Anfang des 21. Jahrhunderts zog sich einer der größten Country Musiker aus dem Geschäft zurück und kündigte an, keine neuen Alben aufnehmen zu wollen. Stattdessen widmete sich der in Tulsa geborene Musiker dem Privatleben und heiratete z.B. Trisha Yearwood. Schießlich tauchte Brooks für einige Benefitskonzerte wieder auf der Bildfläche auf und 2014 erschien mit "Man Against Machine" ein neues Studioalbum. "Gunslinger" passt zumindest namentlich schon mal zum Jahr 2016 in den USA.
Mit "Honky-Tonk Somewhere" findet Brooks den passenden Einstieg in das neue Album. Eine eingängige Uptempo-Nummer im besten Brooks-Stil. "Weekend" ist auch nicht schlecht, aber etwas poppiger. Und mit "Ask Me How I Know" gelangen wir schließlich bei der ersten Ballade des Albums an. Mit "He Really Loves You", "Whiskey To Wine" und "Cowboys And Friends" folgen weitere Schmachtfetzen. Mit Songs wie "Pure Adrenaline", der Single "Baby, Let's Lay Down und Dance" und "Bang! Bang!" gibt es jedoch auch jede Menge flotte Country-Vollbedienung. Mit "8Teen" fasst Garth Brooks das musikalische Schaffen des Albums gelungenen zusammen, denn der Song enthält sowohl langsame als auch schnelle Teile.
"Gunslinger" ist eine Mischung aus Rock und Country, aus guter Laune und Herzschmerz, aus Fernweh und Heimatgefühl und Garth Brooks beweist, weshalb er zu den ganz großen Namen der Szene gehört. Jaulende Steelgitarren, Slides, ordentlich Twang, Fiddels und der unvergleichbare Gesang des Altmeisters sorgen für beste Unterhaltung. Der einzige Kritikpunkt ist die recht kurze Spielzeit von knappen 36 Minuten. Doch angesichts des erbärmlichen Wahlkampfes und anderen Peinlichkeiten im Land der unbegrenzten Möglichkeiten bleibt "Gunslinger" ein positives Highlight aus den USA im Jahr 2016!