
Amon Amarth - The allfather awackens
Manchmal muss eine Band ihren Stil gar nicht groß verändern, um wieder richtig Spaß zu machen. Genau das zeigen Amon Amarth mit The Allfather Awakens. Die Schweden bleiben ihrem bekannten Mix aus Melodic Death Metal, schweren Gitarren und nordischer Mythologie treu, wirken dabei aber wieder deutlich fokussierter und hungriger.
Schon „Gjallarhorn“ macht klar, wohin die Reise geht. Treibende Gitarren, Johan Heggs markantes Growling und ein Refrain, bei dem man sich sofort eine große Festivalbühne vorstellen kann. Auch „Eight Legs Of Thunder“ setzt direkt nach und bringt jede Menge Energie mit. Besonders die melodischen Gitarren und der eingängige Refrain bleiben schnell hängen.
Danach wird es mit „Kvasir’s Blood“ etwas düsterer. Der Song nimmt sich mehr Zeit und verbindet schwere Riffs mit starken Melodien. „We Rule The Waves“ geht anschließend wieder deutlich mehr nach vorne und liefert genau die Art von Hymne, für die Amon Amarth bekannt sind. Spätestens hier fühlt man sich wieder mitten in der Welt der Wikinger, Götter und großen Schlachten.
Eine kleine Überraschung gibt es mit „Upphaf“. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte liefern Amon Amarth einen komplett akustischen Song ab. Statt einer typischen Metal-Ballade bekommt man eine ruhige, fast schon folkige Nummer, die tatsächlich gut ins Album passt. Nach den schweren ersten Songs sorgt das Stück für etwas Abwechslung und wirkt wie eine kurze Pause am Lagerfeuer, bevor es wieder lauter wird.
Mit „Die With A War Cry“ und „Raven God“ wird danach wieder ordentlich Druck aufgebaut. Besonders „Raven God“ entwickelt sich langsam und führt direkt zum Titeltrack „The Allfather Awakes“. Hier bekommt man wieder die Mischung aus wuchtigen Gitarren, treibendem Schlagzeug und großen Melodien, die Amon Amarth seit Jahren ausmacht.
Richtig Tempo gibt es anschließend bei „Oden’s Hunt“. Der Song gehört für mich zu den stärkeren Momenten des Albums und zeigt, dass die Band auch nach 13 Alben noch ordentlich Feuer hat. Das Finale übernimmt „Ascending Like An Eagle“, das sich Zeit nimmt und das Album mit einem epischen Abschluss beendet.
Inhaltlich bleiben Amon Amarth natürlich ihrer großen Leidenschaft treu: nordische Mythologie und die Geschichten rund um Odin, Thor und die Welt der Wikinger. Das passt weiterhin perfekt zur Musik und wirkt auch nach all den Jahren nicht fehl am Platz.
Ganz ohne bekannte Muster kommt The Allfather Awakens allerdings nicht aus. An einigen Stellen merkt man deutlich, dass Amon Amarth inzwischen eine sehr feste Formel haben. Manche Riffs und Songstrukturen wirken dadurch etwas vertraut. Gleichzeitig gibt es aber genug kleine Veränderungen, starke Melodien und abwechslungsreiche Momente, damit das Album nicht einfach wie eine Kopie älterer Platten klingt.
Unterm Strich liefern Amon Amarth mit The Allfather Awakens ein starkes Album ab, das genau das bietet, was Fans von der Band erwarten, aber trotzdem ein paar neue Akzente setzt. Schwere Gitarren, große Refrains, Johan Heggs unverwechselbare Stimme und jede Menge nordische Atmosphäre – viel mehr braucht es manchmal einfach nicht.
