Nur ein Jahr nach der Bandgründung legen die süddeutschen ICHOR bereits ihr erstes Album vor. Die 10 Tracks bieten technisch anspruchvollen, stellenweise verspielten Death Metal -: dem Cover nach war das nicht unbedingt zu erwarten.
Da ICHOR nicht der erste musikalische Gehversuch der Jungs ist, sind die Fähigkeiten an den Instrumenten ausgereift. Das gilt leider nicht für alle Songs. Gelungen sind Songs wie ´Man Without A Face´, die auch durch Tempowechsel interessant gehalten werden. Im Gegensatz dazu steht beispielsweise der Titeltrack, der zu verfrickelt ist und damit sowohl den roten Faden als auch den Dampf verliert. Mir wäre es lieber, wenn die linken Hände der Gitarristen nicht ganz so nervös wären. Überzeugend sind über die gesamte Spielzeit die Vocals, die mal richtig giftig und mal gegrowlt aus den Boxen kommen. Diese Band hat sicherlich erhebliches Potential, das wird auf `The Siege´ deutlich: Es klingt, als hätten die Trierer ihren Stil noch nicht ganz gefunden. Das ist nach einem Jahr auch noch nicht zu erwarten. Auch wenn die Mucker erfahren sind, wäre ein bisschen mehr Vorbereitungszeit gut gewesen.