Spätestens mit dem Oberhammer ´Serpent Smiles And Killer Eyes´ hätten HATESPHERE den großen Durchbruch verdient gehabt. Ich verstehe die Mechanismen der Szene manchmal nicht. Das war genau die Mucke, die damals angesagt war und die Dänen waren sowohl Pioniere des modernen Thrashs auch qualitativ ganz weit vorn.
Gut, dass sich HATESPHERE nicht beirren lassen und trotz einiger Wechsel im Line-Up unermüdlich die Thrash-Keule schwingen.
Gleich der Opener macht klar, dass es keine stilistischen Experimente bei den Dänen gibt. Der Titeltrack kommt mit Druck und Groove aus den Boxen. Und auch das folgende ´Pandoras Hell´ bietet HATESPHERE in Reinform. ´Fear Me´ und ´The Violent Act´ kommen dann langsamer und melodischer daher und sollten auf jeden Fall in die Setlist auf der Tour mit Hypocrisy. Deren Fans können mit diesen Tracks gut angefüttert werden. Dieser Wechsel zwischen Up-Tempo Thrashern und eher stampfenden Tracks zieht sich weiter durch das Album. Leider verliert ´Muderlust´ nach dem staken Instrumental ´In Process´ etwas an Spirit - echte Ausfälle gibt es aber nicht zu vermelden.
Den Abschluss bildet eine Coverversion des Songs ´Assassin´. Die Vorlage lieferten nicht die gleichnamigen deutschen Thrasher sondern die Noise Rocker von Muse. Glücklicherweise haben HATESPHERE dem Song deutlich ihren Stempel aufgedrückt und somit eine hörenswerte Version an den Start gebracht.
Shouter Esse kommt für mich nicht ganz an die großartigen Leistungen seiner Vorgänger heran. Er liefert eine grundsolide Performance, klingt aber nicht so eigenständig wie Jacob Bredahl und Jonathan Albrechtsen. Trotz kleiner Schönheitsfehler können Fans des modernen Thrash weiterhin auf die Bank HATESPHERE bauen und das Album auf den Einkaufszettel schreiben. Als Bonus gibt es auf dem Digipack noch eine Rough Version des Titeltracks, die es nicht gebraucht hätte und eine gute Live-Version von ´500 Dead People´ vom ´Ballet Of The Brute´ Album.