Ich habe es nicht verstanden, dass Duncan Patterson Anathema einst auf dem kreativen Höhepunkt verließ, die alsbald hinter einer überbewerteten Prog-Rock-Fassade untergingen.
Gemeinsam mit Mick Moss gründete er anschließend Antimatter, um zu neuen, alten Ufern aufzubrechen und seinen musikschöpferischen Drang auszuleben. Auch jener Formation kehrte er ohne Not den Rücken, um seither mit ALTERNATIVE 4 noch kompromissloser agieren zu können. Dass die Musik des Briten dadurch nicht zwingend zugänglicher geworden ist, dürfte kaum überraschen. Das sperrig-emotionale "The Brink"-Debut aus dem Jahr 2011 bestätigte dies. Der experimentierfreudige Patterson pendelt nun auf dem zweiten Album "The Obscurants" mit minimalistisch-verqueren, teilweise ausladend-schwelgerischen Trip-, Hop/Prog-Rock-Wurzeln à la Anathema/Antimatter meets Portishead zwischen genialer Nischenmusik und belanglosem Geplänkel. Freunde des gleichnamigen Anathema - Albums werden kaum begeistert sein, Anhänger der ersten beiden Antimatter - Veröffentlichungen dürften zumindest nicht enttäuscht werden.
Mich überzeugt das Ergebnis trotz einiger guter Ansätze allerdings nicht wirklich.