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Wacken

Wacken Open Air 2025 - Bericht

© Copyright: WOA Festival GmbH

Wacken Open Air 2025 - Bericht

Wacken Open Air 2025 – Zwischen Dauerregen, Durchhaltewillen und ganz großen Momenten

Vier Tage Ausnahmezustand in Schleswig-Holstein: Das Wacken Open Air 2025 hat einmal mehr bewiesen, warum der „heilige Acker“ für zehntausende Metalheads Jahr für Jahr Pilgerstätte, Klassentreffen und Extremerfahrung zugleich ist.

Schon im Vorfeld war klar, dass dieses Festival kein Spaziergang werden würde. Der Wetterbericht verhieß nichts Gutes – und er sollte recht behalten. Regen bestimmte weite Teile des Geschehens, verwandelte Wiesen in Morastfelder und forderte von Fans wie Bands gleichermaßen eine ordentliche Portion Durchhaltevermögen. Doch wer glaubt, dass sich die Wacken-Gemeinde davon beeindrucken lässt, war noch nie hier. Regenponchos, Gummistiefel und eine stoische „Scheißegal“-Mentalität gehören inzwischen genauso zur Grundausstattung wie Kutte und Bierbecher.

Hier ein Bild von unserem CAMP, da war es halbwegs noch befahrbar :-)
wacken2025 schlamm twilight magazin 4

Trotz – oder vielleicht gerade wegen – der widrigen Bedingungen zeigte sich das Festival von seiner intensivsten Seite. Wo andere Events ins Straucheln geraten, wächst Wacken traditionell zusammen. Fremde helfen sich aus dem Schlamm, teilen Unterstände, lachen über durchnässte Kleidung – und stehen wenige Minuten später gemeinsam vor den Bühnen, als wäre nichts gewesen.

Musikalisch bot das WOA 2025 einmal mehr die gesamte Bandbreite harter Klänge: von epischem Prog über brutalen Death Metal bis hin zu modernem Metalcore, Crossover und großen Headliner-Momenten auf den Hauptbühnen. Die großen Namen lieferten ab, die Szenegrößen bestätigten ihren Status – und nicht wenige kleinere Acts nutzten die Gelegenheit, um sich vor internationalem Publikum nachhaltig in Erinnerung zu spielen.

Besonders auffällig: Viele Bands präsentierten neues Material oder feierten Jubiläen legendärer Alben, was dem Festival eine zusätzliche emotionale Ebene verlieh. Zwischen Nostalgie, Reunion-Shows und frischen Releases entstand ein Spannungsfeld aus Vergangenheit und Zukunft des Metal – genau das, was Wacken seit Jahrzehnten ausmacht.
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Am Ende bleibt die Erkenntnis: Das Wacken Open Air ist mehr als nur ein Festival. Es ist ein Zustand. Eine Haltung. Ein Ort, an dem Schlamm keine Rolle spielt, wenn der Sound stimmt. Und auch 2025 hat der heilige Acker wieder bewiesen, dass er selbst unter widrigsten Bedingungen eines kann: unvergessliche Momente schaffen.

Metal ist stärker als jedes Tiefdruckgebiet.
wacken2025 schlamm twilight magazin 3

 
30.07.2025 - 02.08.2025

Wacken Open Air 2025


Bewertung
0/15
Headliner
Guns'N Roses, Machine Head, Saltatio Mortis, Papa Roach, Gojira
Besucherzahl
75.000
1349
3 Inches of Blood
5th Avenue
802
A Burning Rose
Acoustic Guerillas
Acoustic Steel
Adoramus
Aesect
Alien Rockin Explosion
Alpha
Amenra
Angel Witch
Annisokay
Apocalyptica
Asrock
August Burns Red
Avralize
Bad Loverz
Baest
Bai Bang
BAP
Benediction
Beyond The Black
Blind Man's Gun
Bon Scott
Boomtown Rats
BraZing Bull
Broken Fate
Brothers Of Metal
Call of Charon
Callejon
Celeste
Charles The Goat
Clawfinger
Coppelius
Crownshift
Cypecore
D-A-D
Danefae
Dark Funeral
Deadline
Decapitated
Deine Cousine
Destruction
Die Apokalyptischen Reiter
Die Kassierer
Diluvian Collapse
Dimmu Borgir
Dirkschneider
Dogma
Dominum
Dool
Dope
Dramatist
Drowning Pool
Dymytry Paradox
Eihwar
Einuevonce "MB Argentinia"
Enemy Inside
Eternal Power "MB China"
Exhorder "Slaughter In The Vatican Show"
Expellow
Extermination Dismemberment
Extinct
Fear Factory
Fight the Fight
Fit for a King
Floor Jansen
Forbidden
From Fall to Spring
Gaddavir "Metal Battle - Iceland"
Gojira
Grand Slam
Graphic Nature
Grave Digger "45th Anniversary Show"
Graveyard
Gun Called Britney
Guns N' Roses
Guttural Disgorge
Halvar "Metal Battle - Sub-Saharan Africa"
Hanabie
Harpyie
Heavysaurus
Hellbound
Hellbutcher
Hellmidian "Metal Battle - Mexico"
Helmet
Helsott
Henning Wanner
HYLA "Metal Battle - Netherlands"
In the Woods
Incantatem
Induction
Iotunn
Istapp
Joja Wendt
Just for Priest
Katalonia
Killotine
Kilt
King Diamond
Krisiun "Special 90s Set"
Krokus
Kylesa
Lake Malice
Lakeview
Landmvrks
Letzte Instanz
Lita Ford
Livlos
Lost Society
Lutz Drenkwitz
Macabre "40th Anniversary Show"
Machine Head
Majestica
Mambo Kurt
Mambo Kurt
Månegarm
Mark my Words "Metal Battle Balkan Regions"
Master Boot Record
Mastodon
Megabosch
Michael Schenker "My Years With UFO"
Midnight "Complete & Total Hell Set"
Mimi Barks
Ministry
Miracle of Sound
Mit Ohne Strom
Moonsorrow
Morsrot "Metal Battle - Malta"
Mourning High
Mutz
My own Shiva "Metal Battle - Caucasia & West Asia"
Mystopera
Nailbomb
Namek
Nasty
Neckbreakker
Necrosin "Metal Battle - Middle East"
Nefalem
Nestor
NeuRuTics
Night Demon "Curse Of The Damned 10th Anniversary Show"
Nightmare
Non Est Deus
Numento
Nyktophobia
Obituary
Orange Goblin "30th Anniversary"
Ozzyfied
PANCHABHUTA "Metal Battle - Indian Sub-continent"
Papa Roach
Party Cannon
Pentagram (Chile)
Peyton Parrish
Primal Instinct "Metal Battle - Sweden"
Prong
Radity "Metal Battle - Spain"
Rauhbein
Refore "Metal Battle - Czech Republic"
Sacrifire
Saint City Orchestra
Saltatio Mortis "25th Anniversary Show"
Samsas Traum
Schandmaul
Seasons in Black
Setyoursails
Seven Sisters
Seven Spires
Shantallica
Skyline
Skynd
SLAYEnsemble
Smoke Blow
Soen
Soulbound
Space Chaser
Static-X
Suidakra
Svartjern
Tabernis
Tales of Nebelheym
Tarja & Marko Hietala
The Butcher Sisters
The Feelgood Mclouds
The Hardkiss
The Hellacopters
The Narrator
The Rumjacks
Theophobos "Metal Battle - Central America"
Thus
Torment
Torsten Sträter
Torture Squad
Trollfest
Tyson
Ugly Kid Joe
UK Subs
Umbra Conscientia
V4A
Van Tastik
Vermaledeyt
Vhill "Metal Battle - South America (Northern Region)
Victory
Voodoo Kiss
Vulvarine
W.A.S.P.
Wacken Firefighters
Walls of Jericho
Warbringer
Warkings
Wednesday 13
Wind Rose
Within Temptation
Zeke

Mittwoch

Redaktion:  Matthias Brand
Louder/13.30Uhr
Enemy Inside

Zur Mittagsstunde dürfen ENEMY INSIDE vor regennassem Publikum auf der Louder Stage Stimmung machen. Ihr moderner Dark Rock / Female Fronted Alternative Metal mit ordentlich knurrenden Gitarren macht richtig Laune, und das Publikum nimmt die Energie, die die Band auf der Bühne versprüht, dankend auf. Ein wenig irritierend ist das dennoch, denn Frontfrau Nastassja Giulia wirkt in ihrem schwarzen Samt-Outfit ein wenig wie Cruella DeVille, schreit und kreischt wie von Dämonen besessen, bewegt sich dann aber immer mal wieder wie Beyoncé. Alles in allem ist der Sound aber gut tanzbar und lädt zum Mitwippen ein. Genau das Richtige bei diesem miesen Wetter, um wieder in Stimmung zu kommen und nicht gänzlich auszukühlen. Die Band kann die drittgrößte Bühne des Festivals ganz souverän bedienen, keine Frage!

