"You like potato and I like potahto, You like tomato and I like tomahto, Potato, potahto, tomato, tomahto! Let's call the whole thing off!" Was Louis Amstrong seinerzeit besang, gilt heute wohl gleichermaßen für die Typisierungsversuche von metallischer Musik. Allein die "-core" Präfixe sind mittlerweile unüberschaubar geworden. Und auch wenn jeder Heinrich und Friedrich für sich in Anspruch nimmt, eine neue Musikrichtung erfunden zu haben, so zählt unterm Strich dann doch nur, ob die Songs gut sind oder nicht.
Inmate aus Slowenien haben sich 7 Jahre Zeit genommen, um ihr Debüt auf den Markt zu werfen. Wäre es 2005 erschienen, hätten die Jungs mit ihrer stilistischen Ausrichtung in der sie harte Gitarren, melodiöse Läufe, Growls und cleane Vocals und stampfende Beats vermischen sicherlich allein schon Aufgrund ihrer Originalität gepunktet und man hätte sie aufgrund fehlender Vergleichsgrößen als melodische Death Metal Kapelle Göteborger Prägung bezeichnet. Heute müssen sie hingegen beweisen, dass sie nicht einfach nur die xte Metalcorekapelle darstellen. Rhythmik (z.B. "Fire, walk with me") und Stilkreuzungen (z.B. "Overcome") dürften der Bascaptragenden, tätowierten Jugend gefallen, doch auch der Metaller kann an thrashigen Riffs wie in "Angels" Gefallen finden. Positiv hervorzuheben ist vor allem, dass die Jungs auf Screamo-Quatshc verzichten und eher growlen oder tiefer Schreien. Death Metal im Sinne von Bands wie Death, Obituary, Dismember, Benediction & Co findet sich hier natürlich nicht, aber Freunde der schwedischen Schule (neue In Flames & Co) oder melodischer Todesbleimodernisten wie Beyond The Embrace oder auch Soilwork und Dark Tranquility dürfen beherzt zugreifen. Und am Ende des Tages überzeugt das Debüt der Slowenen dann auch weniger durch Genreattitüde als vielmehr durch Energie, Melodie und Songs wie "Written in Blood" oder "Victorious". Inmate bieten sich als perfekte Schnittmenge für die nächste Küchenparty an, zu der sowohl beinharte Metaller als auch vegane Mützenmetaller geladen sind.