Zu Black Label Society gibt es eigentlich kaum mehr etwas zu sagen. Kaum eine Heavy Metal Band der jüngeren Geschichte kann mit so viel Erfolg und Veröffentlichungen aufwarten. Dass Zakk Wylde und seine stetig wechselnden Mitstreiter nun doch vier Jahre gebraucht haben, um ein neues Studioalbum herauszubringen erstaunt daher umso mehr. Mit "Catacombs of the Black Vatican" zeigt sich ein mittlerweile nüchterner Zakk Wylde von seiner rockigen Seite!
Im Grunde macht Zakk Wylde mit seiner Black Label Society auf diesem Album alles richtig. In gewohnter Manier grooven und Ballern die Songs mit einer ordentlichen Portion Distortion und Solo-licks a la "Flitzefinger" so daher. US-Feeling und Headbang-Vorlagen kann man hier nicht missen. Gerade "Damn the flood" ist eine wahre Groovemaschine! Abwechslung gibt es durch die ruhigeren Tracks, die geradezu balladenhaft, wie "Angel of Mercy", jedem Hörer vorführen, dass auch der härteste Pickup-Truck Besitzer ein weiches Herz haben kann. Als erste Singleauskopplung wurde der zweite Track des Langspielers, "My dying time" ausgewählt. Ob Zakk seinem Kumpel Nick Catanese, der zuvor die Band verlassen hatte, mit diesem Track allegorisch ein musikalisches Denkmal setzen wollte, bleibt unklar. Klar ist jedoch, dass sich die Marschrichtung der Kalifornier deutlich in Richtung Südstaaten-Rock entwickelt hat, was nichts schlechtes sein muss.
Der selbsternannte "Soldier of Christ", Zakk Wylde, hat mit "Catacombs of the Black Vatican" ein rundes und eher rockiges Black Label Society Studioalbum geschaffen, dass eingefleischten Fans definitiv gefallen wird, aber leider wenig Innovation aufweist. Nun muss man dem irren US- Iren mit Bart und Gitarre zu Gute halten, dass seine primäre Inspirationsquelle, das gute Bier, wegen Gesundheitsproblemen nicht mehr zuträglich ist, dennoch sind die Songs im Querschnitt spitze. Die alten "Pride and Glory"- Zeiten lassen grüßen.