Setlist:

  1. Venom
  2. Should have known better
  3. Sayonara
  4. Angel´s suicide
  5. Dirt on my name
  6. In my blood
  7. Crystallize
  8. Alien
  9. Don´t call me an angel
  10. Innocent
  11. Fuck the party
  12. Release me


Mittwoch

Redaktion:  Daniel Krömmling
Wackinger Stage / 20:15 Uhr
In The Woods

Eigentlich hätten IN THE WOODS ihre Präsenz auf größeren Bühnen besser ausspielen können, so wurde es - aus welchen Gründen auch immer - leider nur die Wackinger Stage, allerdings zur besten Sendezeit ab 20:15Uhr. Auch wenn das Publikum mit gelegentlichen Regenschauern zu kämpfen hatte, versammelte sich dennoch eine stattliche Anzahl von feierwütigen Fans und Zuschauern vor der Bühne, und hielten letztendlich auch nahezu bis zum Schluss durch. Die norwegische Avantgarde-Metal-Band spielten in Summe einen absolut professionellen souveränen Auftritt, mit vielen Hits ihrer neuen Platte „Otra“. Heraus stach neben der gelungenen Gesangsperformance eines Bernt Fjellestads, auch der leicht hyperaktive punkig ausschauende Gitarrist Bernt Sørensen.

Setlist:

  1. Heart of the Ages
  2. The Coward's Way
  3. The Crimson Crown
  4. A Misrepresentation of I
  5. The Things You Shouldn’t Know
  6. A Wonderful Crisis
  7. Let Me Sing

Mittwoch

Redaktion:  Daniel Krömmling
Faster Stage / 22:15 Uhr
Saltatio Mortis

Der Auftritt der Karlsruher Mittelalter-Metal-Band war für mich rückblickend einer der bewegendsten Momente des gesamten Festivals. Warum? Weil man trotz Dauerregen unbeachtet sein Stiefel voller Leidenschaft durchzog - sowohl Musiker wie Fans gleichermaßen. SALTATIO MORTIS feierten an diesem verregneten Mittwochabend ihr 25-jähriges Bandjubiläum mit einem ganz besonderen Set auf dem Holy Ground des Wacken Open Airs. Sie begeisterten das Publikum mit einem umfangreichen Querschnitt ihres Schaffens, von frühen Songs der Marke „Satans Fall“ und „Spielmannsschwur“, bis zu neuen Stücken, wie „Finsterwacht“ und „Feuer Und Erz“. Gerade erst mit dem letzten starken Album „Finsterwacht” haben die Karlsruher ihren ausgezeichneten Ruf im Mittelalter-Universum einmal mehr gefestigt, und auch hier lag der Schwerpunkt mit ganzen sechs glorreichen Tracks. Die Band um Frontmann Alea gilt ohne Zweifel als einer der erfolgreichsten Vertretern auf dem deutschen Rock- und Mittelalter-Markt. Die Show begann um 22:15 Uhr, und trotz andauernden Niesel bis stärkeren Regen hielt ich bis zur letzten Note durch. Noch nie habe ich 2 Stunden bei Dauerregen durchgehalten und dabei noch ein Konzert gesehen. Überhaupt war das in meinen 23 Jahren durchgehender Wacken-Besuchen das bisher schlechteste Wetter überhaupt. Ja, der Match ist omnipräsent - was sicher auch verständlich ist, da es sich ja schließlich um Ackerboden handelt, der sich bei Regen umgehend in selbigen verwandelt. Aber ich kann mich in den letzten Jahren nicht erinnern, dass es über eine längere Zeit so lange durchgeregnet hat. Meine Hände wurden gar nicht mehr richtig trocken. Gott sei Dank war es warm genug, so dass der Regen zumindest keine Kälte mit sich brachte. Dank des gelungenen Auftrittes von SALTATIO MORTIS war man auch durchgehend abgelenkt und feierte gemeinsam mit Gastmusikern (u.a. TINA GUO bei „Feuer und Erz“, TABERNIS bei „Heimdall“, sowie DEINE COUSINE bei „Für immer jung“). Dabei stets im Fokus: Alea, der Bescheidene, der durchweg mit einer beeindruckenden leidenschaftlichen Performance glänzte. Bereits zum Opener „Finsterwacht“ schwebte er langsam vom höchsten Punkt der Bühne nach unten und zeigte einmal mehr seine Präsenz, die in den letzten Jahren, nicht nur bedingt durch seine Kampfsportleidenschaft, deutlich zugenommen hat. Und ob der Regen dem guten Alea nicht gestört hätte, krempelte er seine Hosen einfach hoch, sprang in die Menge und sorgte nebenbei für eine kleine Wall-Of-Death oder eher einer „Wall-Of-Matsch“. Top! Trotz widriger Umstände - eine runde Sache und ein absolut gelungener Gig.

Setlist:

  1. Finsterwacht
  2. Wo sind die Clowns
  3. Loki
  4. Schwarzer Strand
  5. Feuer und Erz (with Tina Guo)
  6. Heimdall (with Tabernis)
  7. Odins Raben
  8. My Mother Told Me / Valhalla Calling (with Miracle of Sound)
  9. We Might Be Giants
  10. Der Himmel muss warten
  11. Mittelalter
  12. Rattenfänger
  13. Prometheus
  14. Satans Fall
  15. Gardyloo
  16. Große Träume
  17. Hypa Hypa (Electric Callboy cover)
  18. Vogelfrei
  19. Keine Regeln (FiNCH cover)
  20. Für immer jung (with Deine Cousine)
  21. Spielmannsschwur
© Robert Jaenecke

Donnerstag

Redaktion:  Daniel Krömmling
Louder Stage / 11:45 Uhr
Prong

Die New Yorker Groove-Metal-Pioniere gehörten für mich zu den Überraschungen des Festivals. Leider bisher noch nie live gesehen, wurde ich von ihnen sofort in ihren Bann gezogen. Was für eine Performance! PRONG zogen gemeinsam mit Acts wie HELMET, MINISTRY und CLAWFINGER ein stattliches Publikum auf dem Wacken 2025 auf sich - wieder mal ein klares Zeichen für den gehobenen Altersdurchschnitt. Voller Energie und Leidenschaft eröffneten sie auf der Louder Stage für mich den Donnerstag mit kraftvollen Tracks wie „Descent” und „Snap Your Fingers“. Die gute Laune der Band um Sänger Tommy Victor sprang sofort aufs Publikum über. Vielleicht spielte auch hier das kurzzeitige blender Wetter eine Rolle, denn es war angenehm warm und regnete mal nicht. Der Himmel brach auf, die Sonne schien, und los ging es mit dem Kracher „Beg To Differ“, gefolgt von weiteren 90er Überhits der Marke „Unconditional“ und „Unfortunately“. Trotz früher Uhrzeit war es gleich von Beginn an brechend voll vor der Lauder Stage. In Summe ein gelungener Auftritt mit vielen Klassikern, die die Energie dieses Groovemonsters namens PRONG perfekt widerspiegelte und einmal mehr bewies, wie zeitlos die Band überhaupt ist.

Setlist:

  1. Beg to Differ
  2. Unconditional
  3. Unfortunately
  4. Broken Peace
  5. Home Rule
  6. Test
  7. The Descent
  8. For Dear Life
  9. Disbelief
  10. Prove You Wrong
  11. Cut-Rate
  12. Whose Fist Is This Anyway?
  13. Snap Your Fingers, Snap Your Neck

Donnerstag

Redaktion:  Daniel Krömmling
Faster Stage / 20:30 Uhr
GUNS N‘ ROSES

Zum nachdenklichen Wacken-Auftritt der Hard Rock Legende GUNS N‘ ROSES und zur generellen Verfassung von Axl Rose an diesem Wacken-Donnerstag haben ja bereits diverse Journalisten ausführlich berichtet. Durch soziale Medien und YouTube war im Vorfeld bekannt, dass Axls Stimme die Zeichen der Zeit nicht unbeschadet überstanden hat. Dennoch ging ich an diesem Abend ganz unvoreingenommen an die Sache, zumal ich bei meinem letzten Konzert von Axel & Co. am 13.06.2017 im Münchener Olympiastadium mehr als begeistert rausgegangen bin, und Medien ja sowieso stets übertreiben.

