuen Fans mit spätestens „Heritage“ & „Pale Communion“ (als auch schon weit vorher mit „Damnation“) bewiesen haben, dass es ihnen gut zu Gesicht steht. Warum also dann noch so ein Album in diese Richtung ohne wirklich viel mehr als das?!

Line Up

Mikael Åkerfeldt (vocals, guitars) 
Martin Mendez (bass) 
Martin Axenrot (drums)
Fredrik Åkesson (guitars) 
Joakim Svalberg (keys)

Tracklist

01. Persephone
02. Sorceress
03. The Wilde Flowers
04. Will O The Wisp
05. Chrysalis
06. Sorceress 2
07. The Seventh Sojourn
08. Strange Brew
09. A Fleeting Glance
10. Era
11. Persephone (Slight Return)
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