Vandenberg – 2020

CD Reviews, Vandenberg – 2020

Der Niederländer Adrian Vandenberg hat mit der Mitte der 80er aufgelösten Band VANDENBERG nun eine ziemlich alte Leiche wiederbelebt. Kein Wunder, dass die Gliedmaßen komplett ausgetauscht wurden, um der Truppe neues Leben einzuhauchen. Herausgekommen ist ein schlicht „2020“ betiteltes Comebackalbum.
Wenn Vandenberg im RockHard sagt, dass er mit der Band „Schneller, Härter, Lauter“ werden wollte, so könnte dies falsche Erwartungen wecken: „2020“ ist kein Thrash oder Death Metal Album aus dem Land der Tulpen geworden. Vielmehr gibt es auf „2020“ genau die richtige Mischung aus Gefühl und rockiger Härte, die man von Bands wie WHITESNAKE, THIN LIZZY oder RAINBOW kennt und schätzt. Und dafür hat sich Bandleader Vandenberg mit Ronnie Romero (RAINBOW) genau den richtigen Mann ans Mikro geholt. Komplettiert wird die Truppe durch die weitgehend unbeschriebenen Blätter Randy van der Eelsen am Bass und Koen Herfst an der Schießbude. Letzterer treibt die Truppe beim Opener „Shadows oft he Night“ gleich ordentlich nach vorne, bevor es mich „Freight Train“ einen schwergewichtigen Midtempo-Stampfer gibt, der seinem Titel alle Ehre macht. Leicht bluesig-groovy geht es bei „Hell and High Water“, bevor es mit „Let it Rain“ beschaulich wird – Vergleiche mit dem MICHAEL SCHENKER FEST sind nicht von der Hand zu weisen. Bei aller unbestrittenen Spitzenqualität des Frontmanns Ronnie Romeo, muss man aber auch feststellen, dass ein Chorus in dem das Wort „Wiiiiiiind“ ständig wiederholt wird, einfach nichts für die Aussprache der Südländer ist. Schwamm drüber. Bei „Shout“ klappt hingegen alles perfekt und Romeo rangiert auf einem Level mit Sängern wie David Coverdale – an Bass und Drums sind bei diesem Song übrigens Vandenbergs einstige WHITESNAKE Mitstreiter Rudy Sarzo (Bass) und Drummer Brian Tichy zu hören. Ebenso beim starken „Shitstorm“, welches problemlos auf WHITESNAKEs „1987“ oder „Slip oft he Tongue“ seinen Platz hätte finden können. Ebenso wie das ebenfalls gelungene „Light up the Sky“.
Und wer erinnert sich nicht an 1984, als VANDENBERG in den Dünen von Texel mit der wunderbaren Power Ballade „Burning Heart“ für Gänsehaut sorgten. Die Geschichte der 2020er Version ist etwas skurril, da Vandenberg die Instrumental-Tracks noch aus einer VANDENBERG’S MOONKING Session rumliegen hatte und Romeo nun nur noch die Vocals beisteuern musste. Oh Brave New World. Nichtsdestotrotz hat die Nummer nichts von ihrem Gänsehautpotential eingebüßt. Beendet wird „2020“ dann vom rockigen „Skyfall“, welches uns an mutige Gallier erinnert, die nichts fürchteten, außer, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fallen könnte.
Grundsätzlich sehe ich die zunehmende Verbreitung regelrechter Musiksöldner wie Ronnie Romeo oder Nils Patrik Johansson vor allem in der Sängerposition kritisch. Dennoch muss man zugeben, dass Romeo perfekt zur Mucke von VANDENBERG passt. Mit „2020“ liefern VANDENBERG keine originellen musikalischen Eskapaden, sondern zehn Mal bodenständigen 80er Jahre Hard Rock im Stil von WHITESNAKE, RAINBOW & Co. Macht Spaß.






Line Up

Adrian Vandenberg - Guitars
Ronnie Romeo – Vocals
Randy van der Eelsen (Bass)
Koen Herfst (Drums)

Gastmusiker
Rudy Sarzo (Bass)
Brian Tichy (Drums)

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