8 Jahre später sollte ich also erneut auf die Gunners treffen und diesmal sogar einen Rekord erleben. Erstmalig sollte an diesem Abend eine Band vor dem Wacken-Publikum mit einer dreieinhalbstündigen Spielzeit glänzen. Leider beschränkte sich das Glänzen im Nachhinein nur auf die tiefstehende Nachmittagssonne. Denn was der geneigte Fan an diesem Abend zu Gehör bekam, pendelte zwischen Unverständnis, Dreistigkeit und Armutszeugnis hin und her.

Natürlich bin ich mit GUNS N’ Roses aufgewachsen und musikalisch sozialisiert worden. Habe stets Songs wie „Paradise City, Welcome To The Jungle“ und „November Rain“ auf jeder Party frenetisch abgefeiert. Zuletzt durfte ich einen legendären Auftritt 2017 im Olympiastadion München genießen. Und jetzt das!

Denn schon beim Opener „Welcome to the Jungle“ und den ersten Tönen des Sängers fiel mir regelrecht die Kinnlade herunter. Anfangs noch als schlechten Scherz oder Fehler in der Abmischung abgetan, bestätigte sich das schiefe Klangbild auch bei den nachfolgenden Songs. Auch der verzweifelte Blick zur Seite oder nach hinten in viele verdutzte Gesichter. zeigte keine Wirkung und bestätigte nur das eigene Empfinden. War hier das Ende von GUNS N’ Roses live mitzuerleben? 

Die Medien hatten doch recht! Die Stimme von Herrn Rose ist um Jahrzehnte gealtert, bzw. hat Axls unstetigen Lebenswandel einfach nicht unbeschadet überstanden. Zu hören bekamen die Fans einen gealterten Rockstar, der vor 8 Jahren auf dem Höhepunkt seines Comebacks hätte aufhören sollen. Sowas wäre nicht mal bei „Deutschland sucht den Superstar" zum Recall eingeladen worden. Ein Trauerspiel.

Viele Besucher schoben es im Nachhinein teilweise auch dem Sound zu - der war allerdings angesichts der unterirdischen gesangstechnischen Darbietung geradezu nebensächlich. Vermutlich hatte der Tonmeister alle Hände voll damit zu tun, den Sound überhaupt auf ein annehmbares Level zu bringen. Aber auch seine Künste halfen nicht, Axls schiefe Gesangsleitung zu maskieren. Nach knapp einer Stunde unverständliches Kopfschütteln, Mitleid und verzweifelte Hoffnung, verließ ich - wie leider auch viele andere - desillusioniert und mit zwei traurigen Augen das Infield.

Im Nachhinein ist es unbegreiflich, wie Fans und Zuschauer trotzdem dreieinhalb Stunden überhaupt durchhalten konnten – Axl inklusive. Es ist wie immer unverständlich, wenn Künstler nicht rechtzeitig auf dem Höhepunkt ihrer Karriere die Reißleine ziehen wollen.

Weder die einwandfreie musikalische Darbietung aller restlichen Musiker - allen voran ein überragender Gitarrist Slash - noch der besagte Rekord als längsten Auftritt in der 34-jährigen Festivalgeschichte des Wackens konnten demnach die Qualität der musikalischen Gesangsleistung eines Axl Roses aufwerten, geschweige denn überdecken. Was bleibt, ist ein enttäuschender Gig einer einstigen Legende.

Setlist:

  1. Welcome to the Jungle
  2. Bad Obsession
  3. Mr. Brownstone
  4. Chinese Democracy
  5. Live and Let Die (Wings cover)
  6. Yesterdays
  7. It's So Easy
  8. Civil War
  9. Used to Love Her
  10. Slither (Velvet Revolver cover)
  11. Never Say Die (Black Sabbath cover) (Dedicated to Ozzy Osbourne, who died on July 22)
  12. Sabbath Bloody Sabbath (Black Sabbath cover) (Dedicated to Ozzy Osbourne, who died on July 22)
  13. Shadow of Your Love
  14. You Could Be Mine
  15. Estranged
  16. Double Talkin' Jive
  17. Hard Skool
  18. The General
  19. Thunder and Lightning (Thin Lizzy cover) (Duff on Vocals)
  20. Coma
  21. Absurd
  22. Rocket Queen
  23. Knockin' on Heaven's Door (Bob Dylan cover)
  24. Slash Guitar Solo
  25. Sweet Child o' Mine
  26. November Rain
  27. Sorry
  28. Patience
  29. Human Being (New York Dolls cover)
  30. Nightrain
  31. Paradise City

Freitag

Redaktion:  Daniel Krömmling
Wasteland Stage / 15 Uhr
Sacrifire

Ein wahrer Geheimtipp auf dem diesjährigen Wacken Open Air konnte man am Freitag auf der Wasteland-Stage mit der All-Star-Truppe SACRIFIRE live erleben. Wer sie noch nicht kennt, gegründet wurde die Band einst von Hauptsongwriter Jochen Trunk am Bass (DISBELIEF) und Dirk Weiß (WARPATH) am Gesang, der auch für den Großteil der Texte zuständig ist. Des Weiteren vervollständigen die talentierten Sechssaiter Alex Hagenauer von SOUL DEMISE (bzw. Ex-DISBELIEF) und Rafal Dobs von DETRAKTOR die hoffnungsvolle Band. Und auch sonst zeigten die Musiker, dass ihrer Mischung aus modernem Metal, brachialen Thrash-Riffs und melancholischen Harmonien ideal zum Wetter passten, um zumindest musikalisch mal einen kleinen Lichtblick zu genießen. Nicht umsonst konnte man bei der überschauen Anzahl an Zuschauern zur besten Nachmittagsstunde um Drei ausreichend offene Münder beobachten. Klasse, moderner und innovativer Groove-Hammer, der mal wieder so gar nicht in die ach so bequemen Schubladen dieser Metal-Welt passen sollte. Tolle Band mit leidenschaftlichen Musikern. Da freut man sich schon aufs gesamte Album.


Freitag

Redaktion:  Daniel Krömmling
Wackinger Stage / 17:30 Uhr
Seasons In Black

Ein weiterer Geheimtipp auf der Wackinger Stage waren am Festivalfreitag schließlich SEASONS IN BLACK aus dem Bayrischen Wald. Die Band um Fernsehkoch Luki Maurer bewiesen einstimmig, anhand der neuen Songs des starken von allen Kritikern gelobten Albums „Anthropocene“, dass sie mittlerweile zu einer perfekten Einheit zusammengewachsen sind. Das neue Werk wurde wie zuletzt auf dem Rock Harz von der stolzen Menge und Fangemeinde frenetisch abgefeiert und vom ersten („Apocalyptic Army“) bis zum letzten Song („Inside“) voller Jubel aufgenommen. Da wundert es nicht, dass das Album sogar in den Charts präsent war. Genial wurde es während des Tracks „Seasons In Black“, als plötzlich mit Gasmasken und Fahnen bewaffnete Crewmitglieder auf der Bühne auftauchten und für eine zusätzliche erdrückende und beklemmende Stimmung sorgten. Als schließlich der Opener des gelungenen Cover-Songs „Inside“ (im Original vom GENESIS-Interims Sänger Ray Wilson von STILTSKIN), erklang, musste auch der letzte Kritiker zustimmen: SEASONS IN BLACK sind einer der interessantesten Hoffnungen im deutschen Metal-Sektor. Nur ein bisschen länger hätte der Gig sein können. Daher bitte gerne mehr davon!

Setlist:

  1. Apocalyptic Army
  2. Dying 4
  3. You Get What You Give
  4. Hiroshima Sun
  5. World Wide Venom
  6. Swansong
  7. Bloody Tears
  8. Seasons in Black
  9. Inside (Stiltskin cover)

Mittwoch

Redaktion:  Björn Lause
Wasteland Stage / 23:00
3 Inches Of Blood

Nach der Ankündigung zur Reunion in 2023, sowie der Zusage für den Wasted Wednesday auf dem Wacken Open Air 2025, war für mich klar, dass dies ein absoluter Pflichttermin sein würde.

