Das Album knallt von der ersten Sekunde an - ehrlich, direkt, ohne Schnickschnack.
Seit 1996 tut das Power-Trio aus Toronto genau das, was es am besten kann: kompromisslosen, schweißtreibenden, ehrlichen und authentischen Rock ‘n’ Roll spielen. Nach dem 2002er Debüt „Born A Lion“ brüllt der Löwe erneut. Mit „Leo Rising“, ihrem mittlerweile 12. Studioalbum, beweisen Danko Jones einmal mehr, dass Beständigkeit und Qualität keine Gegensätze sein müssen – im Gegenteil.
Das Album knallt von der ersten Sekunde an. „What You Need“ eröffnet mit donnerndem Nachdruck, was die folgenden 11 Tracks konsequent durchziehen: fetten, messerscharfen Rock ohne jeglichen Ballast. „Diamond In The Rough“ trumpft mit einem Gastauftritt von Gitarrenlegende Marty Friedman auf und liefert einen dieser unwiderstehlich eingängigen Hooks, für die die Band berühmt ist. „Every Day Is Saturday Night“ und „I Love It Louder“ setzen den energiegeladenen Kurs fort – bereits die ersten vier Songs könnten, wie es im Pressetext so treffend heißt, „eine Million Bärte verbrennen“.
Was „Leo Rising“ von seinen Vorgängern unterscheidet, ist eine spürbare Leichtigkeit, fast schon ein optimistischer Unterton. Songs wie „Hot Fox“ und „Pretty Stuff" zeigen die verschmitzte, leicht anzügliche Seite der Band, während „Gotta Let It Go“ und „I’m Going Blind“ authentische Einblicke in persönliche Kämpfe gewähren. „It’s A Celebration“ macht seinem Namen alle Ehre und liefert genau das, was man erwartet: feurigen, blutvollen Rock zum Stimmungsheben.
Die Produktion von Eric Ratz ist makellos – warm, druckvoll und mit genau dem Gitarrensound, den sich jeder Luftgitarrist wünscht. Bemerkenswert ist, dass die drei Musiker ihre Parts getrennt voneinander aufnahmen (Bassist John Calabrese in Finnland, Schlagzeuger Rich Knox in Toronto, Danko ebenfalls in Toronto), ohne dass die Chemie darunter leidet. Im Gegenteil: Die aktuelle Besetzung, seit 2013 zusammen, harmoniert perfekt.
Danko Jones sind keine Band, die das Rad neu erfindet – und das ist ihre größte Stärke. Sie liefern „Meat and Potato Music“, wie Frontmann Danko es selbst ausdrückt: ehrlich, direkt, ohne Schnickschnack. In einer Zeit, in der Rock-Bands verzweifelt nach Relevanz suchen, setzen Danko Jones auf das, was sie zur DNA dieser Musik macht: Riffs, Melodien und die pure Freude am Krawall.
Ob „Leo Rising“ das bisher beste Album der Band sein wird, müssen die Fans entscheiden. Dennoch widerspricht hier der sonst eher zurückhaltende Danko nicht. Es ist auf jeden Fall ein Album, das beweist, dass die Motörhead-Philosophie (aufnehmen, touren, schreiben, wiederholen) auch im Jahr 2025 funktioniert, wenn man sie mit genug Herzblut und Können umsetzt.
Zusammengefasst: Elf Songs, null Füllmaterial bei maximaler Energie. Da heißt es nur noch: Fenster runter, aufdrehen und genießen!