Austria war schon immer ein außergewöhnliches wie kreatives Pflaster für kultig-undergrundige Extrem-Metal-Kapellen. In dieser Tradition von illustren Bands wie Disharmonic Orchestra, Disastrous Murmur und nicht zuletzt auch Pungent Stench stehen Fessus, die mit dem Drei-Track-Demo “Pilgrims Of Morbidity” 2023 erstmals aufhorchen ließen… So sehr, dass Darkness Shall Rise dieses Stück roher Todesmetall-Kunst nicht nur in allerlei Formaten wieder veröffentlichten, sondern Nägel mit Köpfen machten, und die drei Kerle plus Basserin Jana darüber hinaus ans Label gebunden haben. Vielleicht wurde die Band aber auch kurzerhand im Keller angekettet und eingesperrt, damit sichergestellt ist, dass auf ewig alle paar Monde ein Todesstahl-Song gemolken werden kann.
Und “Darkness Shall Rise”, das ist freilich schon seit dem Demo von Fessus Programm. Denn “Subcutaneous Tomb” strotzt gleichermaßen von einer abrundtief bösen und bedrohlichen Dunkelheit. So ursprünglich roh, so rotzig und ranzig. Fessus sind nichts für Schön- und Feingeister, auf dem Debut regiert quasi “Arbeiterklassen – Death Metal”. Die gute halbe Stunde enthält sechs schräge Oden an Tod und Verdammnis, oft langsam, getragen oder groovend wie schleppend, kriechend und schleifend… Wenn die Angst überhand nimmt, man im Rücken ahnt, wie sich das rostige Blatt aus der Kreissäge löst, wird´s nicht nur blutig, sondern dann wird das Tempo in der Hoffnung auf ein Entkommen auch mal angezogen. Glimpflich geht es allerdings in der Regel nicht aus, so ein Stück Metall dieser Machart eitert schwer nur wieder aus dem geschundenen Körper. Und es fängt auf Dauer zunehmend an, modrig und faulig zu riechen, im von außen verriegelten Kirchberger Hobbykeller, sechs Füße unter der Bodenplatte.
Um sich nach außen noch halbwegs bemerkbar zu machen, bedarf es da schon der schrillen, oft disharmonischen Leads und Soli, auch wenn das Blut dabei beginnt, aus den Ohren zu fließen. Letztes Fünkchen Hoffnung an die Welt da draußen: Die markerschütternden “Morbid-Screams” von Brenton, die kehlig aber dennoch ganz tief aus der Magengegend kommen und beim Hörer direkt bis ins Rückenmark vordringen.
Mit “Subcutaneous Tomb” untermauern Fessus den Status als Underground-Tipp, den man sich mit “Pilgrims Of Morbdity” erschreddert hat. Ehrlicher Death Metal für Fans von Autopsy, Bastard Grave bis hin zu Deathrite.