Also ließ ich mich nicht von dem einsetzenden Regen sowie der zu diesem Zeitpunkt im Rückblick noch einigermaßen ertragbaren Bodenbeschaffenheit nicht davon abbringen mir die erste richtige Festivalnacht vor der Wasteland Stage um die Ohren zu hauen. Mit mir waren allerdings leider nur ca. 300 andere Metalheads vor der Bühne. Für die Performance der Kanadier eindeutig zu wenig.

Hiervon ließen sich die für Musiker um Sänger Cam Pipes nicht beindrucken und spielen ihr Set professionnel durch.

Beindruckend hierbei auf jeden Fall die Falsetto Performance von Pipes, die sich wie von Schallplatte anhörte.

Für mich eine der Perlen des Wacken Open Air 2025.

Setlist:

  1. Upon the Boiling Sea I: Fear on the Bridge
  2. Battles and Brotherhood
  3. God of the Cold White Silence
  4. Destroy the Orcs
  5. Call of the Hammer
  6. Forest King
  7. Night Marauders
  8. Trial of Champions
  9. Deadly Sinners
  10. The Goatriders Horde

Mittwoch

Redaktion:  Burkhard Becker
W.E.T.-Stage / 20:15 - 21:15 Uhr
Lost Society

Das Wetter will zwar nicht so ganz mitspielen, aber dafür gibt es Regenkleidung! Schließlich darf man sich die Finnen um den quirligen Frontmann Samy Elbanna nicht entgehen lassen, sind die Jungs doch gerade auf Tour und geben ein weiteres Gastspiel auf dem heiligen Acker. Das haben sich auch sehr viele andere Festivalbesucher gesagt, sodass der Platz vor der Bühne knüppelvoll ist.

Das Quartett gehört zwar inzwischen schon zu den Stammgästen auf den Bühnen des WOA, aber es gibt halt Bands, die man sich immer wieder ansehen kann, ohne das es langweilig wird.

Pünktlich zur Tatort-Prime-Time bringen die Jungs die W.E.T.-Stage zum Beben. Wer hier auf seine Absolution hofft, liegt grundlegend falsch, denn mit „No Absolution“ vom 2022er Album geht die wilde Fahrt auf dem inzwischen durchgeweichten Acker los. Der Sound der W.E.T.-Stage ist glasklar und bringt die Songs sauber in die Ohren der Metalheads. Wie immer flitzt Samy mit seiner Gitarre energiegeladen über die Bühne, nimmt das Publikum bei seinen Ansagen mit und hat sichtlich Bock.

„112“ vom 2022er Album „If The Sky Came Down“ und die Vorab-Singelauskopplung „Dead People Scare me (But The Living Make Me Sick)” vom kommenden Album “Hell Is A State Of Mind” oder auch „Blood In Your Hands” durften nicht fehlen.

Es hat sich mal wieder gelohnt!

Setlist:

  1. No Absolution
  2. 112
  3. Dead People Scare Me (But The Living Make Me Sick)
  4. Blood In Your Hands
  5. What Have I Done
  6. Stitches
  7. Trash All Over You

Donnerstag

Redaktion:  Matthias Brand
W.E.T. Stage/18.15Uhr
MACABRE "40th Anniversary Show

MACABRE feiern in der Bullhead City ihr 40-jähriges Jubiläum von Murder Metal. Allein schon der Anblick auf der Bühne ist... speziell. Braun in braun, mit Hosenträgern, steht Sänger Lance Lencioni alias Corporate Death mit einem Headset auf der Bühne, flankiert von Nefarious (Charles Lesewicz) am Bass und im Hintergrund Dennis „the menace“ Ritchie am Schlagzeug. Zudem irrt ein als Zodiac-Killer verkleideter Kerl auf der Bühne herum und tut so, als würde er wahllos in die Menge schießen. Damit ist auch der Opener des Sets klar. Thematisch spielen Macabre Songs über Massenmörder, verpackt in Grind-lastigen Deathmetal mit Kinderlieder-Melodie-Einschlag. Ihr seid vollständig verstört? Ich bin mir ziemlich sicher, genau das war die Absicht, als die Band vor 40 Jahren mit ihrem Konzept angefangen haben.
Die Fans sind begeistert, allerdings ist der Sound eher rumpelig und das Timing auch nicht wirklich tight. Das einzige, was sich nun noch ändert, sind die Kostüme des Statisten, der sich ab und an auf der Bühne blicken lässt, um den thematisierten Massenmörder zu mimen. Abwechslungsreich wird es dadurch aber nicht gerade...

Setlist:

  1. Zodiac
  2. The wheels on the bug
  3. Albert was worse than any fish in the sea
  4. McMassacre
  5. The Iceman
  6. Night Stalker
  7. Serial killer
  8. Scrub a dub dub
  9. Vampire of Düsseldorf
  10. The Unabomber
  11. Joe Ball was his name
  12. Ed Gein


Donnerstag

Redaktion:  Burkhard Becker
Wasteland-Stage / 23:00 - 00:00 Uhr
Cypecore

Der Commander und seine Crew haben zu einer weiteren „Operation“ zur Wasteland-Stage eingeladen. Obwohl auf der Harder-Stage zeitgleich und ebenfalls bis Mitternacht Guns´n´Roses spielen, war der Bereich vor der Wasteland-Stage rappelvoll. Da Cypecore das komplette Kontrastprogramm zu den alten Helden aus den 80ern sind, haben sich die vielen Metalheads augenscheinlich für die Jungs aus Mannheim entschieden. Von Beginn an hatten Cypecore auch hier einen dermaßen fetten und brillanten Sound, dass es die Entscheidung noch leichter gemacht hat, an dieser Stelle der Musik zu lauschen, war doch der Sound aktuell auf der Harder-Stage eher bescheiden.

Mit ständigen Feuerfontänen (und leider wieder diesem extrem störenden und extrem lauten Zischen der Feuerlanzen) führte Sänger Dominic souverän durch das Programm. Da die Jungs in 2024 das neue Album „Make Me Real“ veröffentlicht hatten, waren natürlich viele Songs von eben diesem Album dabei. Aber natürlich auch vom Klassiker „The Alliance“ mit dem gleichnamigen Song, auf den eigentlich bei jedem Konzert alle warten, da man dazu so schön mitgrölen kann und der Satz „We Are One“ immer wieder über dem Gesamtkonzept schwebt. Als dann als Kontrast zu den futuristischen Anzügen der Musiker zu besagtem Song auch noch mehrere „Endzeit-Krieger“ aus dem Wasteland-Camp im MadMax-Outfit auf der Bühne standen, war der Moment perfekt. Wie gesagt: Cypecore sind immer wieder sehenswert! Auf den großen Bühnen ganz besonders. Und hier in Wacken bietet die Wasteland-Stage (auf der diese Band vermutlich auf ewig gesetzt wird) zudem das perfekte Ambiente für den Post-Apokalyptischen-Melodic-Death-Metal.

Setlist:

  1. Intro / The Alliance
  2. Make Me Real
  3. The Hills Have Eyes
  4. Identity
  5. Redeemer
  6. My Confession
  7. Dissatisfactory
  8. Neoteric Gods

Freitag

Redaktion:  Matthias Brand
Louder/19.00Uhr
Fear Factory

Die Louder Stage ist voll, denn FEAR FACTORY bitten zum Tanz. Es wird der 30. Geburtstag des Meilenstein-Albums „Demanufacture“ gefeiert. Nach der Trennung von Sänger Burton C. Bell bin ich gleichsam gespannt und voller Zweifel. Bis dahin habe ich noch kein Video oder ähnliches vom neuen Mann am Mikrofon gesehen oder gar etwas gehört. Doch Milo Silvestro nimmt mir direkt mit „Demanufacture“ die Angst. Stimmlich ist Fear Factory vermutlich live noch nie so gut gewesen wie in diesem Moment. Sowohl die Growls als auch die Clean Vocals kommen absolut überzeugend, wenn auch gefühlt wie ein „klingt wie“-Klon. Was er auf der Bühne nicht herüberbringt, ist der Charme und das Charisma, das Bell hatte. Aber sei es drum, es bringt nichts, über vergossene Milch zu debattieren.
Die Setlist ist, nunja, vorhersehbar. Zur Feier des Albums wird genau dieses Song für Song abgearbeitet. Das ist grundsätzlich großartig, aber der ein oder andere Song aus einer anderen Schaffensphase wäre für mich schon schön gewesen. Lediglich zum Abschluss gibt es noch „Linchpin“ auf die Ohren. FEAR FACTORY haben mit diesem Album Geschichte geschrieben, und dieser Auftritt war Beweis dafür, dass das Album absolut zeitlose Klassiker aneinander reiht. Grandios.

