Die Gitarren klingen von Beginn an sehr Schwedisch, die Band stammt aber aus Italien. Auch das Tempo des wirklich guten Intros führt auf die falsche Fährte, geht es doch getragen zur Sache. In der Folge gibt es eine Mischung aus Death Metal und Grindcore.
Leider bedienen sich ANATOMY hier jeglicher Klischees und lassen die eigene Note vermissen. Es gibt den typischen Wechsel zwischen Grunts und eher kreischenden Vocals, groovige Teile und Blastbeats und textlich geht es mal wieder um medizinische Schnippelthemen. Mir fehlt in dieser für das Genre langsam gehaltenen Platte die Kompromisslosigkeit, die es im Grind braucht. Die Tracks rauschen recht gleichförmig vorbei und können nicht fesseln. Da zeigt sich mal wieder, wie schwer es ist, ein gutes Grindalbum zu machen. Trotz des wesentlich längeren Bestehens der Band hat beispielsweise die neue NAPALM DEATH wesentlich mehr Energie, Wucht, Frische und Spielfreude als ´Overtreatment´. Absolute Genrefetischisten können sich diese durchschnittliche Ware mal anhören. Mich hat sie nicht überzeugt, aber heiß auf den Gig von CARCASS beim With Full Force gemacht.