Dieses Album ist ein Hammer. Der Sound der Amis ist so traditionell und doch sehr frisch. Das Quintett aus North Carolina zelebriert seinen Doom eine knappe Stunde lang. Am Anfang der Neunziger hätte diese Scheibe wohl noch eine doppelseitige Story im Rock Hard unumgänglich gemacht.
´Dismanteling Devotion´ kommt an die Scheiben der damals noch growlenden Szenehelden Paradise Lost oder Anathema heran, übertrifft sie zum Teil noch und macht nicht den Fehler, den Sound zu kopieren. Zum Glück beschränken sich ´Daylight Dies´ auf das Nötige, was bedeutet, dass Keyboards und Frauengeträllere außen vor gelassen wurden. Die sehr erdige Produktion verstärkt die Stimmung der Songs zusätzlich. Eine wohlig schöne Melancholie geht von den Kompositionen aus, der ich mich nur schwer entziehen kann, aber warum sollte ich das auch wollen? Ich kann keinen Song besonders hervorheben, da sie alle überzeugen, ob nun mit dem kurzzeitig cleanen Gesang und akustischer Gitarre oder mit Riffs und Doublebass. Zahlreiche Bands haben sich die Zähne daran ausgebissen, so schöne und schlichte Songs zu schreiben und es scheint, als ob die Amis diese einfach so aus dem Ärmel schütteln. Bevor ich mich nun darum kümmere, das Debüt zu bekommen, noch eine Bitte: schafft eure Hintern umgehend auf die Bühnen im alten Europa und füllt die Lücke, die genannte Bands gelassen haben auch live. Danke.