Setlist:
  1. Demanufacture
  2. Self bias resistor
  3. Zero Signal
  4. Replica
  5. New breed
  6. Dog day sunrise
  7. Body hammer
  8. Flashpoint
  9. H-K (Hunter-Killer)
  10. Pisschrist
  11. A therapy for pain
  12. Linchpin

Freitag

Redaktion:  Matthias Brand
Headbangers Stage / 22.30Uhr
Walls of Jericho

Nach 16 Jahren sind WALLS OF JERICHO zurück in Wacken. Candace Kucsulain ist von der ersten Sekunde an voll in ihrem Element und komplett „on fire“. Hier gibt es die Hardcore-Vollbedienung, ohne Kompromisse, ohne unnötige Schnörkel, dafür mit ganz viel Herz, denn: Candace hat ihre Tochter Patsy mit im Gepäck, die an ihrem Geburtstag ihr Bühnendebüt gibt und mit ihrer Mutter zusammen singt. Ein unglaublich emotionaler Moment für Candace, Patsy, die gesamte Band und auch das Publikum. Das war richtig klasse! Dieser Auftritt ist von der ersten bis zur letzten Sekunde energiegeladen und explosiv. Auf der „kleinen“ Headbangers Stage ist die Band perfekt aufgehoben, denn die Distanz zum Publikum ist überschaubar.

Setlist:

  1. The american dream
  2. A trigger full of promises
  3. All hail the dead
  4. There´s no I in fuck you
  5. A little piece of me
  6. No one can save you from yourself
  7. Forever militant
  8. Why father
  9. A day and a thousand years
  10. Playing soldier again
  11. Revival never gos out of style


Freitag

Redaktion:  Burkhard Becker
W.E.T.-Stage / 13:00 - 13:45 Uhr
Setyoursails

Es regnet und regnet und regnet. Also hissen wir die Segel, nehmen uns ein leckeres Mittags-Pils und bewegen uns zur W.E.T.-Stage zur den Kölnern Setyoursails. Die Band um Sängerin Jules Mitch hat mit „Bad Blood“ auch ein recht aktuelles Album am Start, vom dem sie natürlich einige Songs dem Wacken-Publikum unterbreiten wollen. Dort angekommen, wäre ein Segelboot keine falsche Alternative gewesen, hatten sich Teile der Wiese vor der Bühne in größere Pfützen verwandelt, was aber selbstverständlich hartgesottene Fans nicht davon abhielt unter Regen-Vollschutz dem Melodic-Metal-Core zu lauschen. Trotz des Sauwetters war der Platz vor der Bühne (bis auf die großen Pfützen) gut gefüllt. „Mirror“, „Nightfall“, „Bad Company“ oder „Bad Blood“ wurden von der symphatischen Frontfrau mit ihrem schwarzen Hut (ein übrigens gutes Erkennungsmerkmal) mit einer Sicherheit rausgerotzt, als wäre diese Band schon seit Jahrzehnten auf Tour. Das Beste kommt bekanntlich immer zum Schluss: als krönenden Abschluss-Song gab es „Best Of Me“. Derweil hatte der Regen nachgelassen und die Kopfbedeckungen konnten runtergenommen werden. Wenn das kein Zeichen ist…

Auf jeden Fall eine weitere großartige Band mit einer starken Frontfrau, die „Female-Fronted“-Bands wie League Of Distortion oder auch April Art inzwischen in nichts nachsteht und an dieser Stelle ein gelungenes Wacken-Debut hingelegt hat!

Setlist:

  1. Mirror
  2. Nightfall
  3. Bad Company
  4. Bad Blood
  5. Dangerous
  6. Heart Attack
  7. Best Of Me
© Robert Jaenecke

Freitag

Redaktion:  Burkhard Becker
Wackinger Stage / 15:00 - 16:00 Uhr
Iotunn

Als hätten die Wickinger, äh Wackinger ein Einsehen mit ihrem Festival und haben einfach mal den Regen weggezaubert. Denn es war Sonne eingekehrt und man konnte Iotunn auf der Wackinger-Stage in aller Ruhe (und ungewohnter Wärme) genießen. Große Bewegungen sollten allerdings vermieden werden, da man immer noch Gefahr lief, im Morast stecken zu bleiben.

Die Dänen/Faröer hatten immerhin eine ganze Stunde Spielzeit, was aber aufgrund der Länge der einzelnen Songs letztendlich dazu führte, dass es nur einige wenige auserwählte Titel zu hören gab. Aber die hatten es in sich! Mal episch, mal progressive, mal in die Richtung des Black-Metal. Iotunn haben eine recht eigenwillige Mischung aus vielen Stilbereichen kreiert, die das Zuhören mit dem teils eigenwilligen Gesangsstil von Sänger Jón Aldará nicht immer einfach machen. Aber am heutigen Tage sollte es vollends gelingen mit Songs wie „Kinship Elegiac“, „The Tower of Cosmic Nihility“ oder „Earth To Sky“ die Fans in ihren Bann zu ziehen und eine epische Show zu zaubern, die bei vielen im Gedächtnis hängen bleiben würde.

Setlist:

  1. Kinship Elegiac
  2. The Tower of Cosmic Nihility
  3. Earth To Sky
  4. Access All Worlds
  5. Waves Below

Donnerstag

Redaktion:  Björn Lause
Louder Stage / 31.07. – 17:30
Clawfinger

Nach einem wettertechnisch vielversprechendem Tagesauftakt stand gegen Donnerstag Abend der nächste Pflichttermin auf der To-Do-Liste.

Bei – noch blauem Himmel – galt es den Pionieren des Crossover und Rap-Metal zu lauschen. Seit mehr als 31 Jahren stehen Clawfinger für direkten und riffgetriebenen Sound der auch eine klare politische Haltung aufzeigt.

Nur Wochen vor dem Wacken Open Air verkündeten die Schweden, dass sie nach mehr als 19 Jahren nun endlich Ende Februar 2026 einen neuen Longplayer veröffentlichen werden.

Dementsprechend hoch dann die Erwartungen der Fans vor Ort – und sie wurden nicht enttäuscht. Zak Tell und seine schwedisch/norwegischen Mitstreiter wissen wie man das Publikum anheizt und bei Laune hält.

Einziger negativer Punkt bei Auftritt – er war leider viel zu kurz. Nach nur 16 Songs wurde die Louder Stage an die nächste Band übergeben. Meiner Meinung nach hätten sie einen Slot auf einer der „großen“ Bühnen redlich verdient.

Setlist:

  1. Clawfnger
  2. (intro : James Bond's Gold Finger theme)
  3. Burn in Hell
  4. Nothing Going On
  5. Scum
  6. Rosegrove
  7. Warfair
  8. Catch Me
  9. Undone
  10. Out to Get Me
  11. Ball & Chain
  12. (New Song Unreleased)
  13. Two Sides
  14. Recipe for Hate
  15. Hold Your Head Up
  16. The Price We Pay
  17. Biggest & the Best
  18. The Truth
  19. Do What I Say

Freitag

Redaktion:  Björn Lause
Wackinger Stage / 18:30
Eihwar

Der Wacken Freitag geht langsam in den Vorabend über – Zeit sich an der Wackinger Stage einzufinden um sich mit dem „Viking War Trance“ von Eihwar in den weiteren Abend einstimmen zu lassen.

Eine Idee die noch eine nicht unerhebliche Anzahl anderer Fans des französischen Duos Asrunn und Mark an diesem Abend hatten. Der Bereich vor der Bühne und zwischen den Marktständen platzt aus allen Nähten.

Schnell haben die beiden die eine Mischung aus heidnischen Klängen, Percussion und elektronischen Beats präsentieren das Publikum in ihren Bann gezogen.

Und auch mir geht es so, nachdem ich Eihwar als Vorband von The Hu in Braunschweig bewundern durfte.

Neben klassikern von ihrem Erstlingswerk Ragnarök sowie dem Nachfolger Viking War Trance gab es auch neue Songs vom damals noch anstehenden dritten Album Hugrheim.

Interessant zu wissen ist auch, das die verwendete Sprache komplett frei erfunden ist, was die Texte noch einmal ein ganzes Stück mystischer macht.

Nach leider nur 9 Songs bewegen wir uns in praktisch in Trance zum Bereich vor der Louder Stage um den letzten Klängen von Fear Factory zu lauschen.

