Im Februar 2025 veröffentlichte die von den Bermudas stammende Folkmusikerin Heather Nova ihr neuestes Studioalbum Breath And Air. Midori Jaeger begleitete sie auf der Platte. Heather Nova führte im Anschluss an die Veröffentlchung eine Tour durch Europa durch. Als Duo+, also eher ausnahmsweise mit Schlagzeugbegleitung durch Jake Hutton, führten die beiden Frauen Stücke von Breath And Air sowie früherer Alben auf. Das vorliegende Livealbum ist eine Zusammenstellung von unterschiedlichen Auftritten dieser Tour aus dem Jahr 2025.
Da Breath And Air bei mir sehr gut ankam, zögerte ich nicht, als Mitte Dezember 2025 das Livealbum Heather Novas im Redaktionsemailpostfach auftauchte. Ohne Zeitdruck hörte mir die 21 Tracks, zwei davon ausführliche Anmoderationen zu den Liedern The Lights Of Sicily und Butterflies And Moths, immer wieder auf meinen Fahrten zwischen Niedersachsen und dem südlichen Baden-Württemberg an. Nun gilt es die Eindrücke zu beschreiben. Ich bleibe erst noch bei ein paar Fakten: von den 19 richtigen Liedern stammen acht (Hey Poseidon, Ebbs And Flows, Breath And Air, Butterflies And Moths, Ghost In My Room, Beginner, The Lights Of Sicily und Magnificent) vom letzten Werk. Die Songs mit Schlagzeuger Jake Hutton lauten: Hey Poseidon, Not Only Human, Butterflies And Moths und I Wanna Be Your Light.
Nun Eindrücken: Anhand der Besetzung könnten die geneigten Zuhörer schon sehr schnell ableiten, das wird zart, zerbrechlich, roh, rauh und welche Adjektive sonst noch so zur Beschreibung geeignet wären. Richtig. Und gerade, wenn man dazwischen immer wieder sehr komprimierten Metalsound auf den Ohren hat, wird das umso deutlicher wahrnehmbar. Die Sprechstimme Heather Novas ist der von Tori Amos nicht unähnlich. Tori Amos, mittlerweile die Grand Dame am Bösendorfer Flügel, den sie "She" oder "This lovely little Lady" anredet, war zu Beginn ihrer Weltkarriere sehr exaltiert und kräftig. Mittlerweile spricht und moderiert sie eher dezent zurückgenommen in ihren Ansagen,fast flüsternd. Beide Musikerinnen sind fast gleich alt, sie unterscheiden vier Lebensjahre. Weisheit vor Revolution. So wirkt denn auch stellenweise das Lachen von Heather Nova in ihren Ansagen etwas übersprungen (vgl. Chats Into Lights). Quasi ein Verlegenheitslachen, was man schnell abbricht, weil das Publikum die eigene Einlassung nicht wie antizipiert, mit Lachen erwidert.
Der Liedervortrag ist denn tatsächlich ein solcher, da ist kein intendiertes Showelement, was Durchschnittlichkeit überlagert, sondern es ist purer Gesang von Heather Nova und ihrer konstanten stimmlichen und instrumentalen Begleitung Midori Jaeger, dazu pures analoges Instrumentarium mit Akustikgitarre, Cello, Klavier und einem Drumset, was vermutlich fünf- bis zehnmal in die Schießbuden eines Mike Portnoys oder - Gott hab' ihn seelig - Neil Pearts (Rush) integrierbar wäre. Aber die Musik Heather Novas braucht den Bombast nicht. Auch nicht die Politur, die eine (professionelle) Studioproduktion regelrecht erhält, wo jedes Staubkorn beseitigt wird. Natürlichkeit vor Sterilität. Dennoch - das gebe ich zu - ist Heather Novas Stimme auf dem letzten Album etwas weniger spitz schneidend, als es auf Live In Europe für mich manchmal in den Gehörgängen wirkt. Aber ich relativiere das durch den eingefangenen Moment des jeweiligen Live-Auftritts. Und es fällt mir mich nicht negativ ins Gewicht. Beim Abhören applaudierte ich innerlich still und stumm vor der grandiosen Aufführung des Liedes Beginner, die sehr eingängigen Harmonien sind in der dargebotenen Einfachheit des Livearrangements noch wirkungsvoller.
Das Album gibt es als Doppel-CD oder Doppel-Vinyl. Wer die Scheibe bei ihr schnell direkt ordert, bekommt auch eine handsignierte Autogrammkarte dazu. Und das zu fairen Preisen. Und nicht wie bei Steve Vais Gitarrensammlungsbuch, wo man für's Autogramm noch einige Dollar mehr aus der Tasche gezogen bekommt. Nepp nennt man sowas gerne in Bayern oder Baden-Württemberg.
Das Album gibt es als Doppel-CD oder Doppel-Vinyl. Wer die Scheibe bei ihr schnell direkt ordert, bekommt auch eine handsignierte Autogrammkarte dazu. Und das zu fairen Preisen. Und nicht wie bei Steve Vais Gitarrensammlungsbuch, wo man für's Autogramm noch einige Dollar mehr aus der Tasche gezogen bekommt. Nepp nennt man sowas gerne in Bayern oder Baden-Württemberg.
Fazit:
Heather Novas Live In Europe ist ein Beispiel dafür, wie schön handgemachte Musik mit kleinem Ensemble/Besteck sein kann und damit einen Gegenpol darstellt zu überproduzierter Musik (ohne damit in Frage zu stellen, dass auch diese ihre Berechtigung hat und gefällig sein kann).