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Anthrax - Cursum Perficio

VÖ: 18. September 2026  •   Label  Nuclear Blast Records

Anthrax - Cursum Perficio

Zehn Jahre sind eine sehr sehr lange Zeit. Wenn man bei einer Band von Album zu Album denkt. So lange nämlich mussten Anthrax-Fans seit dem letzten Album "For All Kings" auf neues Futter für die Ohren warten. Nun meldet sich der Fünfer aus New York mit einem neuen Album zurück und der Titel "Cursum Perficio" („Ich bringe meinen Weg zu Ende“) klingt dabei schon fast verdächtig nach dem vielleicht letzten Album der Jungs. Ob das tatsächlich das Ende einer erfolgreichen Karriere bedeutet, bleibt offen. Ich für meinen Teil, kann nur hoffen, dass das ( noch ) nicht eintritt.

Musikalisch jedenfalls klingt ANTHRAX keineswegs nach einer Band, die an ihr baldiges Ende denkt. Das Album erscheint am 18. September 2026 und beinhaltet ganze elf Songs.

Nach dem kurzen Intro „ Persistente of Memory„ folgt „The Long Goodbye“ und macht klar, dass Anthrax nicht versuchen, zwanghaft ihre Vergangenheit zu kopieren. Natürlich erkennt man sofort Scott Ians Gitarrenspiel und Joey Belladonnas unverwechselbaren Gesang und man weiss sofort, mit welcher Band der Big Four man es hier zu tun hat. Um eines aber vorweg zu nehmen, das Album knüpft im Prinzip da an, wo For all Kings aufhörte. Ein Back to the 80´s wird es auch hier nicht geben.

Besonders stark wirkt das Album, wenn ANTHRAX etwas den Fuß aufs Gaspedal legen. „It’s For The Kids“ ist ein Paradebeispiel dafür: treibend, eine Portion Aggressivität, eingängig und mit genau jener Mischung aus Härte und Humor, die die Band damals zu Zeiten von Spreading the Disease oder Among the Living auszeichnete.

Richtig interessant wie ich finde, wird es bei „The Edge Of Perfection“. Der fast siebenminütige Track zeigt dann eine etwas andere Seite der Band, die ich so nicht von ihnen kannte. Der Titel arbeitet stärker mit Atmosphäre und epischen Strukturen. Genau solche Momente verhindern, dass Cursum Perficio lediglich wie ein verspätetes Among the Living 2.0 oder State of Euphoria wirkt. Anthrax kennen ihre glorreiche Vergangenheit, aber sie sind nicht bereit, sich darauf auszuruhen. Auch Songs wie T.O.M.B., „NYC 93“ und der Titeltrack erweitern das musikalische Spektrum, ohne die Identität der Band aufzugeben. Mit My Victory hat man nochmals einen Titel der das Album rundum abschliesst. Nur mit dem Titel „Infectious“ werde ich auch nach mehrmaligem hören nicht so richtig warm. Aber auch hier gilt - reine Geschmacksache.

Ganz ohne die eine oder andere kleine Schwäche kommt die Platte allerdings dann für meinen Geschmack nicht davon. Nicht jeder Song besitzt für mich dieselbe Durchschlagskraft. Gerade angesichts der zehnjährigen Wartezeit könnte man sich an einigen Stellen noch etwas mehr Konsequenz und diesen einen großen Moment wünschen, der das Album auf ein neues Level der Band hebt. Das ist aber eigentlich nur etwas meckern auf hohem Niveau. Letztendlich komme ich zu dem Schluss, dass Anthrax uns mit Cursum Perficio ein starkes Album präsentieren, das zwar nicht an ihre Glanzzeiten anknüpfen kann, aber dennoch sehr viel Spass macht und sehr erfrischend klingt. Sie greifen auf ihren klassischen Sound zurück, erlauben sich aber gleichzeitig das eine oder andere kleine Experiment. Genau diese Mischung aus Tradition und Weiterentwicklung macht das Album interessant.

Und dann muss ich nochmals darauf eingehen. Da ist natürlich dieser Titel. „Cursum Perficio“ – „Ich bringe meinen Weg zu Ende“. Sollte dies tatsächlich das letzte Studioalbum von Anthrax sein, wäre es zumindest kein müder oder schlechter Abgang. Die Band würde sich mit Energie, Selbstbewusstsein und immer noch ordentlich Dampf unter der Motorhaube verabschieden.

Fazit: "Cursum Perficio" ist kein Album das die 80´s wieder belebt, sondern ein starkes Alterswerk einer Band, die ihren eigenen Sound noch immer beherrscht. Nicht jeder Song trifft für mich direkt sofort ins Schwarze, aber die besten Momente und auf dem Album gibt es einige davon, erinnern daran, warum Anthrax seit über vier Jahrzehnten zu den ganz Großen des Thrash Metal gehören.

Anspieltipps: „It’s For The Kids“, „The Edge Of Perfection“, „Cursum Perficio“, „Watch It Go“
Anthrax - The Edge Of Perfection (Official Music Video)