  1. Völva's Chant
  2. Ragnarök
  3. Yggdrasil's Renewal
  4. Baldr
  5. Sir Mannelig
  6. Skjaldmö
  7. Viking War Trance
  8. Fenrir
  9. Berserkr

Samstag

Redaktion:  Matthias Brand
Faster Stage / 14.00Uhr
August Burns Red

Absolut unnötiger Weise eröffnen AUGUST BURNS RED ihr Set mit einem Coversong. Klar, mit Chop Suey! hat die Band das Publikum, das sie vielleicht nicht direkt kennt, sofort im Griff, aber normalerweise sollten die Herren das nicht nötig haben. Und dass sie auch ansonsten auf Trends pfeifen, beweisen sie vielfältig: während der Sänger (zur besseren Atmung) ein auffälliges Nasenpflaster trägt, springt der Gitarrist in FlipFlops über die Bühne. Bei dem Bewegungsdrang der Band ist dies nicht nur überraschend, sondern in gewisser Weise sogar riskant. Aber alles geht gut, und die Band feuert ihre Hits ab. Soundmäßig eines der besten Konzerte des gesamten Festivals, energetisch, technisch einwandfrei, unglaublich viel Action auf der Bühne (ohne großartiges Bühnenbild oder ähnliches), aber als technisch anspruchsvolle Hardcore-Band nicht unbedingt jedermanns Sache und auf dem Wacken Open Air sicherlich nicht unbedingt vor Zielpublikum spielend. Zudem absolut sympathisch: nach dem Set kommt Sänger Jake Luhrs (wie schon 2014) an die Wellenbrecher und verabschiedet sich per Handschlag bei allen Fans, die noch vorne stehen.

Setlist:

  1. Chop Suey!
  2. Paramount
  3. Composure
  4. Defender
  5. Bloodletter
  6. Vengeance
  7. Meridian
  8. Meddler
  9. Back Burner
  10. Exhumed
  11. Ghosts
  12. Marianas Trench

Samstag

Redaktion:  Burkhard Becker
Wackinger Stage / 16:45 - 17:45 Uhr
Seven Spires

Manchmal brauchen die Dinge im Leben ihre Zeit und bei Seven Spires war die Zeit gekommen, dass die Band endlich in Wacken spielen konnte. Hatte Adrienne bereits mit Avantasia als Backgroundsängerin auf den großen Bühnen dieses Festivals gestanden, oder auch schon mit der Band ihres Mentors Sascha Paeth (Sascha Paeths´ Masters Of Ceremony) andere Bühnen des heiligen Ackers beehren dürfen, so war es für sie heute natürlich kein Neuland. Im Gegensatz zu Avantasia und Sascha Paeths´ Masters Of Ceremony kann sich Adrienne bei Seven Spires stimmlich so richtig austoben und ihre gesamte Bandbreite zeigen. Da die Band aus Boston fast alles Stile des Metal in ihren Songs bedient, muss natürlich auch die Gesangsstimme von Screams, Growls, bis clean und sanft oder einfach nur rotzig vorkommen. Und das kann Adrienne Cowan in einem Wechsel, dass man manchmal staunt. Wobei mir hier und dort die sehr hohen Parts nicht ganz so gut gefallen haben (was z.B. bei „Love´s Souvenir“ der Fall war). Die growligen Parts im Dauerfeuer-Double-Bass-Modus dagegen passten wieder richtig gut. Für das Publikum war das allerdings eher zweitrangig. Die Sonne schien, die Stimmung war gut und Adrienne konnte die Menge beim balladesken „Emerald Necklace“ zum „Mitschunkeln“ animieren. „Gods of Debauchery“ vom gleichnamigen Album, „Shadow On An Endless Sea“, „Oceans Of Time“ oder “No Place For Us” wurden zelebriert und von den Metalheads ordentlich abgefeiert, wobei es für mih eine besondere Freude war, sehr viele Songs vom aktuellen Album „A Fortress Called Home“ zu hören. Da Adrienne aufgrund ihrer besagten muikalischen Tätigkeiten im Sommer offensichtlich die meiste Zeit in Deutschland und Europa zu verbringen scheint, ist auch die deutsche Sprache nicht ganz an ihr vorbeigegangen, sodass sie immer mal wieder einige Ansagen in Deutsch tätigte, was sie noch sympathischer machte, als sie eh schon ist.

Setlist:

  1. Gods of Debauchery
  2. Shadow On An Endless Sea
  3. Oceans Of Time
  4. Emerald Necklace
  5. Love’s Souvenir
  6. No Place For Us
  7. Succumb

Samstag

Redaktion:  Björn Lause
True Metal Stage / 23.00Uhr
Machine Head

Dreizehn lange Jahre mussten die Fans des Wacken Open Air auf einen Auftritt von Machine Head warten. Letztmalig im Jahr 2012, damals noch auf der True Metal Stage, zeigten die Bay Area Trasher was sie können. Nach einer mehr als 10-jährigen Festivalpause mit einem Überraschungsauftritt beim Bloodstock Open Air 2022 war es also nach dem Promoters Farewell endlich soweit:

Rob Flynn und seine Bandkollegen Reece Scruggs, Jared MacEachern und Matt Alstom entern die Faster Stage. Ohne viel federlesen geht es gleich in die Vollen, Mit Imperium wird der Standard gesetzt und parallel zum nachfolgenden Ten Ton Hammer fliegen aufblasbare Hämmer in das frenetisch jubelnde Publikum.

Und das, obwohl der Wettergott an diesem Abend keine Gnade hatte und die nicht mehr ganz 85.000 Zuschauer einem unermüdlichen Regen aussetzte.

Eines ist am Ende des Sets sicher: Rob Flynn ist auch trotz seiner mittlerweile schon 57 Jahren nicht müde auf der Bühne Vollgas zu geben.

Nach 1 ½ Stunden und 12 fällt dann aber auch für die Trash Ikonen der Vorhang

Setlist:

  1. Imperium
  2. Ten Ton Hammer
  3. CHØKE ØN THE ASHES ØF YØUR HATE
  4. Now We Die
  5. Is There Anybody Out There?
  6. ØUTSIDER
  7. Locust
  8. BØNESCRAPER
  9. Bulldozer
  10. From This Day
  11. Davidian
  12. Halo
© Robert Jaenecke

Donnerstag

Redaktion:  Carsten Heuchert
Faster Stage / 18.45 - 20.15 Uhr
Michael Schenker Group
Michael Schenker wechselte als 17- jähriger Wunderknabe von den damals noch kleinen Scorpions zu den übergroßen UFO und spielte mit den Engländern von 1973-1978 fünf Studio Alben ein. 
 
Diese erfolgreichste Phase der Band wurde 1979 mit dem Live-Album „Strangers in the Night“ abgeschlossen und zählt bis heute zu einem der besten Live Alben der Rockgeschichte.
 
Das ist auch Grundlage für die Tour, 
 
„My Years with UFO“, bei der sich der Supergitarrist  mit einer hochkarätigen Begleitmannschaft durch die Klassiker spielte.  So auch in  Wacken 2025. 
 
Nach dem Intro ging es gleich los mit „Natural Thing“ und „You can Rock me“.
 
Am Mikro steht Erik Grönwall(Heat, Skid Row) welcher den UFO Klassikern einen tollen Glanz verleiht. Mit kraftvoller Stimme und charismatischer Bühnenpräsenz erinnert der 37-jährige  Däne tatsächlich etwas an den jungen Phil Mogg.
 
„Doctor Doctor“ wird als Hit begeistert gefeiert und laut mitgesungen. Chöre gehen  durch das gesamte Infield. Ausnahmsweise mal ohne Nässe von oben. Plötzlich steht Slash auf der Bühne und zockt das schöne „Mother Mary“ , welches er auch auf dem letzten Studio Album neu mit eingespielt hat. 
Was für eine gelungene Überraschung! 
Beide Gitarristen sprühen in den Soli vor Virtuosität und Spielfreude.
 
Slash verließ dann wieder die Bühne, denn ermusste sich auf den 3,5 Std Gig mit den Gunners vorbereiten…
 
Ob „Lights Out“ oder die Songs mit Überlänge „Love to Love“ , „Rock Bottom“ mit 5 min Gitarrensoli-Mittelteil haben auch nach über 50 Jahren nichts von ihrer Faszination eingebüßt.
 
Der 70-jährige Michael Schenker spielte seine Skalen, wunderschöne Harmonien. Bringt seine Flying V zum singen. Eine perfekte Gitarrenarbeit voller Energie und Leidenschaft.
 
