Swallow The Sun - Songs from the North I, II & III

CD Reviews, Swallow The Sun - Songs from the North I, II & III

Die spinnen, die Finnen! Statt wie jede normale Band schön ein Album nach dem anderen zu veröffentlichen, denken die: „Leck mich! Wir machen drei Alben auf einmal.“

Und da kein Mensch zweieinhalb Stunden lang dasselbe hören will, unterscheiden sich die Alben auch noch wie Tag und Nacht. Was die Plattenfirma zu dieser Veröffentlichungspolitik sagt, ist nicht bekannt, aber für alle SWALLOW THE SUN-Fan fällt Weihnachten dieses Jahr auf den 13. November.

Die erste Scheibe von „Songs from the North I, II & III“ bietet dann wohl noch am ehesten typisches SWALLOW THE SUN-Material. Düstere Gitarren à la MY DYING BRIDE, melancholische Melodien, Klargesang und Gegrowle. Herausragend dabei ist „Lost & Catatonic“ mit fast hypnotischem Refrain, am ehesten noch mit alten TIAMAT-Stücken zu vergleichen.

Teil 2 ist dann eher für die zarten Gemüter: Die Platte beginnt mit dem Instrumental „The Womb of Winter“ und düsterem Klavier. Hier haben SWALLOW THE SUN hauptsächlich ihre akustische Seite ausgelebt und mit dezentem Gesang unterlegt. Bei „Songs From The North“ sogar mit Gastsängerin und mysteriösem Geflüster. Mal eine ganz andere Seite der Band, aber ab und zu etwas zu übertrieben. Die acht Songs wirken alle recht ähnlich und gehen auch gut als Hintergrundmusik durch.

…dann kommt CD Nummer drei: 20 Sekunden Stille. Und dann ein Monster! So tief gestimmte Gitarren, dass der Bassist wohl im Infraschall spielen muss, um da noch drunter zu kommen. BPM-Zahlen, die ein Dreijähriger mitzählen kann. Und ein abgrundtief böses Gegrowle und Gekreische, bei dem sich die Nazgul vor Schreck nach Mordor zurückzögen, würden sie Sänger Mikko Kotamäki über den Weg laufen. Einen 13-Minuten-Song wie „The Gathering Of The Black Moths“ haben STS-Fans mit Sicherheit noch nie gehört und sehr wahrscheinlich auch nicht erwartet. Ehrensache, dass alle fünf Songs rund um die 10-Minuten-Marke einschlagen, sodass trotz der ultra-langsamen Struktur viel Zeit bleibt, die Songs zu entwickeln und mit Akustikparts und Synthies für Abwechslung zu sorgen. Bei „The Clouds prepare for Battle“ kommen dann sogar noch Choräle und Kirchenglocken dazu. Nichtsdestotrotz habe ich dieses Jahr noch kein so intensives Doom-Album wie „Songs from the North III“ gehört. Das hätte ich SWALLOW THE SUN sicherlich nicht zugetraut!

Insgesamt bekommt man hier drei vollkommen unterschiedliche CDs, die auch sehr gut für sich alleine stehen. Am Besten gefällt mir der Doom-Kracher Teil 3. Teil 1 wäre alleine auch ein sehr gutes SWALLOW THE SUN-Album geworden, während sich Teil 2 wohl nur bei romantischen Kerzenlicht-Abenden auf dem Plattenteller drehen wird.

CD eins würde ich 12 Punkte geben, CD zwei 10 und CD drei 14 Punkte. Dazu kommt ein Bonuspunkt für die Schrecksekunde, jedesmal wenn CD drei anfängt. Macht summa summarum 13 Punkte!

Line Up

Juha Raivio - Gitarre
Markus Jämsen - Gitarre
Mikko Kotamäki - Gesang
Matti Honkonen - Bass
Aleksi Munter - Keyboard
Juuso Raatikainen – Schlagzeug

Tracklist

I

With You Came the Whole of the World's Tears
10 Silver Bullets     
Rooms and Shadows
Heartstrings Shattering
Silhouettes
The Memory of Light
Lost & Catatonic
From Happiness to Dust
     
II

The Womb of Winter     
The Heart of a Cold White Land     
Away     
Pray for the Winds to Come
Songs from the North
66°50´N,28°40´E
Autumn Fire     
Before the Summer Dies     
            
III

The Gathering of Black Moths     
7 Hours Late      
Empires of Loneliness     
Abandoned by the Light
The Clouds Prepare for Battle

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