Satyricon - Satyricon

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Black Metal mal anders. Das neue Album von SATYRICON hat mächtiges Potenzial, man muss sich nur darauf einlassen können.

Das wurde schon oft geschrieben, verliert aber immer noch nichts von seiner Wahrheit: selbstbetitelte Alben inmitten einer Karriere markieren oftmals eine ganz besondere Phase der Band, entweder einen programmatischen Aufbruch zu neuen Ufern oder „back to the roots“.

SATYRICON begaben sich mit dem gleichnamigen Album auf den Weg zu einem ursprünglicheren und damit ungewöhnlicheren Black Metal. Man verstieg sich auf eine komplett analoge Produktion, das Sound-Processing wurde auf ein Minimum reduziert und auch das Gitarren-Effect-Pedal hatte seine Schuldigkeit getan und wurde in den vorzeitigen Ruhestand geschickt. Und das alles für nichts Geringeres, als dem herkömmlichen Black Metal ein neues Sound-Gewandt zu verleihen.

Das ist SATYRICON durchaus gelungen. Der neue Sound trifft in ungewöhnlicher Weise auf unsere Hörnerven. Unterschiedlichste Genre-Elemente werden verspielt ineinander verwoben, zum Beispiel doomige mit choralen Elementen ('Nocturnal Flare'), offensichtliche leichte Eingängigkeit wird man zunächst vergeblich suchen. Stattdessen dominieren die experimentellen, mitunter sphärisch psychedelischen Elemente.

Nicht einmal vor stimmlichen Anleihen bei Ville Valo (HIM) und damit einhergehender seichterer alternativ-rockiger Hintergrundmusik wird zurückgeschreckt ('Phoenix'). Entfesselt und wie ein Satyr nach zuviel Energydrinks kommt dann 'Walker upon the wind' daher. Wirklich herausragend ist die Hardrock-Hymne 'Necrohaven'. Ungewöhnlich interessant. Sehr surreal sind in diesem Zusammenhang die genreuntypischen Gitarren-Anleihen beim Prog-Rock ('Our world, it rumbles tonight').

Insgesamt kann man sagen, dass SATYRICON ein überaus interessantes experimentelles und abwechslungsreiches Album erschaffen haben, das dem Black Metal eine ungewöhnlich neue Seite abgewinnt und seine Wirkungsmacht nach und nach entfaltet. Vielleicht braucht man da mehrere Durchläufe, aber dann wird man diesen Longplayer mögen können.

Line Up

Satyr (Vocals, Guitars, Keyboards, Bass)

Frost (Drums)

 

 

Tracklist

01. Voice of shadows
02. Tro og kraft
03. Our world, it rumbles tonight
04. Nocturnal flare
05. Phoenix
06. Walker upon the wind
07. Necrohaven
08. Ageless northern spirit
09. The infinity of time and space
10. Natt

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