Einfach nur großartig! Zu Recht ist er Vorbild und Wegweiser von Heerscharen an Gitarristen dieses
Als Abschluss gab es noch ein Live Debüt vom neuen Album, welches bei mir persönlich mit dem alten UFO Material nicht ganz  mithalten konnte. 
 
Trotzdem ein denkwürdiger Auftritt!
 
Intro: Immigrant Song (Tape – Led Zeppelin-Cover)
Natural Thing (UFO)
Only You Can Rock Me (UFO)
Hot ’n’ Ready (UFO)
Doctor Doctor (UFO)
Mother Mary (mit Slash als Gast) (UFO)
I’m a Loser (UFO)
This Kid’s (UFO)
Lights Out (UFO)
Love to Love (UFO)
Let It Roll (mit Michael Voss Gastgesang) (UFO)
Can You Roll Her (UFO)
Reasons Love (UFO)
Rock Bottom (UFO)
Shoot Shoot (UFO)
Too Hot to Handle (UFO) (gewidmet Pete Way und Paul Raymond)
Don’t Sell Your Soul (Michael Schenker Group – Live-Debüt des neuen Albums)

Freitag

Redaktion:  Carsten Heuchert
Harder Stage / 19 - 20.30 Uhr
Dirkschneider
Heavy Metal Ur-Gestein Udo Dirkschneider ist aus Deutschlands Rocklandschaft nicht mehr wegzudenken. 
Auch 2025 ist das mittlerweile 73-jährige Accept Gründungsmitglied wieder mal in Wacken zu Gast.
 
Mit „40 Jahre Balls to the Wall“ , abgerundet mit noch einigen Accept Klassikern verspricht dieser Auftritt eine schöne Metal-Party zu werden. 
Die Mitstreiter Band wie in den Vorjahren, fest im Sattel. 
Andrey Smirnov - Gitarre
Fabian „Dee“ Dammers - Gitarre
Peter Baltes - Bass 
Sven Dirkschneider - Schlagzeug (Udo‘s Sohn)
 
Für mich ist es das schlimmste 
Regen-Matsch-Wacken aller Zeiten. Trotz allem:  Beim Intro von „Fast as a Shark“ haben alle um mich herum ein gut gelauntes Grinsen im Gesicht.
Die ersten drei Accept Kracher werden bei bestem Sound ins Infield abgefeuert. 
Udo zeigt sich bei bester Stimme und sichtlich gut gelaunt. Bei diesem dankbaren Publikum auch kein Wunder!
Als die gesamte „Balls to the Wall“ Platte performt wird, ist die Stimmung einfach nur fantastisch. Textsicher wird hier mitgesungen, was nur geht. 
Doro durfte natürlich für einen Gastauftritt nicht fehlen.
Absoluter Höhepunkt ist natürlich das legendäre „Princess of the Dawn“, welches gefühlt jeder Besucher des Infields frenetisch abfeiert. Immer wieder interagiert Udo mit Peter Baltes, der nicht nur einen guten Job macht und einen der knackigsten Bass Sounds des Festivals  abliefert, sondern  auch zum sympathischen Publikums Liebling wird.
Klasse Vorstellung! Der Lack ist noch lange nicht ab! 
 
Setlist :
Fast as a Shark (Accept-Song)
Living for Tonite (Accept)
Midnight Mover (Accept)
Balls to the Wall (Accept)
Balls to the Wall (Repeat; Accept)
London Leatherboys (Accept)
Fight It Back (Accept)
Head Over Heels (Accept)
Losing More Than You’ve Ever Had (Accept)
Love Child (Accept)
Turn Me On (Accept)
Losers and Winners (Accept)
Guardian of the Night (Accept)
Winterdreams (Accept) – mit Doro Pesch als Special Guest
Princess of the Dawn (Accept)
Up to the Limit (Accept)
Burning (Accept)
© Robert Jaenecke

Freitag

Headbanger Stage / 14 - 14.45 Uhr
Victory
Die 1984 gegründeten Victory gehören zu den erfolgreichsten Bands des aus Hannover stammenden Herman Frank. 
Der ehemalige Accept Gitarrist hält bis heute mit erneuten Reunion und Besetzungswechsel, neben seinen vielen anderen Projekten, an  dieser Formation fest. An Rente scheint der 66-Jähriger jedenfalls nicht zu denken.
Neugierig machte ich mich an diesem frühen Nachmittag auf den Weg durch die *Matschlandschaft* zur Headbanger Stage, wo direkt vor der Bühne eine groß angelegter See wartet…. Nicht der beste Slot des Tages, trotzdem tummelten sich einige Fans im Nass. Egal! Bei bester Stimmung startet der Fünfer 
mit „Are you Ready“, ein Klassiker von 1986, in die 45 Minuten Show. 
Klasse Sound von Jacky Lehmann der auch Bands wie Saxon mischt. 
Bereits nach den ersten Takten wird klar, wie stark die Band in den letzten Jahren geworden ist.
Der Schweizer Sänger  Gianni Pontillo, dem die Songs auf seine Stimme zugeschnitten *scheinen*, trägt einiges dazu bei. 
Weiter zum Stampfer „Take the Pace“
bieten Victory trotz der kurzen Spielzeit einen guten Querschnitt durch die Jahrzehnte. 
Bei „On the Loose“ konnte der Frontmann Pontillo nochmal zeigen, dass er die beste Wahl für diese Band ist. 
Bevor das Set mit dem Gassenhauer „Check‘s in the Mail“ ins Finale geht. 
Ein absolut solider Gig mit sehr guter 
 Band-Leistung !  HermanFrank zeigt sich in topform. Die Soli, Licks und Metal-Riffs machen einfach nur Spaß!
Hoffentlich hören wir noch mehr davon.
 
Setlist:
Are You Ready
Take the Pace
Rock the Neighbours
Gods of Tomorrow
Standing Like a Rock
Speak Up
Feel the Fire
Surrender My Heart
On the Loose
Check’s in the Mail

Freitag

Redaktion:  Carsten Heuchert
Faster Stage / 17.30 - 18.45 Uhr
Krokus

Eigentlich war ich bereits auf dem Rückweg ins Camp, als auf der Faster Stage die Schweizer Hardrock-Veteranen von Krokus angekündigt wurden. Als dann tatsächlich auch noch die Sonne die grauen Regenwolken vertrieb, musste ein weiteres Bier her …

50 Jahre Krokus in dieser (fast) Ur-Besetzung musste ich mir einfach anschauen.
Marc Storace (Gesang), Fernando von Arb (Gitarre) und Chris von Rohr (Bass) – mittlerweile alle weit über 70 – stehen gemeinsam mit zwei weiteren Wegbegleitern auf der Bühne und legen direkt mit ihrem vielleicht schnellsten und härtesten Song los.

„Headhunter“, der Titeltrack des Albums von 1983, eröffnet das Set, gefolgt von „Long Stick Goes Boom“. Ein toller Klassiker mit einer witzigen „The Who“-Einlage.

„Hoodoo Woman“, „Eat the Rich“ oder „Fire“ kommen als schöne „Gute-Laune-Alt-Herren-Rock“-Schunkler daher. Die Stadionhymne „Rockin’ in the Free World“, das bekannte Cover von Neil Young, ist perfekt platziert und sorgt dafür, dass sich die gute Stimmung im gesamten Infield verbreitet.

Die Band wirkt bestens eingespielt und reißt mit „Easy Rocker“ noch einmal alles heraus. Ein Drumsolo während „Heatstrokes“ hätte es für meinen Geschmack nicht unbedingt gebraucht, dafür sorgt die Halbballade „Screaming in the Night“ anschließend für echte Gänsehaut.

Alles in allem ein gelungener Gig bei sonnigem Wetter und bester Laune – von einer Kultband, die sich eigentlich schon einmal verabschiedet hatte.


