Was für ein kitschiges Cover, denke ich mir noch, bevor ich "Escalator" in meinen Player schmeiße. Und beim Durchblättern des Bookletts fällt mir auf, dass Kollege Lynden Williams aussieht, als würde er eher bei einer Schützenfest-Vollsuff- Combo die Gitarre schwingen.
Doch kaum ertönen die ersten Töne, sind diese Äußerlichkeiten schnell vergessen. "Escalator" ist ein Fest für alle, die mit Namen wie Deep Purple und Uriah Heep etwas anfangen können. Kerniger Hardrock, der sich anhört, als wäre er direkt aus den 70ern in die heutige Zeit herüber gebeamt worden (einige Songs der Platte stammen auch aus dieser Zeit). Gerade in diesem Jahrzehnt wurden jedoch unglaublich viele Alben aufgenommen, die im besten Sinne zeitlos klangen und bis heute klingen. Und genau in diese Reihe passt die neue Scheibe von Jerusalem. Kein Schnickschnack, sondern kernige Gitarren, kraftvoller Gesang und wunderbar warme Orgelklänge - das gibt es auf diesem Album. Nichts Neues also, aber eben sehr gut gemacht. Ich bin angetan!