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Carnivore A.D. - Transmutation

VÖ: 27. März 2026  •   Label  Apostasy Records
Das nenne ich mal waghalsig, das Erbe der legendären CARNIVORE auch auf Scheibe anzutreten.

CARNIVORE sind für mich eine einzigartige Band, die mit ihren beiden Alben ein absolutes Vermächtnis hinterlassen hat. So etwas Krankes, Aggressives hatte ich bis dato noch nicht gehört. Wenn ihr mit nicht glaubt, dann vielleicht Matthias Herr (der eingefleischter Fan der Slayer Frühwerke ist), der in seinem absolut lesenswerten Heavy Metal Lexikon Vol. 1 nicht aus dem Schwärmen kommt: „Mit einem Album, das auf Grund seiner musikalischen Kompetenz und textlichen Relevanz auch heute noch seinesgleichen sucht, und selbst Bands wie Slayer zu Kleinstadtpoeten auf Spitzweg-Gemälden degradierte. Mit diesem Debüt lag eines der sensationellsten, spektakulärsten und umstrittensten Alben aller metallischer Zeiten hinter den Termonuclear Warriors.“

Und nun gibt es eine neue EP. Keiner von dem Trio, das jetzt CARNIVORE huldigt, war ja Teil der Band. Sie haben sich ihre Sporen aber in Bands wie SHEER TERROR oder den CRUMBSUCKERS verdient. Joe Cangelosi ist vielleicht einigen als Drummer von KREATORs ´Cause For Conflict´ ein Begriff. Musikalische Kompetenz ist als reichlich vorhanden. Schon bei den ersten Worten, die im typischen Steele-Stil gesprochen sind, wird die Verneigung deutlich. In der Folge bedienen CARNIVORE A.D. auch viele der Trademarks ihrer Helden. Der Titeltrack startet mit einem typischen langen Stil und holzt dann ruppig durch Brooklyn. Später wird es dann zu Sirenengeheul auch mal schleppend. ´I Stand Alone´ erinnert mich gerade am Anfang mit dem typischen Steele Gesang eher an TYPE O NEGATIVE, auch wenn er diese Art zu singen auch schon bei deren Vorgängern gezeigt hat. ´Social Decomposition´ ist mein Favorit der EP. Er startet mit dem typischen Steele-Basssond und gibt danach ohne viel Schnickschnack auf die Zwölf. Der Rausschmeißer ´Mine Is the Hand´bedient dann die kranke, dissonante Seite, die auch immer Teil des CARNIVORE Sounds war.
Wie nicht anders zu erwarten, kann mich die EP nicht so begeistern wie es CARNIVORE damals taten. Alleine schon deshalb, weil es den Überraschungseffekt nicht mehr geben kann. Für mich erreichen die neuen Songs aber auch nicht die Intensität der alten Alben, aber auch das ist nicht verwunderlich. Es schaffen ja auch viele Bands, die über die Jahrzehnte durchgezogen haben nicht an die Frühwerke heranzukommen. Wenn man die 1+ nicht erreicht, heißt das ja aber nicht, dass das Abgelieferte schlecht ist. So ist diese EP eine gelungene Würdigung von CARNIVORE und mehr kann man nicht erwarten.

Da ich keine Ahnung habe, wie und nach welchen Maßstäben ich dieses Album benoten soll, gibt’s keine Bewertung, was nicht mit Null Punkten zu verwechseln ist.
CARNIVORE A.D. - Social Decomposition (OFFICIAL VIDEO)