Setlist

  1. Headhunter

  2. Long Stick Goes Boom (with a snippet of The Who’s “Pinball Wizard”)

  3. Stayed Awake All Night (cover of Bachman–Turner Overdrive)

  4. Rock ’n’ Roll Tonight

  5. Winning Man

  6. Hoodoo Woman

  7. Eat the Rich

  8. Fire

  9. Rockin’ in the Free World (Neil Young cover)

  10. Easy Rocker

  11. Bedside Radio

  12. Heatstrokes (including a drum solo)

  13. Screaming in the Night

  14. Live for the Action


Samstag

Redaktion:  Daniel Krömmling
Louder Stage / 17:00 Uhr
Mastodon

Das Wacken-Debüt der Grammy-prämierten Progressive-Metal-Giganten MASTODON war für viele ein lang ersehntes Ereignis, welches mehr als befriedigt wurde. Obwohl etwas merkwürdig, dass eine Band vom Format MASTODONs erst jetzt ihr Wacken-Debüt feierte, aber umso schöner, dass es in der jetzigen Best-Form geschah, in der sie sich momentan befinden. Mit Tracks wie „The Motherload”, „Crystal Skull” und „Megalodon” lieferten sie die perfekte Balance aus Power und schleppenden Wüsten-Groove, untermalt von typischen psychedelischen Elementen. Besonders bemerkenswert: trotz des kürzlichen Abschieds von Gitarrist Brent Hinds bewies die Band, dass sie nicht so leicht aus der Bahn zu werfen ist. Sein Nachfolger Nick Johnston erwies sich als disziplinierter Gitarrist, der nahtlos mit Bill Kelliher harmonierte. Und doch gab es Stimmen im Publikum, die eine baldige Rückkehr von Hinds wehmütig herbeisehnten. Der Kracher „Blood and Thunder” wäre ein grandioses Finale gewesen – wurde jedoch von ihrem Ozzy-Tribut-Song am Ende des Auftritts noch mal übertroffen („Supernaut“, Black Sabbath-Cover).

Leider wusste man bis dato noch nicht, dass der zuvor ausgestiegene Gitarrist Brent Hinds bei einem Motorradunfall später im August im Alter von nur 51 Jahren verstarb.

Setlist:

  1. Tread Lightly
  2. The Motherload
  3. Pushing the Tides
  4. Crystal Skull
  5. Black Tongue
  6. Megalodon
  7. Mother Puncher
  8. More Than I Could Chew
  9. Steambreather
  10. Blood and Thunder
  11. Supernaut (Black Sabbath cover)

Samstag

Redaktion:  Daniel Krömmling
W.A.S.P.

Als nächstes stand die Legende W.A.S.P. als weiteres Highlight auf der Menükarte des deliziösen, zwar leicht verwässerten, aber dennoch geschmacksintensiven Menükarte des Wacken Open Airs.

Bereits eine halbe Stunde vor Konzertbeginn war es vor der Bühne proppenvoll. Bei wechselhaftem Wetter warteten alle geduldig und länger als nötig auf den Mastermind, der ja bekannt für seine Launen ist, wider Erwarten auch mal einen kurzen Auftrifft zu absolvieren. Auch regelmäßige Regenschauer halfen nicht, die geduldige Menge zum Weggehen zu bewegen. Als dann endlich Blacky Lawless an diesen Samstagnachmittag auf der Bühne erschien, zeigten die unzähligen Zuschauer schon allein am Jubel, wie sehr diese Band immer noch geliebt und verehrt wird. Als dann schließlich die ersten Töne von „W.A.S.P.“ erklangen, gab es kein Halten mehr, sowohl die Menge als auch die Musiker auf der Bühne schienen als Einheit von der überspringenden Stimmung mitgerissen zu werden. Überhaupt war der gesamte Gig gespickt von Songs der ersten Phase der Band - legendäre Klassiker wie „I Wanna Be Somebody“ oder „L.O.V.E. Machine“ gaben sich regelrecht die Klinke in die Hand. Nicht nur, dass sämtliche Klassiker des ersten selbstbetitelten Albums von 1984 gespielt wurden, Blacky zeigte während seiner unglaublichen Performance eine regelrechte Leidenschaft, die man schon lange nicht mehr von ihm auf der Bühne gesehen hat.

Allerdings erschien es mir manchmal doch ein wenig zu perfekt. Blackys Gesang klang in der Vergangenheit nämlich auch schon mal schiefer - ob man da etwa nachgeholfen hat? Aber so weit wollen und sollten wir nicht denken. Ansonsten würde auch bei diesem Highlight des letzten Festivaltages des 34. Wacken Open Airs was Negatives hängen bleiben. Schließlich hatten wir das ja bereits am Donnerstagabend beim Trauerspiel von Axl Rose.

Setlist:

  1. W.A.S.P.
  2. I Wanna Be Somebody
  3. L.O.V.E. Machine
  4. The Flame
  5. B.A.D.
  6. School Daze
  7. Hellion
  8. Sleeping (in the Fire)
  9. On Your Knees
  10. Tormentor
  11. The Torture Never Stops

Encore:

  1. The Real Me (The Who cover)
  2. Forever Free
  3. The Headless Children
  4. Wild Child
  5. Blind in Texas

Samstag

Redaktion:  Daniel Krömmling
Louder Stage / 22:45 Uhr
Within Temptation

Die niederländischen Symphonic-Metal-Legenden beschlossen das Festival als eine der letzten großen Headliner-Acts am Samstag, dem 2. August auf der Louder Stage. WITHIN TEMPTATION, 1996 gegründet, gehören ja bekanntlich zu den langjährigsten Größen des Symphonic Metals, und ihr Auftritt am letzten Festivaltag bewies einmal mehr, warum sie auf diesem Niveau spielen. Selbst der erneut einsetzende Regen hielt Frontfrau Sharon den Adel nicht auf, sie sang und performte routiniert durch Hits wie „Ice Queen” und „Faster”, mit einem emotionalen Finale „Mother Earth”.

Dennoch wollte bei mir an diesem Samstagabend keine wirkliche Stimmung aufkommen. Ob der Grund, warum der Funke nicht übergesprungen ist, am Regen lag, dass man nach 5 Festivaltagen einfach hinüber ist, oder dass ich einfach zu weit weg von der Bühne stand – Fakt ist, dass alle Songs relativ emotionslos dahinplätscherten. Zwar professionell, aber auch mit einer Routine, die jegliche Atmosphäre vermissen ließ. Dennoch wurde der Gig trotz Regen von der großen Menschenmenge vor und neben den Bühnen gut abgefeiert. Ein Highlight war sicher auch als zweite Zugabe der Song „Shed My Skin“, wofür Sharon tatkräftige Unterstützung in Form vom ANNISOKAY-Shouter Christoph Wieczorek bekam.

Setlist:

  1. We Go to War
  2. Bleed Out
  3. Faster
  4. In the Middle of the Night
  5. Stand My Ground
  6. Wireless
  7. Shot in the Dark
  8. Angels
  9. Paradise (What About Us?)
  10. Don't Pray for Me
  11. Supernova
  12. Lost
  13. The Reckoning

Encore:

  1. Our Solemn Hour
  2. Shed My Skin (with Annisokay) (Christoph Wieczorek)
  3. Ice Queen
  4. Mother Earth

Samstag

Redaktion:  Daniel Krömmling
Harder Stage / 14 Uhr
Obituary

Die Florida-Death-Metal-Legenden OBITUARY mussten im Rahmen ihrer „European Cause Of Death Summer Bash 2025 Tour” natürlich auch auf dem Wacken vorbeikommen. An diesem letzten Festivaltag gegen frühen Nachmittag bewiesen OBITUARY somit eindrucksvoll, warum sie zu den Legenden des Florida-Death-Metals zählen. Trotz peitschendem Regen und tiefem Schlamm war die Intensität der Performance ungebrochen. Die Todes-Metal-Pioniere zockten leidenschaftlich ihre Songs und bestätigten mit vielen Klassikern (u.a. „Slowly We Rot“, „Cause of Death“) ihren unverminderten (Kult-)Status. Auch hier gab es, wie bei vielen anderen Bands, wieder während der Songs Jamsession-artigen Tribut an Ozzy Osbourne. In Summe eine tolle Performance - absolut souverän und relaxt dargeboten, als ob es kein Regen oder sonstige Hindernisse geben hätte. Anschließend danke Sänger John Tardy den Fans, dass sie trotz Regen durchgehalten und den Florida Death Metal der fünf Jungs so frenetisch abgefeiert haben. Großes Kino an alle Beteiligten!

Setlist:

  1. Redneck Stomp
  2. Threatening Skies
  3. By the Light
  4. The Wrong Time
  5. Infected
  6. Body Bag
  7. Dying
  8. Cause of Death
  9. Circle of the Tyrants (Celtic Frost cover)
  10. Chopped in Half / Turned Inside Out
  11. I'm in Pain
  12. Slowly We Rot
  13. Cat Scratch Fever (Ted Nugent song)
© Robert Jaenecke