Slay My Sanity - Narayama

CD Reviews, Slay My Sanity - Narayama

SLAY MY SANITY sind eindeutig eine wirkungsmächtige Stimme in der Wüste des Metal. Das ist nicht zu hoch gegriffen, sind die fünf Mannen doch in dem russischen Industrierevier Chelyabinsk beheimatet, in dem man bis heute nicht nur mit den Auswirkungen des Zusammenbrechens des Sowjetimperiums zu kämpfen hat, sondern auch mit der Tatsache, dass die Bevölkerung mit Hilfe einer Spielart der volkstümlichen Heimatmelodie eingelullt und mit gesungener heiler Welt narkotisiert werden soll.

Da ist es nur konsequent, dass SLAY THE SANITY sich dem melodischen Death Metal verschrieben haben, und zwar in der Tradition von Bands wie IN FLAMES, DARK TRANQUILLITY oder SENTENCED. Dass es in dieser Situation eine besonders tiefgründige Zuneigung zum Todesmetal bedarf, versteht sich von selbst. Und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass das Album vom ersten Ton an von Spielfreude, Energie und Dynamik nur so strotzt ('Cosmic Loneliness'). Energetische Riffs sorgen im Verein mit den treibenden Drums und den druckvollen Bässen für eine überaus energetische und dynamische Atmosphäre, die harschen und sich bisweilen leicht überschlagenden Vocals für die nötige Infernalität.

Das melodische Element ist wohl dosiert, nicht zu aufdringlich und setzt doch die Akzente für das gewisse Etwas. Herrlich umgesetzt in dem brachialen Rausschmeißer 'The Viewer', auch wegen der tiefgründigen Zwischenpartien. Auch der titelgebende Track 'Narayama' besticht in seiner brutalen Brachialität mit seinen mitreißenden Leadgitarren-Parts. So viel Frische hat man bei den genannten Vorbildern schon lange nicht mehr gehört. Phasenweise fast schon hardcorig bis punkig wird es in 'Frozen To Life', ein Song, dem man eine wütende „Sick-Of-It-All-Stimmung“ wirklich abkauft und der durch sein furioses Finale punkten kann.

Angeloopte, intensive Brutalität bietet '...And Silence Prevailed', wohingegen in 'Embrace The Emptiness' die Rifflokomotive gekonnt Fahrt aufnimmt und sich in verschiedensten Variationen gekonnt verliert. Hammer!

Fazit: Die Russen von SLAY THE SANITY zeigen mit ihrem Longplayer „Narayama“, dass melodischer Death Metal in der Tradition von IN FLAMES oder DARK TRANQUILLITY vor Dynamik, Intensität und Energie nur so strotzen kann, wenn man mit einer gehörigen Portion Spielfreude, Wut und Können ans Werk geht. Entdecken und kaufen!

Tracklist

01. Roll On One
02. Narayama
03. Frozen To Life
04. Fractured
05. A Nobody's Shadow
06. ...And Silence Prevailed
07. Embrace The Emptiness
08. Walking The Mile
09. Cosmic Loneliness
10. Venomous Sunrise
11. The Viewer