Ein versuchter Handtaschenraub + ein Verkehrsunfall = ein neuer Fall für die DREI FRAGEZEICHEN. Ein junges Mädchen hat eine rätselhafte Audiobotschaft ihres verstorbenen Vaters erhalten und weiß sich darauf keinen Reim zu machen. Der Spürsinn der drei Juniordetektive ist gefragt.
Schnell wird klar, dass Justus, Peter und Bob mit ihrer Vergangenheit konfrontiert werden, denn bei dem roten Büffel handelt es sich um ein wertvolles Kunstwerk, welches verschwunden ist. Hinter dem Raub des Gemäldes scheint ein alter Bekannter zu tun: der Nachtschatten. Doch die Ermittlungen geraten ins Stocken und Justus sieht keinen anderen Ausweg, als ihren Erzfeind Victor Hugenay im Gefängnis zu befragen. Eine Idee, die eine Lawine lostritt und doch zum Erfolg zu führen scheint. Doch der Schein trügt und am Ende entpuppt sich der rote Büffel nur als Mittel zum Zweck, denn es geht den Strippenziehern um etwas viel wertvolleres. Doch um dies zu erkennen, müssen Justus & Co zunächst erkennen, dass ihre Vorliebe für Rätsel sie mal wieder zum willfährigen Instrument dunkler Machenschaften hat werden lassen.
Der letzte Fall aus der Feder von André Marx beschert den Fans der DREI FRAGEZEICHEN nicht nur ein Wiedersehen mit dem Kunstdieb Victor Hugeny (gesprochen von Tobias Meister), sondern auch mit dem Stadtstreicher Rubbish George, der eine nicht unwesentliche Rolle im Verwirrspiel der Kriminellen spielt. Noch bevor ich die Folge in den Händen hielt, zog mein Kumpel Jan ein positives Resümee des vorliegenden Falles. Doch ganz so einhellig ist diese Beurteilung nicht. Im Netz finden sich verschiedene Vorbehalte gegen die Umsetzung der Buchvorlage. So erscheint einigen Fans das Verhalten des Kunstsammlers Byron unlogisch. Genauso wie Justus‘ Plan, den Kunstdieb Hugenay mit dem Wissen über dessen Familienverhältnisse unter Druck zu setzen – ein Plan, den Justus im Hörspiel ohne weitere Erklärung fallen lässt. Neben diesen Details wird auch die Kürzung der Handlung im Hörspiel gegenüber der Handlung in der Buchvorlage kritisiert. Für einige Kritiker lässt sich daraus sogar eine allgemeine Kritik an der Arbeit von André Minninger ableiten. Das Buch steht bei mir noch ungelesen im Schrank, so dass ich mich nicht zu etwaigen Schwächen bei der Drehbuchumsetzung äußern kann. Ich hatte, vollkommen unabhängig davon, meine Schwierigkeiten mit dem Anfang des Hörspiels, der bei mir nicht so richtig zünden wollte. Für mich gewinnt das Hörspiel nach dem ersten Drittel an Schwung und Attraktivität, denn hier wird langsam klar, dass jemand ein falsches Spiel mit den Detektiven spielt. Und auch wenn man natürlich recht bald vermuten kann, wer hier die Fäden zieht, so bleibt doch spannend, wie Justus & Co. das Verwirrspiel entwirren werden.
Unterm Strich bleibt für mich, trotz nachvollziehbarer Kritik an Details der Umsetzung, ein hörenswerter und mit zunehmender Spielzeit auch spannender Fall, der viele liebgewonnene Trademarks unserer Lieblingshörspielreihe aufgreift und weiterspinnt.